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Star Wars - Ep. 9
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Maik Koenig
2019-12-22 01:31:28 UTC
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Moin.

Achtung, nicht frei von Spoilern!

Das wars dann also. Erstmal, denn Disney wird den Geldesel ohne Zweifel
weiter melken.

Vorab: Ich fand Episode 7 ganz nett, eindeutig besser als 1 bis 3, aber
natürlich nicht so gut wie 4 bis 6. Die 8. war für mich - und viele
andere - eine reine Enttäuschung. Die 9. ist, aus meiner Sicht, ein
Versuch die 8. wieder gerade zu rücken. Ein Versuch...

Es gibt zuviele Superlative, zuviele Ungereimtheiten, zuviel "Fanservice".

Erst mal die durchaus guten Ideen:

- Was mir grundsätzlich zusagt, das ist die "neue Superwaffe". Es ist,
aus der Erfahrung des Imperiums heraus, nur konsequent. Eine zentrale
Waffe ist einfach viel zu leicht angreifbar, die neue Methode deutlich
effektiver als Terrorapparat.
- Die Rückkehr des Imperators. Ich hätte den aus den Trailern zwar
rausgelassen, man denke nur an Terminator Genisys, aber es bleiben genug
Überraschungen übrig, das man als Zuschauer nicht schon durch die
Trailer die ganze Geschichte kennt. Und er sorgt für eine Bedrohung, die
irgendwie realer wirkt.
- Das Messer. OK, die Silhouetten-Idee ist nicht neu, aber auf alle
Fälle besser als der Unfug mit der Karte zu Skywalker.
- Leia. Ja, eindeutig. Die Szenen mit ihr wirken, als hätte man sie
genau für diesen Film so gedreht. Oder als hätte man den Film um diese
Szenen herum konstruiert.


Die Wackelkandidaten:

- Reys Herkunft. Ich weiss nicht was ich davon halten soll. Es ist ein
typisches Star Wars-Thema. Deshalb stört es mich irgendwie. Gleichzeitig
ist es aber ein hervorragender Grund für die ganze Storyline.
- "Die Truppe". Es wäre unfair, die neuen Helden mit Luke, Leia und Han
zu vergleichen. Trotzdem macht man das natürlich. Und sie verlieren. Wie
deutlich, darüber muss ich noch einige Nächte schlafen.
- Ganz allgemein die "neuen" oder vielleicht besser die "vorher
unbekannten" Macht-Fähigkeiten. Reys ungewollte Machtblitze sind,
gelinde gesagt, eine Enttäuschung. Denn das bedeutet ja, dass dies gar
nicht so besonders ist wie es die Vorgängerfilme andeuteten. Die
Heilkräfte sind ein dickes Fragezeichen.

Dann die miserablen Ideen:

- Die Machtverbindung von Ren und Rey und der ganze Kram drumrum. Er
reisst ihr über X Lichtjahre hinweg eine Kette vom Hals, sie kämpfen
sogar über Entfernung hinweg gegeneinander.
- Die neue Superwaffe. Nein, das ist kein Widerspruch zu oben. Es ist
ein riesen Logikfehler, eine solche Flotte an einen Ort zu versammeln,
von dem sie nicht selbständig abreisen kann. Und das von einem Imperator
organisiert, der einen vermeintlich im Bau befindlichen Todesstern als
Falle benutzt, da er ihn in Wahrheit einsatzbereit zur Verfügung hat. So
dumm wäre der Mann niemals.
- "Alle Sith in mir" vs "Alle Jedi in mir". Ja, Star Wars war schon
immer mehr Fantasy als SciFi. Aber da musste ich mich bemühen nicht
lauthals loszulachen.
- Die Liebesgeschichte zwischen schwarz und weiss. Man beachte mal die
Klamottenfarben von Rey und Ren. Ich mag diese "mit dem Holzhammer drauf
hauen" einfach nicht.
- Der Spion. Da passt einfach gar nichts. Überhaupts nichts. Sagte ich
schon, dass da nichts passt? Der Tod der Figur hätte in Episode 7
passieren müssen, er nervte ohnehin nur.
- Der Gedächtnisverlust der keiner sein wird...
- Der Fanservice. Und da meine ich praktisch alles. Ich meine in einer
Szene Wedge Antilles als Piloten gesehen zu haben. Dann die Ewoks. Das
Lando auftauchen würde war vorher bekannt, aber im Grunde kann man ihn
durch jede Person ersetzen... Fanservice mag ich in einer Serie. In
einem solchen Film erinnert es mich nur schmerzlich an das was die
Episoden 4 bis 6 und vor allem das ursprüngliche Buch-Universum waren.
- Gewürzschmuggler. Noch einer. Hätte man nicht irgend etwas anderes
finden können? Von mir aus Sanddieb [sic!] auf Tatooine?
- Die finale Raumschlacht. Gab es wirklich irgendjemanden im Kino, der
nicht wusste das die Helfer doch noch eintrudeln? Die Szene aus dem
Trailer mit dem jubelnden Lando fehlte ja noch.

Die Schauspieler sind in Ordnung, wobei ich vor allem Adam Driver loben
muss. Für das was das Drehbuch ihm liefert macht er wirklich gute
Arbeit. Daisy Ridley ist für mich keine Schauspielerin die im
SciFi-/Actionkino gut aufgehoben ist. Klar, die Stunts sehen gut aus,
aber mit der heutigen Technik ist das so oder so nicht schwer: Entweder
sie wird wie eine Puppe an Fäden so bewegt das es gut aussieht oder es
macht ohnehin ein Stuntdouble. Was es letztlich war? Keine Ahnung. Aber
für mich passt es einfach nicht. Vergleiche ich das mit den Stunts und
vor allem den Kampfszenen der Hauptperson im letzten Tomb Raider,
verliert Daisy deutlich. Ich sollte wohl mal sehen, was ihre sonstigen
Filme so sind.

Der Rest der Truppe... Finn fällt auf, auch wenn sein offensichtlicher
Liebesschmerz mich auch gewaltig schmerzt.

Ian McDiarmid. Jepps, der passt. Er bekommt keinen Oscar für die
Performance, aber es war eindeutig der verrückte Imperator.

Ich kenne noch keine Zahlen, aber der Film wird sich sicher
refinanzieren. Ob er das verdient hat? Ich finde nein.

Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...

Greetz,
MK
--
Kopp-Verlag-Gläubige, Religionsdeppen, rechte Vollidioten
und ähnlicher Bio-Abfall werden ohne Hinweis ignoriert!
https://das-ist-afd.de/
Andy Angerer
2019-12-22 03:54:38 UTC
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Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
Nix da!
Die Kuh wird gemolken, so lang das Euter was hergibt!
--
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Cornell Binder
2019-12-25 17:56:59 UTC
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Post by Andy Angerer
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
Nix da!
Die Kuh wird gemolken, so lang das Euter was hergibt!
Mich kotzt es es ja auch, daß ich gezwungen werde, mir das
anschauen zu müssen und Disney allen Kinos verbietet andere
Filme zu zeigen.

Ist es wirklich so schwer Dinge zu ignorieren, die einen
nicht interessieren, aber anderen Leuten offensichtlich
genug gefallen, daß sie freiwillig dafür Geld ausgeben?

Ist das so eine "es darf nichts geben, was mir keinen Spaß
macht"-Nummer?


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Ad Astra - Zu den Sternen ............................................. 2937
Midsommar ............................................................. 2936
The Kitchen: Queens of Crime .......................................... 2935
Andy Angerer
2019-12-26 01:36:10 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Andy Angerer
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
Nix da!
Die Kuh wird gemolken, so lang das Euter was hergibt!
Mich kotzt es es ja auch, daß ich gezwungen werde, mir das
anschauen zu müssen und Disney allen Kinos verbietet andere
Filme zu zeigen.
Ist es wirklich so schwer Dinge zu ignorieren, die einen
nicht interessieren, aber anderen Leuten offensichtlich
genug gefallen, daß sie freiwillig dafür Geld ausgeben?
Ist das so eine "es darf nichts geben, was mir keinen Spaß
macht"-Nummer?
Hä?
Wovon redest Du?
--
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Maik Koenig
2019-12-26 02:10:11 UTC
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Post by Andy Angerer
Post by Cornell Binder
Post by Andy Angerer
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
Nix da!
Die Kuh wird gemolken, so lang das Euter was hergibt!
Mich kotzt es es ja auch, daß ich gezwungen werde, mir das
anschauen zu müssen und Disney allen Kinos verbietet andere
Filme zu zeigen.
Ist es wirklich so schwer Dinge zu ignorieren, die einen
nicht interessieren, aber anderen Leuten offensichtlich
genug gefallen, daß sie freiwillig dafür Geld ausgeben?
Ist das so eine "es darf nichts geben, was mir keinen Spaß
macht"-Nummer?
Hä?
Wovon redest Du?
Er scheint die Kritik an dem Film als Kritik an die Fans zu verstehen...

Greetz,
MK
--
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und ähnlicher Bio-Abfall werden ohne Hinweis ignoriert!
https://das-ist-afd.de/
MacBlack
2019-12-26 08:14:10 UTC
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Post by Maik Koenig
Post by Andy Angerer
Ist das so eine "es darf nichts geben, was mir keinen Spaß macht"-Nummer?
Hä?
Wovon redest Du?
Er scheint die Kritik an dem Film als Kritik an die Fans zu verstehen...
Greetz,
MK
So ist es wohl.
Leider nicht der erste, der so etwas verwechselt.
--
Es grüßt MacBlack
Andy Angerer
2019-12-26 14:48:49 UTC
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Post by MacBlack
Post by Maik Koenig
Post by Andy Angerer
Ist das so eine "es darf nichts geben, was mir keinen Spaß macht"-Nummer?
Hä?
Wovon redest Du?
Er scheint die Kritik an dem Film als Kritik an die Fans zu verstehen...
Greetz,
MK
So ist es wohl.
Leider nicht der erste, der so etwas verwechselt.
Dabei hab ich den Film gar nicht kritisiert.
Streng genommen hab ich nicht mal Disney kritisiert, sondern nur ihre
Strategie kommentiert.
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Cornell Binder
2019-12-26 17:19:34 UTC
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Post by Andy Angerer
Dabei hab ich den Film gar nicht kritisiert.
Streng genommen hab ich nicht mal Disney kritisiert, sondern nur ihre
Strategie kommentiert.
Ich habe auch nur kommentiert. Was ist also das Problem?


CoBi
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Andy Angerer
2019-12-27 01:29:05 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Andy Angerer
Dabei hab ich den Film gar nicht kritisiert.
Streng genommen hab ich nicht mal Disney kritisiert, sondern nur ihre
Strategie kommentiert.
Ich habe auch nur kommentiert. Was ist also das Problem?
Welches Problem?
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Cornell Binder
2019-12-27 13:24:26 UTC
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Post by Andy Angerer
Post by Cornell Binder
Post by Andy Angerer
Dabei hab ich den Film gar nicht kritisiert.
Streng genommen hab ich nicht mal Disney kritisiert, sondern nur ihre
Strategie kommentiert.
Ich habe auch nur kommentiert. Was ist also das Problem?
Welches Problem?
Eben!


CoBi
--
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Midsommar ............................................................. 2936
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Werner Tann
2019-12-22 07:21:52 UTC
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Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben.
Solche Sagas sterben nicht. Aber sie sollten zeitgerecht in Pension
gehen, ehe sie sich selbst demontieren. Gilt z. B. auch für Bands.
Ralf Segschneider
2019-12-28 11:54:37 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben.
Solche Sagas sterben nicht. Aber sie sollten zeitgerecht in Pension
gehen, ehe sie sich selbst demontieren. Gilt z. B. auch für Bands.
Und wer soll bestimmen, wann es zeitgerecht ist? Ein paar Fans, die laut
sind? Da finde ich es besser so, wie es ist. Die Macher bestimmen, ob
sie weiter machen und jeder einzelne bestimmt, ob er das konsumiert. Und
wenn ich das nicht möchte, ist mir egal, ob die Reihe fortgeführt wird.
Bei Star Wars kann man den Trend, der hier auch wieder deutlich wird,
besonders gut sehen. Episode 6: Wie konnte man nur den Abschluss so mies
machen? Reicht überhaubt nicht an die Qualität der ersten beiden
Episoden ran. Dann Episoden 1-3: Großer Quark, reicht überhaupt nicht an
die Qualität der Episoden 4-6 ran. Danach Episoden 7-9: Wie toll waren
dagegen die ersten 6 Episoden.
Ich bin mal gespannt, wie gut im Nachhinein 7-9 gewertet werden, wenn
wir hoffentlich Episode 13 sehen können. :-)
Werner Tann
2019-12-28 13:45:55 UTC
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Post by Ralf Segschneider
Post by Werner Tann
Solche Sagas sterben nicht. Aber sie sollten zeitgerecht in Pension
gehen, ehe sie sich selbst demontieren. Gilt z. B. auch für Bands.
Und wer soll bestimmen, wann es zeitgerecht ist?
Die Macher bzw. Finanziers. Und wenn die Rezipienten finden, dass sie
Mist abgeliefert haben bzw. eigentlich ganz aufhören sollten, ist das
ihr gutes Recht. Eine verzerrte Wahrnehmung haben leider erstens die
eingefleischten Fans, für die jede Kritik an ihrem Fetisch ein
Sakrileg ist, und die alles schönreden, was von ihren Lieblingen
kommt, und zweitens manche Künstler selbst, die denken, sie wären noch
so gut und einfallsreich wie vor 50 Jahren - wenn es ihnen nicht
ohnehin nur ums Geld geht und sie insgeheim wissen, dass diese x-te
Fortsetzung einfach ein neues Zusammensetzen altbekannter Serienmuster
ist.

Z. B. kann ich das "oh mein Gott, er ist tot - ätsch, nein, doch
nicht" nicht mehr sehen: Palpatine, Kylo, Rey ... Rasend komplex war
die Handlung auch nie. Dass im letzten Augenblick der Schlacht eine
Masse an Raumschiffen der Unterdrückten auftaucht, ist naiv. Ohne
Planung und Absprache reicht es offenbar, der Galaxis auf Facebook
mitzuteilen, "hey, wir greifen grade den Imperator an, kommt ihr
auch?" So mögen Revolutionen früher funktioniert haben, in dieser
angeblich sehr, sehr fernen Vergangenheit, die sich wie eine sehr,
sehr ferne Zukunft gebärdet, aber wohl eher nicht.
Andy Angerer
2019-12-28 15:11:02 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Ralf Segschneider
Post by Werner Tann
Solche Sagas sterben nicht. Aber sie sollten zeitgerecht in Pension
gehen, ehe sie sich selbst demontieren. Gilt z. B. auch für Bands.
Und wer soll bestimmen, wann es zeitgerecht ist?
Die Macher bzw. Finanziers.
Ja aber das tun sie doch!
Und der Maßstab, an dem sie es festmachen, ist simpel:
So lange die Sache Profit abwirft, wird weitergemacht.
Und wahrlich, ich sage Dir: sie haben Recht damit.
--
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Werner Tann
2019-12-28 17:50:19 UTC
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Post by Andy Angerer
Post by Werner Tann
Die Macher bzw. Finanziers.
Ja aber das tun sie doch!
Ja, jeder entscheidet selber, ob er früher in Pension gehen möchte als
gesetzlich vorgesehen. Manche muss man dann sogar raustreten, wenn sie
das Regelalter erreicht haben, weil sie am Stuhl kleben und sich für
unersetzlich halten. Kurz: Falsche Eigenwahrnehmung.
Post by Andy Angerer
So lange die Sache Profit abwirft, wird weitergemacht.
Neben der Workaholic-Einstellung ist immer auch die Pensionshöhe ein
"Argument", ja.
Post by Andy Angerer
Und wahrlich, ich sage Dir: sie haben Recht damit.
Nicht notwendigerweise bzw. nur dann, wenn du denkst, sie liefern noch
gute Arbeit ab. Der Rezipient denkt ja nicht an den Geldbeutel des
Machers, sondern an die Qualität des Produkts.

(Ich formuliere bewusst offen, nicht nur auf Filme bezogen. Der gute
alte Carlos Santana kommt nach Wien. Aber was soll ich auf diesem
Konzert, wenn er neben sich mehrere Gitarristen aufstellt, die
wirklich spielen, und er nur so tut, als ob.)
Cornell Binder
2019-12-28 18:30:14 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Andy Angerer
Post by Werner Tann
Die Macher bzw. Finanziers.
Ja aber das tun sie doch!
Ja, jeder entscheidet selber, ob er früher in Pension gehen möchte als
gesetzlich vorgesehen. Manche muss man dann sogar raustreten, wenn sie
das Regelalter erreicht haben, weil sie am Stuhl kleben und sich für
unersetzlich halten. Kurz: Falsche Eigenwahrnehmung.
Post by Andy Angerer
So lange die Sache Profit abwirft, wird weitergemacht.
Neben der Workaholic-Einstellung ist immer auch die Pensionshöhe ein
"Argument", ja.
Du weißt schon, daß der Herr Disney schon vor vielen Jahren
gestorben ist, oder? Für die Walt Disney Company selbst gibt
es kein Renteneintrittsalter. Die gehört ihren Aktionären.
Und auch die gehen nicht alle geschlossen in die Rente.
Post by Werner Tann
Post by Andy Angerer
Und wahrlich, ich sage Dir: sie haben Recht damit.
Nicht notwendigerweise bzw. nur dann, wenn du denkst, sie liefern noch
gute Arbeit ab. Der Rezipient denkt ja nicht an den Geldbeutel des
Machers, sondern an die Qualität des Produkts.
Richtig. Und wenn man auf die Umsätze schaut, scheint die
Qualität den Rezipienten ausreichend genug sein. Aber auf
welche Qualität genau schauen eigentlich die Rezipienten?
Post by Werner Tann
(Ich formuliere bewusst offen, nicht nur auf Filme bezogen. Der gute
alte Carlos Santana kommt nach Wien. Aber was soll ich auf diesem
Konzert, wenn er neben sich mehrere Gitarristen aufstellt, die
wirklich spielen, und er nur so tut, als ob.)
Und trotzdem hat er genug Fans, daß sich ein Konzertver-
anstalter gedacht hat, daß es den finanziellen Aufwand
lohnt, eine Räumlichkeit zu mieten, die Musiker anzumieten
und zu transportieren und zuverköstigen, etc.


Ich wüßte jetzt zugern, für welches Hobby/Entertainment Du
dein Geld ausgibst, damit wir Dir erklären können, warum das
eigentlich gar keinen Sinn macht. >:)


CoBi
--
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Midsommar ............................................................. 2936
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Ralf Segschneider
2019-12-29 10:23:09 UTC
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Post by Werner Tann
Ja, jeder entscheidet selber, ob er früher in Pension gehen möchte als
gesetzlich vorgesehen. Manche muss man dann sogar raustreten, wenn sie
das Regelalter erreicht haben, weil sie am Stuhl kleben und sich für
unersetzlich halten. Kurz: Falsche Eigenwahrnehmung.
Ja, das kann eine falsche Eigenwahrnehmung sein. Genauso kann das auch
sein, wenn jemand sich dazu befähigt fühlt, über andere zu urteilen,
dass Leute rausgetreten werden müssen. Auch das kann eine falsche
Eigenwahrnehmung sein.
Werner Tann
2019-12-29 11:43:25 UTC
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Post by Ralf Segschneider
Ja, das kann eine falsche Eigenwahrnehmung sein. Genauso kann das auch
sein, wenn jemand sich dazu befähigt fühlt, über andere zu urteilen,
dass Leute rausgetreten werden müssen. Auch das kann eine falsche
Eigenwahrnehmung sein.
Dafür einzutreten, dass auf einem umkämpften Arbeitsmarkt die Jüngeren
zum Zug kommen, dass überhaupt möglichst viele einen Job haben, hat
nichts mit "Eigenwahrnehmung" zu tun, sondern ist ganz im Gegenteil
ein sozialer Ansatz. Es ging um Sesselkleber, die das Pensionsalter
erreicht haben. Deren Motivation, weiterhin arbeiten zu wollen, ist
überwiegend und in den meisten Fällen Eigennutz: Geldgier,
Selbstüberschätzung, Arbeitssucht.
Cornell Binder
2019-12-28 17:19:20 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Ralf Segschneider
Post by Werner Tann
Solche Sagas sterben nicht. Aber sie sollten zeitgerecht in Pension
gehen, ehe sie sich selbst demontieren. Gilt z. B. auch für Bands.
Und wer soll bestimmen, wann es zeitgerecht ist?
Die Macher bzw. Finanziers. Und wenn die Rezipienten finden, dass sie
Mist abgeliefert haben bzw. eigentlich ganz aufhören sollten, ist das
ihr gutes Recht. [...]
Gerade die Finanziers machen die Sache so komplex. Das sind
ja nicht unbedingt einzelne Personen die mal in ihre Privat-
schatulle greifen, sondern bei Börsen-notierten Unternehmen
von Kleinsparern bis hoch zu Pensions-Fonds die verschiedensten
Interessenten. Die haben einem Unternehmen Geld gegeben und
erwarten nun Rendite.

Es ist aus Anleger-Sicht sogar grundsätzlich möglich auf
jurstischem Weg gegen Geschäftsführung und/oder Aufsichtsräte
vorzugehen, wenn "falsche" Entscheidungen getroffen werden.

Klar ist es dann alles andere als einfach zu entscheiden,
was die richtige Renditestrategie ist. Es kann sinnvoll sein
sofort maximal auszuwerten, wenn eine IP garantiert keine
Zukunft hat, statt langsam zu melken. Es kann umgekehrt sinn-
voll sein langsam zu melken, statt eine Ermüdung zu riskieren.
Aber es wird oft schwer zu erklären, warum gar kein melken
mehr im Sinne der Anlegen seien soll. >:)

Hier muß man klar festhalten, daß es hierbei nicht um die
Bereicherung der Kunstlandschaft geht und Künstler vor der
Frage stehen, ob sie noch etwas beizutragen haben, oder
nicht. Disney setzt nur die Lucas'sche Tradition fort, aus
einer Idee soviel Geld wie möglich rauszuholen.
Post by Werner Tann
Z. B. kann ich das "oh mein Gott, er ist tot - ätsch, nein, doch
nicht" nicht mehr sehen: Palpatine, Kylo, Rey ... Rasend komplex war
die Handlung auch nie. Dass im letzten Augenblick der Schlacht eine
Masse an Raumschiffen der Unterdrückten auftaucht, ist naiv. [...]
Ähm, wir reden hier von Star Wars. Das hat noch nie mit
ausgeklügelter Dramaturgie oder so brilliert. Das war aber
in der Vergangenheit noch nie ein großer Hinderungsgrund
für Millionen Spaß dran zu haben.

Da muß man dann als Aussenstehender lernen zu akzeptieren,
daß Menschen gibt die von Dingen begeistert sind, zu denen
man selbst nur den Kopf schüttelt.


Irgendwas muß an Star Wars dran sein, daß nachwievor Massen
begeistert. Wenn man das allein mit Marketing kaufen könnte,
müßte es noch viel mehr solcher Sagas geben. Auch Banalität
alleine reicht nicht, denn es gibt genügend Stoff in den
Kinos der sogar noch banaler ist, etc.


CoBi
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Cornell Binder
2019-12-28 17:04:41 UTC
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Post by Ralf Segschneider
Und wer soll bestimmen, wann es zeitgerecht ist? Ein paar Fans, die laut
sind? Da finde ich es besser so, wie es ist. Die Macher bestimmen, ob
sie weiter machen und jeder einzelne bestimmt, ob er das konsumiert. Und
wenn ich das nicht möchte, ist mir egal, ob die Reihe fortgeführt wird.
Bei Star Wars kann man den Trend, der hier auch wieder deutlich wird,
besonders gut sehen. Episode 6: Wie konnte man nur den Abschluss so mies
machen? Reicht überhaubt nicht an die Qualität der ersten beiden
Episoden ran. Dann Episoden 1-3: Großer Quark, reicht überhaupt nicht an
die Qualität der Episoden 4-6 ran. Danach Episoden 7-9: Wie toll waren
dagegen die ersten 6 Episoden.
Sorry, aber 1-3 als besser als 7-9 zu bezeichnen ist
lächerlich. Wann hast Du zum letzten Mal 1-3 gesehen?
Post by Ralf Segschneider
Ich bin mal gespannt, wie gut im Nachhinein 7-9 gewertet werden, wenn
wir hoffentlich Episode 13 sehen können. :-)
7-9 haben auch ihre Probleme, aber sie sind nicht mal
ansatzweise so schlecht, wie der ein oder andere einen
glauben machen möchte.


CoBi
--
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Ralf Segschneider
2019-12-29 10:16:44 UTC
Antworten
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-------- Original-Nachricht --------
Post by Cornell Binder
Sorry, aber 1-3 als besser als 7-9 zu bezeichnen ist
lächerlich. Wann hast Du zum letzten Mal 1-3 gesehen?
Lies bitte noch mal, was ich geschrieben habe. Da steht nirgendwo meine
eigene Meinung über einzelne Episoden. Mir fällt nur auf, wie viele sich
plötzlich positiv über die ersten beiden Trilogien äußern, seit es die
Neue gibt. Obwohl bei Erscheinen von Episode 1-3 diese oft verteufelt
wurden. Anscheinend wurden diese Episoden besser durch die Episoden 7-9.
Vielleicht Vergangenheitsverklärung.
Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.
Werner Tann
2019-12-29 11:43:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralf Segschneider
Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! Ein Fan-Kult, der sich gegen
Kritik abschottet, ist blind gegenüber dem Werk. Da sitzen die
Priester und Gläubigen zusammen und singen die heiligen Lieder. Und
wehe, da stört einer und wagt es, Zweifel zu äußern.
Andy Angerer
2019-12-29 14:22:55 UTC
Antworten
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Ralf Segschneider
Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! Ein Fan-Kult, der sich gegen
Kritik abschottet, ist blind gegenüber dem Werk. Da sitzen die
Priester und Gläubigen zusammen und singen die heiligen Lieder. Und
wehe, da stört einer und wagt es, Zweifel zu äußern.
Das hast jetzt sehr schön gesagt; wirklich.
--
**** Die andere Site ****
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Werner Tann
2019-12-29 14:57:53 UTC
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Permalink
Post by Andy Angerer
Post by Werner Tann
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! Ein Fan-Kult, der sich gegen
Kritik abschottet, ist blind gegenüber dem Werk. Da sitzen die
Priester und Gläubigen zusammen und singen die heiligen Lieder. Und
wehe, da stört einer und wagt es, Zweifel zu äußern.
Das hast jetzt sehr schön gesagt; wirklich.
Danke ;)
Cornell Binder
2019-12-29 14:54:16 UTC
Antworten
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Ralf Segschneider
Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! Ein Fan-Kult, der sich gegen
Kritik abschottet, ist blind gegenüber dem Werk. Da sitzen die
Priester und Gläubigen zusammen und singen die heiligen Lieder. Und
wehe, da stört einer und wagt es, Zweifel zu äußern.
Sorry, aber das ist doch nur die übliche Immunisierung des
Kritikers gegen eigene Kritik. "Du bist halt zu verblendet
um die Unfehlbarkeit meiner Aussage zu erkennen".

Es ist ja nicht so, daß hier bisher in diesem Thread über-
haupt eine Kritik jenseits von "die Luft ist raus" vorge-
tragen wurde. Wenn da jetzt jemand mit "für mich aber nicht"
antwortet, gleich mit "Du bist halt blind" zu reagieren, ist
schon a bisserl besonders.

Aber warum muss denn bitte nur der Fan die Kritik aushalten,
während es der Kritiker nicht aushalten muss, daß weiterhin
Werke existieren?

Das ist immer diese merkwürdige Hybris an "man muss auch mal
Kritik aushalten", die kommt, wenn ein Kritiker kritisiert
wird, der dabei gern selbst zeigt, daß es ihm nicht paßt,
wenn er kritisiert wird.


Es hat hier bisher überigens niemand das Hohe Lied auf Star
Wars gesungen und erklärt, daß es total supi ist und gegen
jede Kritik erhaben ist. Die Reaktion war eher, "okay, dann
gucks halt nicht". Das ist weit von einer Abschottung ent-
fernt.

Umgekehrt ist es eher übergriffig, wenn ein Kritiker ernst-
haft erwartet, daß andere nun auf etwas verzichten, was er
selbst nicht unterhaltsam findet.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
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Maik Koenig
2019-12-29 15:23:11 UTC
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Post by Cornell Binder
Es ist ja nicht so, daß hier bisher in diesem Thread über-
haupt eine Kritik jenseits von "die Luft ist raus" vorge-
tragen wurde.
Aha... dem möchte ich in Hinsicht auf mein OP dann doch mal widersprechen.

Greetz,
MK
--
Kopp-Verlag-Gläubige, Religionsdeppen, rechte Vollidioten
und ähnlicher Bio-Abfall werden ohne Hinweis ignoriert!
https://das-ist-afd.de/
Cornell Binder
2019-12-29 16:55:36 UTC
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Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Es ist ja nicht so, daß hier bisher in diesem Thread über-
haupt eine Kritik jenseits von "die Luft ist raus" vorge-
tragen wurde.
Aha... dem möchte ich in Hinsicht auf mein OP dann doch mal widersprechen.
Du hast völlig Recht. Offensichtlich sind sieben Tage zuviel
für meine Aufmerksamkeitsspanne. Asche auf mein Haupt.

Zumindest den Punkt der fehlenden Verklärung halte ich weiter-
hin aufrecht. (Zumindest solange bis er mir widerlegt wird.
Und nein, "finde ich nicht doof" ist keine Verklärung. >:) )


Mir ist vorhin nochmal so ein Gedanke zum Wesen der Kritik
gekommen. Sinn der Kulturkritik ist nach meiner Auffassung
dem Leser bei der Fragestellung ob er etwas konsumieren soll
oder nicht, zur Hand zu gehen. Auf Dinge hinweisen die kon-
sumierenswert sind, von Dinge abraten die Zeitverschwendung
wären. Aber auch losgelöst davon Einordung und Bewertung an-
hand von (Qualitäts)kriterien.

Doch wo ordnet man jetzt die Ansprache an den Produzenten
ein, die über die direkte Rückmeldung hinausgeht? Welche Art
von Kritik ist der Ratschlag sich anderen Dingen zu widmen?

Ist das ökonomische Fürsorge? Ist es der Glaube dem Rest der
Menschheit einen Gefallen zu tun, wenn man weitere (Mach)werke
so verhindern könnte? Ist es das Eingeständnis der eigenen
Schwäche zukünftigen Werke nicht ignorieren zu können? Ist
es Sorge zukpnftige Werke rezensieren zu müssen obwohl es
einem zuwider ist? Ist es Hilfe zum Schutz des Ansehens des
Werkschaffenden? Letzteres wäre ja schon irgendwie prophetisch.


Nur zu Klarstellung bevor einem jetzt wieder Fanboytum unter-
stellt wird, damit man sich nicht mit meinen Aussagen ausein-
andersetzen muss: Jeder der will darf Star Wars doof finden.
Jeder darf Star Wars kritisieren. Da gibts viele Gründe zu
und gerade unter den vermeintlich so verblendeten Fans findet
man üblicherweise die schärfsten Kritiker mit der kleinlichsten
Detailkritik. Aber natürlich gibt es auch eine große Masse,
der das alles egal ist. Der vor allem egal ist, was der ein
oder andere Kritik so denkt.

Und welch größere Kränkung könnte es für einen Kritiker geben,
als die verschmähte Kritik. Denn das ist ja auch ein Aspekt
von "man muß auch Kritik aushalten können". Die Angst das die
eigene Kritik einfach als irrelevant behandelt wird. Deswegen
ja auch immer schnell die verschiedenste Erklärungen, warum
Widerspruch zur Kritik selbst irrelevant ist und deswegen
die Kritik selbst gar nicht in Frage stellen kann.

Oder so.


Nur wieder für meinen Alzheimer: der Thread hat nicht diese
Tiefe erreicht, weil Deine inhaltliche Kritik ins Kreuzfeuer
geraten ist, sondern an Deiner Handlungsempfehlung Anstoß ge-
nommen wurde. (Warum dies dann mit Kritikunfähigkeit konflu-
iert wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar.)


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Ad Astra - Zu den Sternen ............................................. 2937
Midsommar ............................................................. 2936
The Kitchen: Queens of Crime .......................................... 2935
Maik Koenig
2019-12-29 17:51:51 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Es ist ja nicht so, daß hier bisher in diesem Thread über-
haupt eine Kritik jenseits von "die Luft ist raus" vorge-
tragen wurde.
Aha... dem möchte ich in Hinsicht auf mein OP dann doch mal widersprechen.
Du hast völlig Recht. Offensichtlich sind sieben Tage zuviel
für meine Aufmerksamkeitsspanne. Asche auf mein Haupt.
Gegessen ;).
Post by Cornell Binder
Zumindest den Punkt der fehlenden Verklärung halte ich weiter-
hin aufrecht. (Zumindest solange bis er mir widerlegt wird.
Und nein, "finde ich nicht doof" ist keine Verklärung. >:) )
Kann sein. Wobei ich für meinen Teil, wie schon im OP beschrieben, Ep7
sogar besser finde als 1 bis 3. Meine Verklärung scheint sich also in
Grenzen zu halten. Ehrlich gesagt finde ich sogar Rogue One besser als
Episode 6, das hängt sich allerdings vor allem an einer ganz bestimmten
Szene auf, die in der Syncro viel zu schmalzig daher kommt. Ich kenne da
bis Heute nicht die OV, leider.
Post by Cornell Binder
Mir ist vorhin nochmal so ein Gedanke zum Wesen der Kritik
gekommen. Sinn der Kulturkritik ist nach meiner Auffassung
dem Leser bei der Fragestellung ob er etwas konsumieren soll
oder nicht, zur Hand zu gehen. Auf Dinge hinweisen die kon-
sumierenswert sind, von Dinge abraten die Zeitverschwendung
wären. Aber auch losgelöst davon Einordung und Bewertung an-
hand von (Qualitäts)kriterien.
Ich diskutiere gerne und nichts ist besser für Diskussionen geeignet als
die eigene Meinung zu einem Massenthema ;).
Post by Cornell Binder
Doch wo ordnet man jetzt die Ansprache an den Produzenten
ein, die über die direkte Rückmeldung hinausgeht? Welche Art
von Kritik ist der Ratschlag sich anderen Dingen zu widmen?
Bei mir persönlich wäre es die Hoffnung, ein durchaus geliebtes
Universum nicht durch noch mehr Schrott vernichtet zu sehen. Was
allerdings ohnehin zu spät ist, denn das von mir wirklich geliebte
ehemalige Buchuniversum ist mit Episode 7 ermordet worden. Klar, es
kommen neue Bücher, aber die spielen halt alle in dieser "neuen" Welt
von SW.
Post by Cornell Binder
Nur zu Klarstellung bevor einem jetzt wieder Fanboytum unter-
stellt wird, damit man sich nicht mit meinen Aussagen ausein-
andersetzen muss: Jeder der will darf Star Wars doof finden.
Jeder darf Star Wars kritisieren. Da gibts viele Gründe zu
und gerade unter den vermeintlich so verblendeten Fans findet
man üblicherweise die schärfsten Kritiker mit der kleinlichsten
Detailkritik. Aber natürlich gibt es auch eine große Masse,
der das alles egal ist. Der vor allem egal ist, was der ein
oder andere Kritik so denkt.
Viele wollen einfach nur 2 Stunden unterhalten werden ohne viel
nachzudenken. Ich kann mich noch erinnern, als ich mit meiner damaligen
Freundin das erste Mal MI:2 gesehen habe. Da gibts eine Szene, da sagt
der Oberbösewicht zu einem Handlanger "und dann sagst Du mir Bescheid".
Das fand ich so dermassen dämlich als Text, dass ich den ganzen
restlichen Film darüber gemeckert habe. Meine Begleitung war so genervt
davon... uiuiui.
Post by Cornell Binder
Und welch größere Kränkung könnte es für einen Kritiker geben,
als die verschmähte Kritik. Denn das ist ja auch ein Aspekt
von "man muß auch Kritik aushalten können". Die Angst das die
eigene Kritik einfach als irrelevant behandelt wird. Deswegen
ja auch immer schnell die verschiedenste Erklärungen, warum
Widerspruch zur Kritik selbst irrelevant ist und deswegen
die Kritik selbst gar nicht in Frage stellen kann.
Ich vertrage Kritik meistens recht gut. Meine Kellerleichen stapeln sich
jedenfalls noch nicht bis unters Dach ;).
Post by Cornell Binder
Nur wieder für meinen Alzheimer: der Thread hat nicht diese
Tiefe erreicht, weil Deine inhaltliche Kritik ins Kreuzfeuer
geraten ist, sondern an Deiner Handlungsempfehlung Anstoß ge-
nommen wurde. (Warum dies dann mit Kritikunfähigkeit konflu-
iert wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar.)
Ich finde es durchaus bemerkenswert, dass beide Subthreads tatsächlich
nur diesen kleinen Satz zitiert haben. Aber andersrum: Wer schweigt
stimmt zu, demnach ist meine restliche Kritik also auf Gegenliebe
gestossen :).

Greetz,
MK
--
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https://das-ist-afd.de/
Cornell Binder
2019-12-29 19:23:15 UTC
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Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Doch wo ordnet man jetzt die Ansprache an den Produzenten
ein, die über die direkte Rückmeldung hinausgeht? Welche Art
von Kritik ist der Ratschlag sich anderen Dingen zu widmen?
Bei mir persönlich wäre es die Hoffnung, ein durchaus geliebtes
Universum nicht durch noch mehr Schrott vernichtet zu sehen. Was
allerdings ohnehin zu spät ist, denn das von mir wirklich geliebte
ehemalige Buchuniversum ist mit Episode 7 ermordet worden. Klar, es
kommen neue Bücher, aber die spielen halt alle in dieser "neuen" Welt
von SW.
Aber die alten Filme sind doch noch da.

*kicher*

Gut, Star Wars ist für diesen Satz leider genau das falsche
Beispiel, da George leider nicht die bisherigen Werke unbe-
rührt gelassen hat, sondern ständig dran rumgeschraubt hat.

Wer die heute angebotene Fassung von Episode 6 sieht, wird
am Ende überrascht sein, wenn wir da einen ganz anderen
Annakin zu sehen bekommen, als das noch vor Episode 1-3 der
Fall war.


Im Endeffekt sind wir hier aber an dem Punkt, daß jeder
Künstler mit seinem Werk machen darf was er will. Dazu
gehört auch die Adaption bis hin zur Vernichtung.

Es war schon immer eine spannende Frage welchen Anspruch die
Öffentlichkeit auf die Zugänglichkeit welcher Fassung hat.

Gerade in Zeiten von Online-Lizenzen ist man hier ja hoffnungs-
los den Attitüden der Lizenzgeber ausgeliefert. Wo beim Buch
im Schrank kein Lektor vorbeischaut und Südseekönige einfügt,
kann das aufm Kindle passieren, wenn Amazon Inhalte zwangs-
updated, etc.


Grundsätzlich ist es aber ein unlösbares Problem. Vergurkte
Fortsetzungen kann man natürlich im Nachgang ignorieren,
aber die schlechte Erfahrung kann einem keiner nehmen. Um-
gekehrt kann man ohne Rezeption auch keine gute Erfahrung
machen. Schon der Erstkontakt ist ja ein Risko.

Ja, es gibt Momente wo man für sich selbst sagt, egal was
noch kommt. Mir egal. Mir reicht es bis hierhin. Solange man
dann nicht zwangsrezipieren muss (Hallo Clockwork Orange),
ändert sich für einen nichts. Wenn man natürlich am all-
täglichen Leben teilnimmt, mag das je nach Popularität des
Stoffes sehr, sehr schwer werden nichts mitzubekommen, was
einem die persönliche Erinnerung irgendwie trüben könnte.

Das ist dann aber irgendwo auch Lebensrisiko.

Selbst wenn man jetzt irgendwie dafür sorgen würde das die
Urheber eines Stoffes nicht mehr urheben können, würden
andere in die Bresche springen, wenn es finanziell vorteil-
haft ist. Ein Teufelskreis.


Ich finde da z.B. nachwievor die Hysterie (ja, das meine ich
genau so despektierlich) um die weiblichen Ghostbuster fasz-
inierend. Es hat sich absolut nichts an den alten Filmen
geändert. Rein gar nichts. Die wurden nicht umgedeutet, es
ist keine Fortsetzung. Es gab einfach nur eine neue
Adaption. Und ein Teil des Publikumns ist in einer Art und
Weise durch die Decke gegangen und hat auch die Schau-
spielerinnen öffentlich beleidigt, daß einem die Spucke
weggeblieben ist. Es gibt dann doch schon einen Unterschied
ob man einfach nur eine Adaption unnötig und doof findet,
oder ob man z.B. in den asozialen Medien direkt Beteiligte
anpampt.

Hat's was gebracht? Nö. Die Adapation existiert. Ja, sie hat
ihre Fehler. Aber sie hat auch Dinge die gelungen sind. Und
das wichtigste: niemand der nicht wollte mußte sich den Film
anschauen. Die alten Filme sind weiterhin verfügbar. Es gab
keine Zensur-Gangs die mit Gewalt alte DVDs gegen neue
ersetzt haben, o.ä.

Zumindest beim kommenden Teil der Reihe scheint es diese
Form nicht zugeben. Wobei die Fallhöhe jetzt noch besser
wäre. Jetzt könnte man "Kinder" online belästigen, wenn man
der Meinung wäre, daß der Film nicht existieren darf.
Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Nur wieder für meinen Alzheimer: der Thread hat nicht diese
Tiefe erreicht, weil Deine inhaltliche Kritik ins Kreuzfeuer
geraten ist, sondern an Deiner Handlungsempfehlung Anstoß ge-
nommen wurde. (Warum dies dann mit Kritikunfähigkeit konflu-
iert wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar.)
Ich finde es durchaus bemerkenswert, dass beide Subthreads tatsächlich
nur diesen kleinen Satz zitiert haben. Aber andersrum: Wer schweigt
stimmt zu, demnach ist meine restliche Kritik also auf Gegenliebe
gestossen :).
Naja, vielmehr war wohl nicht genug drin um für Widerspruch
Energie aufzuwenden. Ist ja hier niemand zur Gegenrede ver-
pflichtet. Das macht man nur wenn man will.

Wir könnten umgekehrt auch sagen, daß der minmale Zuspruch
eher ein Beleg dafür ist, daß Du allein auf weiter Flur
stehst. >:)


CoBi
--
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Maik Koenig
2019-12-29 19:57:36 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Doch wo ordnet man jetzt die Ansprache an den Produzenten
ein, die über die direkte Rückmeldung hinausgeht? Welche Art
von Kritik ist der Ratschlag sich anderen Dingen zu widmen?
Bei mir persönlich wäre es die Hoffnung, ein durchaus geliebtes
Universum nicht durch noch mehr Schrott vernichtet zu sehen. Was
allerdings ohnehin zu spät ist, denn das von mir wirklich geliebte
ehemalige Buchuniversum ist mit Episode 7 ermordet worden. Klar, es
kommen neue Bücher, aber die spielen halt alle in dieser "neuen" Welt
von SW.
Aber die alten Filme sind doch noch da.
Du sagst es ja schon selbst, schlechtes Beispiel. Mir ging es aber auch
ausdrücklich um das Buchuniversum. Es gibt bei Star Wars (bzw leider
"gab") wirklich verdammt gute Bücher, welche die Filme nach Ep 6
fortsetzen. Und das in einer Art und Weise, die für das Universum wie
geschaffen sind.

Aber leider sind die nun alle nichts mehr wert.

Greetz,
MK
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https://das-ist-afd.de/
Cornell Binder
2019-12-29 21:43:04 UTC
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Post by Maik Koenig
Du sagst es ja schon selbst, schlechtes Beispiel. Mir ging es aber auch
ausdrücklich um das Buchuniversum. Es gibt bei Star Wars (bzw leider
"gab") wirklich verdammt gute Bücher, welche die Filme nach Ep 6
fortsetzen. Und das in einer Art und Weise, die für das Universum wie
geschaffen sind.
Aber leider sind die nun alle nichts mehr wert.
Wieso? Zerfallen die jetzt spontan zu Staub?


CoBi
--
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Andy Angerer
2019-12-30 14:30:04 UTC
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Post by Maik Koenig
Viele wollen einfach nur 2 Stunden unterhalten werden ohne viel
nachzudenken. Ich kann mich noch erinnern, als ich mit meiner damaligen
Freundin das erste Mal MI:2 gesehen habe. Da gibts eine Szene, da sagt
der Oberbösewicht zu einem Handlanger "und dann sagst Du mir Bescheid".
Das fand ich so dermassen dämlich als Text, dass ich den ganzen
restlichen Film darüber gemeckert habe. Meine Begleitung war so genervt
davon... uiuiui.
Mit Recht; das macht man gefälligst _nach_ dem Film!
--
**** Die andere Site ****
(mit den anderen Links)
www.angerer-bodenlos.de
Ralf Segschneider
2019-12-30 09:26:04 UTC
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Post by Werner Tann
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! Ein Fan-Kult, der sich gegen
Kritik abschottet, ist blind gegenüber dem Werk. Da sitzen die
Priester und Gläubigen zusammen und singen die heiligen Lieder. Und
wehe, da stört einer und wagt es, Zweifel zu äußern.
Mhhh, wo habe ich gesagt, dass du keine Kritik üben sollst?
Werner Tann
2019-12-30 12:32:57 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralf Segschneider
Post by Werner Tann
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! [...]
Mhhh, wo habe ich gesagt, dass du keine Kritik üben sollst?
Du hast gesagt:
| Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
| einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
| verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
| Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.

1./2. Satz: Du versteht die Kritik nicht.
3. Satz: Du forderst "Toleranz", anderen ihren Spaß zu gönnen.

Wenn das kein Aufruf zum Klappehalten ist, wie ist man dann in deinem
Sinne "tolerant"?
Cornell Binder
2019-12-30 19:00:41 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Ralf Segschneider
Post by Werner Tann
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! [...]
Mhhh, wo habe ich gesagt, dass du keine Kritik üben sollst?
| Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
| einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
| verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
| Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.
1./2. Satz: Du versteht die Kritik nicht.
3. Satz: Du forderst "Toleranz", anderen ihren Spaß zu gönnen.
Wenn das kein Aufruf zum Klappehalten ist, wie ist man dann in deinem
Sinne "tolerant"?
Was genau ist die Kritik die Ralf nicht verstanden hat? Wenn
ich mich nicht irre, hat Ralf zumindest korrekt verstanden,
daß die Einstellung der Reihe gefordert wurde. Dem hat der OP
bisher auch nicht widersprochen.

Wenn man jetzt also der Forderung der Einstellung widerspricht,
hat man automatisch die Kritik nicht verstanden? Ist es absolut
unmöglich die Kritik zu verstehen und trotzdem keine Einstellung
zu fordern?

Denn das ist doch hier der Knackpunkt über den Du immer so
dezent drüberweggehst, wenn Du die Ablehnung der Einstellung
als Nichtverstehen der Kritik darstellst.

Ich kann problemlos alle Kritikpunkte verstehen und teilen
und trotzdem die Hoffnung haben, daß es in der Zukunft wieder
besser wird und mir deswegen weitere Teile wünschen.


Und auch Deine Behauptung eines Maulkorberlasses läuft ins
Leere. Ralf hat nicht verlangt, daß Star Wars nicht kritisiert
werden darf, wenn es einem nicht gefällt. Ralf hat nur der
Forderung widersprochen, daß etwas eingestellt werden sollte,
nur weil es dem OP nicht mehr gefällt.


Das ist auch der Teil der für mich so widersprüchlich ist.
Man muß die Kritik ertragen, aber der Kritiker darf für sich
sogar fordern, das er zukünftig kein Werk mehr ertragen muß.


CoBi
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Maik Koenig
2019-12-30 20:02:21 UTC
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Post by Cornell Binder
Was genau ist die Kritik die Ralf nicht verstanden hat? Wenn
ich mich nicht irre, hat Ralf zumindest korrekt verstanden,
daß die Einstellung der Reihe gefordert wurde. Dem hat der OP
bisher auch nicht widersprochen.
Ich würde es Bitte nennen, nicht Forderung, aber ja, das war die Aussage
des betroffenen Absatzes.
Post by Cornell Binder
Ich kann problemlos alle Kritikpunkte verstehen und teilen
und trotzdem die Hoffnung haben, daß es in der Zukunft wieder
besser wird und mir deswegen weitere Teile wünschen.
Sicher. So wie ich mir wünschen darf, dass es aufhört, darfst Du dir
wünschen, das es weiter geht. Wünsche sind Gedanken und die sind, noch
jedenfalls, frei.
Post by Cornell Binder
Und auch Deine Behauptung eines Maulkorberlasses läuft ins
Leere. Ralf hat nicht verlangt, daß Star Wars nicht kritisiert
werden darf, wenn es einem nicht gefällt. Ralf hat nur der
Forderung widersprochen, daß etwas eingestellt werden sollte,
nur weil es dem OP nicht mehr gefällt.
Bitte, nicht Forderung.
Post by Cornell Binder
Das ist auch der Teil der für mich so widersprüchlich ist.
Man muß die Kritik ertragen, aber der Kritiker darf für sich
sogar fordern, das er zukünftig kein Werk mehr ertragen muß.
Die Logig ist bei Kritik immer schwierig. Da es immer irgendwen gibt der
dem widerspricht. Was natürlich dessen gutes Recht ist.

Aber Leute: Das wird hier OffTopic.

Greetz,
MK
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https://das-ist-afd.de/
Cornell Binder
2019-12-30 22:39:16 UTC
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Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Ich kann problemlos alle Kritikpunkte verstehen und teilen
und trotzdem die Hoffnung haben, daß es in der Zukunft wieder
besser wird und mir deswegen weitere Teile wünschen.
Sicher. So wie ich mir wünschen darf, dass es aufhört, darfst Du dir
wünschen, das es weiter geht. Wünsche sind Gedanken und die sind, noch
jedenfalls, frei.
Es ging um die Frage wieso Werner immer wieder darauf zu-
rückfällt, daß Leute die Deiner "Bitte" widersprechen Kritik
nicht verstehen würden.


CoBi
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Maik Koenig
2019-12-30 23:06:28 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Ich kann problemlos alle Kritikpunkte verstehen und teilen
und trotzdem die Hoffnung haben, daß es in der Zukunft wieder
besser wird und mir deswegen weitere Teile wünschen.
Sicher. So wie ich mir wünschen darf, dass es aufhört, darfst Du dir
wünschen, das es weiter geht. Wünsche sind Gedanken und die sind, noch
jedenfalls, frei.
Es ging um die Frage wieso Werner immer wieder darauf zu-
rückfällt, daß Leute die Deiner "Bitte" widersprechen Kritik
nicht verstehen würden.
OffTopic. Gewaltig sogar. Und durch deine reduzierten Zitate wird das
nur schlimmer.

OT -> FUP2p

Greetz,
MK
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Ich lese die Gruppen in denen ich schreibe: KEINE Mailkopie.
Cornell Binder
2019-12-31 15:26:07 UTC
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Post by Maik Koenig
Post by Cornell Binder
Es ging um die Frage wieso Werner immer wieder darauf zu-
rückfällt, daß Leute die Deiner "Bitte" widersprechen Kritik
nicht verstehen würden.
OffTopic. Gewaltig sogar. Und durch deine reduzierten Zitate wird das
nur schlimmer.
Ich habe explizit alles weggelassen, was schon diskutiert
wurde oder ohnehin klar war. Ich habe das stehen gelassen
was mein eigentlicher Knackpunkt der Frage an Werner war.

Werner wird da vermutlich nicht drauf antworten, das ist
okay. Du mußt nicht drauf antworten, wenn Du das alles für
Off-Topic hältst. Insoweit ist es auch an Dir hier das zu
vermeiden, was Du für Off-Topic hältst.


CoBi
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Ralf Segschneider
2019-12-31 15:57:46 UTC
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-------- Original-Nachricht --------
Post by Werner Tann
Post by Ralf Segschneider
Post by Werner Tann
Man sollte auch tolerant genug sein, Kritik an dem auszuhalten, woran
das eigene Herz hängt - oder gerade dann! [...]
Mhhh, wo habe ich gesagt, dass du keine Kritik üben sollst?
| Mich hat hier nur gestört, dass einige Leute dazu aufrufen, die Reihe
| einzustellen, weil sie Ihnen nicht mehr gefällt. Und das kann ich nicht
| verstehen. Man sollte schon tollerant genug sein, anderen Spaß an einer
| Sache zu gönnen, an der man selber keinen Spaß mehr hat.
1./2. Satz: Du versteht die Kritik nicht.
3. Satz: Du forderst "Toleranz", anderen ihren Spaß zu gönnen.
Wenn das kein Aufruf zum Klappehalten ist, wie ist man dann in deinem
Sinne "tolerant"?
Wollte zuerst lange darauf antworten, bis ich die Mail von Cornell
gelesen habe. Anders kann ich das auch nicht ausdrücken. Wenn man
möchte, dass eine Reihe eingestellt wird, ist das keine Kritik, sondern
eine Forderung - ich habe noch weiter gelesen, von mir aus auch eine
Bitte :-) und das finde ich blöd. Mehr nicht. Selbst wenn ich keine
Kritikpunkte an der letzten Episode hätte, könnte ich doch mit Kritik
leben. Schlimmstenfalls würde ich denken, ich habe recht und er unrecht. :-)
Werner Tann
2019-12-31 18:37:35 UTC
Antworten
Permalink
Post by Cornell Binder
Wenn man
möchte, dass eine Reihe eingestellt wird, ist das keine Kritik, sondern
eine Forderung - ich habe noch weiter gelesen, von mir aus auch eine
Bitte :-) und das finde ich blöd.
Was mich angeht, so habe ich geschrieben, dass die Serie zeitgerecht
in Pension gehen solle, ehe sie sich selbst demontiert. Ob das als
Forderung, Bitte, Wunsch oder Ratschlag zu verstehen war, weißt du
mangels Kontext gar nicht, mehr habe ich nämlich nicht geschrieben.

Aus dem nachgeschobenen Satz mit den Stars, die sich durch peinliche
Altersauftritte selbst demontieren (weil sie nicht mehr singen können,
ihr Instrument nicht mehr beherrschen usw.), hättest du schließen
können, dass meine Motivation dahinter eher die Sorge war, das
"Alterswerk" relativiere die alten Ruhmestaten, kratze an deren Lack.
Denn andererseits gibt es durchaus Künstler und Serien, die genial bis
zum Tod waren oder erst im Alter noch über sich hinauswuchsen.
Post by Cornell Binder
Selbst wenn ich keine
Kritikpunkte an der letzten Episode hätte, könnte ich doch mit Kritik
leben. Schlimmstenfalls würde ich denken, ich habe recht und er unrecht. :-)
Notfalls kannst du dir immer denken, es gibt zu allem (mindestens)
zwei Wahrheiten.

Cornell Binder
2019-12-29 14:44:33 UTC
Antworten
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Post by Ralf Segschneider
-------- Original-Nachricht --------
Post by Cornell Binder
Sorry, aber 1-3 als besser als 7-9 zu bezeichnen ist
lächerlich. Wann hast Du zum letzten Mal 1-3 gesehen?
Lies bitte noch mal, was ich geschrieben habe. Da steht nirgendwo meine
eigene Meinung über einzelne Episoden. Mir fällt nur auf, wie viele sich
plötzlich positiv über die ersten beiden Trilogien äußern, seit es die
Neue gibt.
Hättest Du für diese Wahrnehmung Beispiele? Ich habe überwiegend
das Gegenteil gelesen. Klar gibt es auch Stimme die 7-9 noch
schlechert als 1-3 finden, die sind in meiner Wahrnehmung aller-
dings in der deutlichen Minderheit.

Wenn man bedenkt daß es Schauempfehlungen gibt, die Episode
1 komplett auslassen!
Post by Ralf Segschneider
Obwohl bei Erscheinen von Episode 1-3 diese oft verteufelt
wurden. Anscheinend wurden diese Episoden besser durch die Episoden 7-9.
Vielleicht Vergangenheitsverklärung.
Vielleicht auch nur selektive Wahrnehmung, weil es sich mit
Deiner vermeintlich nicht geäußerten Meinung deckt?


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Ad Astra - Zu den Sternen ............................................. 2937
Midsommar ............................................................. 2936
The Kitchen: Queens of Crime .......................................... 2935
Stephan Seitz
2019-12-29 18:15:09 UTC
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Post by Cornell Binder
Hättest Du für diese Wahrnehmung Beispiele? Ich habe überwiegend
das Gegenteil gelesen. Klar gibt es auch Stimme die 7-9 noch
schlechert als 1-3 finden, die sind in meiner Wahrnehmung aller-
dings in der deutlichen Minderheit.
Ich empfinde 7 - 9 als weitaus schlechter, gar katastrophal. Aber das
hat an sich nichts mit den Filmen selber zu tun. Außer kurzen
Erläuterungen und Beschreibungen habe ich die nie gesehen.

Das hat damit zu tun, daß diese Filme das erweiterte Universum mit
seinen Büchern/Comics total zerstören.
Und diese Bücher/Comics entstanden alle mit GLs Erlaubnis und mit
Hilfe von LucasArts für die Fans, weil es jahrelang keine Filme mehr
gab.
GL hat sich damals den kürzeren Zeitraum vor Episode 4 für sich selber
vorbehalten, daher waren die Geschichten hier tausende Jahre vor ANH
angelegt. Aber nach ROTJ durfte es direkt losgehen, und so erleben wir
die Hochzeit von Han und Leia, das Aufwachsen ihrer drei Kinder, die
Neugründung der Jedi-Akademie usw (ja, nicht jede Geschichte war
fehlerfrei und/oder gut).

Schon die "Neugestaltung" der alten Trilogie schaffte es, Geschichten
zu verkorksen, weil Szenen in der Bar in Mos Eisley oder in Jabbas
Palast verändert wurden.

Die Episoden 1 - 3 waren eher in der Hinsicht enttäuschend, daß die
Umsetzung und die Fähigkeiten des noch völlig bestehenden Jedi-Ordens
zurückblieben, wenn man die Geschichten aus weitaus früherer Zeit
kannte (und natürlich Jarjar).
Aber man konnte da noch Erklärungen für finden.

Aber 7 - 9 löschen die ganzen Werke einfach so aus. Und das empfinde
ich als Respektlosigkeit gegenüber den Leuten, die versucht haben, das
Universum fehlerfrei zu erweitern, und gegenüber den Fans, die
mitgeholfen und Geld investiert haben, das natürlich auch wieder in
GLs Tasche geflossen ist.
Das ist ein Tritt in den Hintern und eine Demonstration, daß man die
Arbeit dieser Leute für wertlos hält.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@fsing.rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Cornell Binder
2019-12-29 19:40:08 UTC
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Permalink
Post by Stephan Seitz
Die Episoden 1 - 3 waren eher in der Hinsicht enttäuschend, daß die
Umsetzung und die Fähigkeiten des noch völlig bestehenden Jedi-Ordens
zurückblieben, wenn man die Geschichten aus weitaus früherer Zeit
kannte (und natürlich Jarjar).
Aber man konnte da noch Erklärungen für finden.
Aber 7 - 9 löschen die ganzen Werke einfach so aus. Und das empfinde
ich als Respektlosigkeit gegenüber den Leuten, die versucht haben, das
Universum fehlerfrei zu erweitern, und gegenüber den Fans, die
mitgeholfen und Geld investiert haben, das natürlich auch wieder in
GLs Tasche geflossen ist.
Das hat doch aber nicht mit den Filmen selbst zu tun,
sondern mit den Entscheidung des Rechteinhabers (hier halt
Disney nach der Übernahme).

Aber auch hier wieder die Frage: unterbindet Disney die
zukünftige Verfügbarkeit dieser Werke? D.h. hat derjenige
der das bisher noch nicht kannte keine Chance mehr, das noch
kennenzulernen, nur weil es nicht mehr Kanon ist?

Und was hat das mit den neuen Filmen zu tun? Es findet ja
explizit gar keine Auseinandersetzung damit statt.
Post by Stephan Seitz
Das ist ein Tritt in den Hintern und eine Demonstration, daß man die
Arbeit dieser Leute für wertlos hält.
Nö. Man sagt lediglich, daß auf diese Arbeit zukünftig nicht
mehr referenziert wird. Anspruch darauf hat sowieso keinerlei
Auftrags- oder Lizenzarbeit.

Aber ehrlichgesagt ist hier bei Star Wars absolut nichts
besonderes passiert. In der Welt der Comics passiert das ja
ständig. Mal mehr mal weniger durch innerweltliche Ereignisse
erklärt. Es dürfte Dutzende Meisterwerke geben, deren Storylines
und Figuren mit den aktuellen Zuständen nicht mehr vereinbar
sind oder gar komplett ausgelöscht.

Und für Werkschaffende die eine Lizenz erworben haben, wage
ich zu bezweifeln, daß sich aus den Verträgen ergibt, daß
ihre Neuschöpfungen bei zukünftigen Werken des Lizenzgebers
zwingend zu berücksichtigen sind.

Bei den X-Files gab's z.B. mal eine sehr spannende Comic-Reihe.
Aber als der Schreiber anfing seine eigenen Verschörer einzu-
führen, wurde schlichtweg zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Lizenz
terminiert, da das für Chris Carter ein nogo war.


Zurück zu Star Wars. Da ist meines Wissens nichts anderes
passiert, als das man entscheiden hat die Lore auszurümpeln
und bei den neuen Werken auf viele zwischenzeitliche Ent-
wicklungen zu ignorieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Nur weil Disney das nicht mehr berücksichtigt, muß der Fan
das doch nicht vergessen. Oder wurdest Du schon geblitz-
dingst?

Wo aber natürlich Protest notwendig ist, wenn diese alten
Werke der Öffentlichkeit entzogen werden. (Aktuell muss sich
ja Disney den Vorwurf gefallen lassen, viele Klassiker aus
der Fox-Library kleinen Kinos für Festivals nicht mehr zur
Verfügung zu stellen.)

Aber in Bezug auf Star Wars ist das leider nichts Böses was
durch Disney eingeführt wurde. George Lucas selbst ja schon
mehrfach an seinem Werk geschraubt und nur noch die neuen
Fassungen lizensiert.


CoBi
--
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Stephan Seitz
2019-12-29 21:05:42 UTC
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Post by Cornell Binder
Das hat doch aber nicht mit den Filmen selbst zu tun,
sondern mit den Entscheidung des Rechteinhabers (hier halt
Disney nach der Übernahme).
Das stimmt. Ich schrieb ja auch, daß meine Abneigung mit den Filmen
direkt nichts mit den Filmen selber zu tun hat.
Post by Cornell Binder
Aber auch hier wieder die Frage: unterbindet Disney die
zukünftige Verfügbarkeit dieser Werke? D.h. hat derjenige
der das bisher noch nicht kannte keine Chance mehr, das noch
kennenzulernen, nur weil es nicht mehr Kanon ist?
Nun ja, es gibt einige Werke, die schon damals eher schnell vom Markt
verschwanden, so daß du sie nur gebraucht bekommen hast (und manche
gar nicht mehr).
Ich kann dir jetzt nicht sagen, ob noch jemand eine Neuauflage von
Werken macht, die nicht mehr ins Universum passen. Und dann kann es
schon schwierig werden, eine Themenreihe vollständig zu bekommen.

Es ist ja nicht so, daß jeder Verlag gezwungen wird, beim Einstellen
des Drucks das Werk als eBook zu veröffentlichen (sei es kostenlos
oder nicht).

In der Hinsicht kann es tatsächlich passieren, daß du ein Werk nicht
mehr bekommst. Das gilt natürlich auch für Musik. Da sind manche CDs
auch nicht mehr erhältlich.
Post by Cornell Binder
Nö. Man sagt lediglich, daß auf diese Arbeit zukünftig nicht
mehr referenziert wird. Anspruch darauf hat sowieso keinerlei
Auftrags- oder Lizenzarbeit.
Sicher gibt es gar keinen Anspruch darauf. Aber wie gesagt finde ich
das respektlos gegenüber jemanden, der sich Arbeit gemacht hat.

Aber bezogen auf Bücher/Comics sind 7 - 9 ein Reboot der Geschichte ab
ROTJ. Und ich mag keine Reboots. Das gilt auch für die neuen Star
Trek-Filme oder die neuen James Bonds.

Wenn jemand nichts mehr einfällt, wie er eine Serie fortsetzen kann,
als "laß uns alles wegwerfen und nochmal neu anfangen", dann sollte
man die Serie lieber einstellen.
Post by Cornell Binder
besonderes passiert. In der Welt der Comics passiert das ja
ständig. Mal mehr mal weniger durch innerweltliche Ereignisse
Natürlich. Und wäre ich z.B. Fan, der die Marvel- oder DC-Comics von
Anfang an gekauft hätte, dann ginge mir die regelmäßige Neugestaltung
der Charaktere auf den Senkel. Das sind Reboots und dazu siehe oben.
;-)
Post by Cornell Binder
Nur weil Disney das nicht mehr berücksichtigt, muß der Fan
das doch nicht vergessen. Oder wurdest Du schon geblitz-
dingst?
Ne, aber ich nehme nicht an, daß es weiterhin Bücher geben wird, die im
"alten" Universum spielen.
Post by Cornell Binder
Wo aber natürlich Protest notwendig ist, wenn diese alten
Werke der Öffentlichkeit entzogen werden. (Aktuell muss sich
Hm, wie nennst du das, wenn Werke nicht mehr aufgelegt werden?

Shade and sweet water!

Stephan
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Cornell Binder
2019-12-29 21:42:04 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Wo aber natürlich Protest notwendig ist, wenn diese alten
Werke der Öffentlichkeit entzogen werden. (Aktuell muss sich
Hm, wie nennst du das, wenn Werke nicht mehr aufgelegt werden?
Das ist wie immer nicht so einfach. Das andere Extrem sind
ja verwaiste Werke wo der aktuelle Rechtinhaber unklar ist
und selbst wenn jemand wöllte erst noch ein paar Hürden
übersprungen werden müssen.

Dann gibt es Werke wo der aktuelle Inhaber sagt: ist nicht
wirtschaftlich. Da verlieren wir mehr Geld mit einer
notwendigen Aufarbeitung, als das wir nachher wieder an
denjenigen verdienen die uns Geld geben wollen.

Und es gibt eben auch Künstler/Urheber die von ihrem Recht
Gebrauch machen keine weitere Verwertung zuzulassen. Recht-
lich muss man hier leider bis zum Verstreichen der letzen
entsprechenden "Kontroll"rechte warten, bis die Werke ge-
meinfrei werden.


Im Falle von Disney und alten Kinofilmen hatte ich z.B.
gehofft das im Rahmen der Fox-Übernahme die Kartellämter
Disney untersagt wird Doppel-Mieten "anzubieten". Also d.h.
wenn ich Film X von Disney zeigen will, muss ich vorher auch
Film Y abnehmen. (Hat man alles schonmal gemacht). Da Disney
gerade so 80% des Blockbuster-Ausstoßes in Hollywood in
seiner Hand hat, könnte Disney auf diese Weise fast allen
Kinos den Spielplan diktieren, wenn man zukünftig noch
Zugriff auf Disney haben will. Inwieweit eine Regelung
aussehen könnte, die Disney zwingt Zugang zu alten Filmen
anzubieten, ist unklarer. Da man dort ja auch irgendwie
die Vergütung regulieren müßte, etc.


Am Ende bleibt halt nur Protest in der Hoffnung das der
Rechteinhaber erweicht wird, die Werke doch in einer
brauchbaren Form freizugeben.

Und es muß auch vom Gesetzgeber darauf geachtet werden, daß
der Marktzugang nicht erschwert wird. Es ist ja nachwievor
mit jedem Jahr leichter Filme zu produzieren denn zuvor.


CoBi
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Stephan Seitz
2019-12-29 22:02:20 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Stephan Seitz
Hm, wie nennst du das, wenn Werke nicht mehr aufgelegt werden?
Das ist wie immer nicht so einfach. Das andere Extrem sind
ja verwaiste Werke wo der aktuelle Rechtinhaber unklar ist
und selbst wenn jemand wöllte erst noch ein paar Hürden
übersprungen werden müssen.
Sicher, deshalb gibt es ja angeblich immer noch nicht die letzten
Staffeln der Muppet Show.
Da haben wir dann sogar den Bruch, daß aus einer TV-Serie eine DVD
gemacht werden soll, was wieder Extraverhandlungen bedeutet.

Andere Beispiele sind z.B. das Umlizenzieren eines
Open-Source-Software-Projektes. Da muß auch erstmal jeder ehemalige
Beteiligte gefragt werden, ansonsten muß sein Code-Anteil entfernt
werden.
Post by Cornell Binder
Dann gibt es Werke wo der aktuelle Inhaber sagt: ist nicht
wirtschaftlich. Da verlieren wir mehr Geld mit einer
notwendigen Aufarbeitung, als das wir nachher wieder an
denjenigen verdienen die uns Geld geben wollen.
Sorry, das ist ein Grund, den ich nicht gelten lasse. Das Werk dann in
einem Raw-Format z.B. der Gutenberg-Gemeinde zu geben, dürfte kein
wirklicher Aufwand sein.
Post by Cornell Binder
Und es gibt eben auch Künstler/Urheber die von ihrem Recht
Gebrauch machen keine weitere Verwertung zuzulassen. Recht-
Stimmt. Da bin ich schon bei Audio-CDs drüber gestolpert.

Es ist allerdings für Außenstehende schwer, den wirklichen Grund
herauszufinden.
Post by Cornell Binder
Im Falle von Disney und alten Kinofilmen hatte ich z.B.
gehofft das im Rahmen der Fox-Übernahme die Kartellämter
Disney untersagt wird Doppel-Mieten "anzubieten". Also d.h.
Naja, da gibt es einige Lex Disney. Micky und Co. müßten eigentlich
schon lange gemeinfrei sein, aber die Ausnahme wird immer wieder
verlängert. :-(

Shade and sweet water!

Stephan
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Cornell Binder
2019-12-30 18:49:28 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Dann gibt es Werke wo der aktuelle Inhaber sagt: ist nicht
wirtschaftlich. Da verlieren wir mehr Geld mit einer
notwendigen Aufarbeitung, als das wir nachher wieder an
denjenigen verdienen die uns Geld geben wollen.
Sorry, das ist ein Grund, den ich nicht gelten lasse. Das Werk dann in
einem Raw-Format z.B. der Gutenberg-Gemeinde zu geben, dürfte kein
wirklicher Aufwand sein.
Darüber wieviel Aufwand notwendig ist um das Material
Dritten zu übergeben, können wir nur spekulieren. Worst case
ist hier oft, daß das in irgendwelchen Lagern liegt die mal
umgeräumt wurden, wo keiner mehr weiß wo was ist. Man ist
sich nur sicher das es da ist und dann hat man erstmal Auf-
wand drauf zuzugreifen. Es gibt ja auch immer wieder
Berichte über spektakuläre Funde von Material was an den
absurdesten Orten auftaucht.

Aber was ich gerade nicht ganz verstehe, warum der Urheber
das Material gemeinfrei machen soll, nur weil er für sich
keine wirtschaftliche Auswertung sieht? Weil ich *aktuell*
nichts dran verdienen kann, soll ich es verschenken?

Vielleicht muß ich ja nur fünf Jahre warten und dann gibts
gerade irgendeinen Retro-Hype und alles brummt wieder. Dann
hätte ich aber nichts mehr von, weil es dann bereits via
Gutenberg gemeinfrei ist.
Post by Stephan Seitz
Es ist allerdings für Außenstehende schwer, den wirklichen Grund
herauszufinden.
Jupp. Gerade bei verwaisten Werken braucht es dann ein paar
"Verrückte" die ihre Lebenszeit und Energie darauf ver-
wenden herauszufinden bei wem aktuell eigentlich die Rechte
liegen. Und selbst wenn man dann am Ende den Inhaber aus-
findig gemacht hat, zuckt der nur mit den Schultern und ist
an einer Auswertung nicht interessiert, weil ihm die Rechte
im Rahmen von irgendwelchen Massendeals, Insolvenzübernahmen
etc einfach so zugefallen sind.
Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Im Falle von Disney und alten Kinofilmen hatte ich z.B.
gehofft das im Rahmen der Fox-Übernahme die Kartellämter
Disney untersagt wird Doppel-Mieten "anzubieten". Also d.h.
Naja, da gibt es einige Lex Disney. Micky und Co. müßten eigentlich
schon lange gemeinfrei sein, aber die Ausnahme wird immer wieder
verlängert. :-(
Gut, daß ist jetzt wieder was ganz anderes und partiell ver-
stehe ich hier die Motivation. Wenn es darum geht das ein
konkretes Werk gemeinfrei wäre, nehmen wir Steam Boat Willy
als Film und so, dann hat Disney in der Tat genug Zeit gehabt
damit Geld zu verdienen. Es gibt da aber auch Interpretationen
die die grundsätzliche Existenz von Mickey als gemeinfrei
betrachten. Also das jetzt jeder wie er will mit der Maus
machen kann was er will ohne an Disney Lizenzen zahlen zu
müssen oder sich gar eine Erlaubnis zu holen.

Vielleicht wäre hier wirklich etwas wie das Patentsystem
sinnvoller. Man hat ein Fenster für die Auswertung und
danach ist es allgemeinfrei. Völlig unabhängig wer davon wie
lange lebt. Denn das ist wirklich so ein merkwürdiger Aspekt
bei personenabhängigen Urheberrecht (Auftragswerke sind da
ja etwas anders), daß nicht ganz klar ist, warum zwei Nach-
folgegenerationen Anspruch auf Erlöse aus der Arbeit des
Vorfahren haben.


CoBi
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Stephan Seitz
2019-12-31 12:36:54 UTC
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Post by Cornell Binder
Darüber wieviel Aufwand notwendig ist um das Material
Dritten zu übergeben, können wir nur spekulieren. Worst case
ist hier oft, daß das in irgendwelchen Lagern liegt die mal
umgeräumt wurden, wo keiner mehr weiß wo was ist. Man ist
sich nur sicher das es da ist und dann hat man erstmal Auf-
wand drauf zuzugreifen. Es gibt ja auch immer wieder
Berichte über spektakuläre Funde von Material was an den
absurdesten Orten auftaucht.
Sicher, aber das sind Funde von Material, die eigentlich nie
"veröffentlich" waren. Wenn z.B. eine der alten Folgen von Dr. Who
auftaucht, dann liegt es daran, daß die Aufnahme im Prinzip nur für
die einmalige TV-Ausstrahlung gemacht wurde. Danach konnten die Bänder
wieder gelöscht werden. Eine spätere VHS- oder DVD-Veröffentlichung
hat damals keiner vorhersehen können.

Oder du meinst Materialfunde wie Bilder von alten Künstlern oder alte
Autos in Scheunen, aber das paßt nicht so ganz zu unserer
Film/Buch-Diskussion.

Ich glaube nicht, daß heute noch Bücher mit Druckplatten von Hand
bestückt werden. Das ist doch alles digital, und damit ist der
Lagerbedarf auch drastisch gesunken.
Post by Cornell Binder
Aber was ich gerade nicht ganz verstehe, warum der Urheber
das Material gemeinfrei machen soll, nur weil er für sich
keine wirtschaftliche Auswertung sieht? Weil ich *aktuell*
nichts dran verdienen kann, soll ich es verschenken?
Gemeinfrei war ein Beispiel, weil der Urheber keine Arbeit mehr haben
sollte. Er kann es natürlich auch als eBook aufbereiten und verkaufen.
Das ist ein einmaliger Aufwand und vermutlich ein recht kleiner, weil
die Quelle schon digital vorliegt.
Post by Cornell Binder
Vielleicht muß ich ja nur fünf Jahre warten und dann gibts
gerade irgendeinen Retro-Hype und alles brummt wieder. Dann
Und wenn du Pech hast und es gibt keinen Retro-Hype, dann vergammelt
das Werk noch in 30 Jahren.
Post by Cornell Binder
damit Geld zu verdienen. Es gibt da aber auch Interpretationen
die die grundsätzliche Existenz von Mickey als gemeinfrei
betrachten. Also das jetzt jeder wie er will mit der Maus
machen kann was er will ohne an Disney Lizenzen zahlen zu
müssen oder sich gar eine Erlaubnis zu holen.
Ich glaube nicht, daß du damit durch kämest, eine Mickey-Geschichte
ohne die Erlaubnis von Disney zu veröffentlichen.
Post by Cornell Binder
Vielleicht wäre hier wirklich etwas wie das Patentsystem
sinnvoller. Man hat ein Fenster für die Auswertung und
Hm, ich dachte, das Urheberrecht regelt das? 70 Jahre nach dem Tod des
Autors verfallen die Rechte. Es muß halt nur konsequent umgesetzt
werden.

Guten Rutsch!

Stephan
--
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Cornell Binder
2019-12-31 15:14:05 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Darüber wieviel Aufwand notwendig ist um das Material
Dritten zu übergeben, können wir nur spekulieren. Worst case
ist hier oft, daß das in irgendwelchen Lagern liegt die mal
umgeräumt wurden, wo keiner mehr weiß wo was ist. Man ist
sich nur sicher das es da ist und dann hat man erstmal Auf-
wand drauf zuzugreifen. Es gibt ja auch immer wieder
Berichte über spektakuläre Funde von Material was an den
absurdesten Orten auftaucht.
Sicher, aber das sind Funde von Material, die eigentlich nie
"veröffentlich" waren. Wenn z.B. eine der alten Folgen von Dr. Who
auftaucht, dann liegt es daran, daß die Aufnahme im Prinzip nur für
die einmalige TV-Ausstrahlung gemacht wurde. Danach konnten die Bänder
wieder gelöscht werden. Eine spätere VHS- oder DVD-Veröffentlichung
hat damals keiner vorhersehen können.
Oder du meinst Materialfunde wie Bilder von alten Künstlern oder alte
Autos in Scheunen, aber das paßt nicht so ganz zu unserer
Film/Buch-Diskussion.
Nein. Ich meine schon Originalmaterial. Aber ich denke da
eben nicht an Mega-Blockbuster oder -Serien, sondern an eher
kleinere Werke, deren Quellen nicht dauerhaft gepflegt werden.
Da kam mal was in die Kinos oder ins Fernsehen und dann
gings in die Archive. Vielleicht gab's mal nen billigen
Abzug auf DVD aber dann gings wieder in die Archive.

Ich glaube es gibt aus dem Monty Python Dunstkreis die Anek-
doten daß eine Comedy-Serie eines Gründes in den BBC-Archiven
nur überlebte, weil sie unter Geschichte archiviert war und
nicht unter Humor. Es war wohl in den 80ern als sich niemand
vorstellen konnte, daß bestimmte Dinge nochmal anders aus-
gewertet werden könnten, als beschloßen wurde im Humorarchiv
Platz zu schaffen und viel Originalmaterial endgültig ver-
nichtet wurde, weil es nie wieder im Fernsehen ausgestrahlt
werden würde.
Post by Stephan Seitz
Ich glaube nicht, daß heute noch Bücher mit Druckplatten von Hand
bestückt werden. Das ist doch alles digital, und damit ist der
Lagerbedarf auch drastisch gesunken.
Bei Büchern würde ja auch niemand die Druckplatten archivieren.
Da brauchts nur das entsprechende Manuskript.

Für's Kino bräuchten wir da zumindest die Kopiervorlage für
die Kinofassung. Aber die kann manchmal schon schlechterer
Qualität sein als das Originalmaterial, etc. Solche Vorlagen
können aber auch gern vernichtet worden sein, nachdem sie
nicht mehr benötigt werden, solange es noch das Original-
material und die zugehörigen Schnittanweisungen gab.

Klar, bei digitalen Quellen mag das anders aussehen. Aber
auch da würde ich mich nicht darauf verlassen, daß die
jederzeit direkt abrufbar sind.

Rechte an Werken zu besitzen und diese Werke direkt nutzbar
vorzuhalten sind zwei Paar Schuhe.
Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Aber was ich gerade nicht ganz verstehe, warum der Urheber
das Material gemeinfrei machen soll, nur weil er für sich
keine wirtschaftliche Auswertung sieht? Weil ich *aktuell*
nichts dran verdienen kann, soll ich es verschenken?
Gemeinfrei war ein Beispiel, weil der Urheber keine Arbeit mehr haben
sollte. Er kann es natürlich auch als eBook aufbereiten und verkaufen.
Das ist ein einmaliger Aufwand und vermutlich ein recht kleiner, weil
die Quelle schon digital vorliegt.
Das können aber trotz der Annahmen die Du hier triffst
weiterhin ein paar Tausend Euro oder Dollar sein, die
erstmal wer bezahlen muß.

So verlockend es ist davon auszugehen, daß das doch alles
kein Aufwand seien müsse und da jemand nur einen Dateianhang
an wen anderen schicken müßte, so komplex wird es in der
Realität sein. Die meisten Urheber haben ja nicht ohne Grund
Verlage die sich um sowas kümmern. Und wenn dann z.B. der
Vertrag mit dem Verlag ausgelaufen ist, hat man als Autor
nicht automatisch Zugriff auf die letzte veröffentlichte
Digitalfassung die man nun einfach jemand anderem geben
kann.


(Ich erlebe es gerade bei einer Autorin deren Vertrag mit
einem eBook-Verlag ausgelaufen ist. Deren Bücher sind auf
allen entsprechenden Plattformen nicht mehr neu kaufbar.
Aber es tauchen *nach und nach* neue Fassungen unter Eigen-
regie wieder auf. Offensichtlich hat sie für sich festge-
stellt, daß sie in Eigenleistung und Auftrag mehr von den
Einnahmen behält als durch den Verlag und ihre Werke sind
ihre eigenen und keine Auftragswerke für den Verlag. Jetzt
muß sie halt nur peu a peu eigene Fassungen erstellen
(lassen).
Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Vielleicht muß ich ja nur fünf Jahre warten und dann gibts
gerade irgendeinen Retro-Hype und alles brummt wieder. Dann
Und wenn du Pech hast und es gibt keinen Retro-Hype, dann vergammelt
das Werk noch in 30 Jahren.
Kein Angst, das ist mir voll und ganz bewußt. Meine große
Ernüchterung habe ich da mit dem Aufkommen der Streamer. Wo
es theoretisch möglich ist, jedes verfügbare Werk der Film-
kunst anzubieten, erleben wir halt leider nur den die
umsatzträchtigen Werke und den Z-Movie-Schund, den man
offensichtlich für 1 Cent kaufen kann.

Arthouse und Co. sind heute IMHO weniger verfügbar, als noch
zu Zeiten von DVDs. Als Amazon noch seinen DVD-Verleih hatte,
konnte man dort (zwar mit Wartezeit) aber doch sehr gut,
viele kleinere Filme leihen von denen man irgendwo gelesen
hatte. Da gab's mal nen kleine Auflage an DVDs, davon gab's
dann vielleicht 5 bei Amazon die dann aber auch genügten um
die paar Handvoll Leute zu befriedigen die das sehen wollten.

Hindernis für gemeinfreien Zugang bei Arthouse sind oft
leider Förderbedingungen. Zu denen gehört oft, daß nach
Möglichkeit die Fördersumme wieder zurückgezahlt werden
muss, und eine freie Verfügbarkeit unterläuft das dann. Hier
wären z.B. Förderung viel sinnvoller, die einen klaren Weg
in die Gemeinfreiheit vorsehen. So mit Fristen oder so. Man
hat 10 Jahre zur Auswertung und dann wird auf alles weitere
verzichtet und das Werk ist gemeinfrei.

(Ist ja ein analoges Problem mit den Mediatheken der ÖR.
Hier müßten die Summen die Drittproduzenten gezahlt werden
so erhöht werden, daß eine (realistische) eigene Nachver-
wertung keinen monetaren Vorteil bringen würde. Leider
drücken die ÖR aber eher die Summen, so daß es sich gerade
Doku-Produzenten sich gar nicht erlauben können, darauf zu
verichten.)
Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
damit Geld zu verdienen. Es gibt da aber auch Interpretationen
die die grundsätzliche Existenz von Mickey als gemeinfrei
betrachten. Also das jetzt jeder wie er will mit der Maus
machen kann was er will ohne an Disney Lizenzen zahlen zu
müssen oder sich gar eine Erlaubnis zu holen.
Ich glaube nicht, daß du damit durch kämest, eine Mickey-Geschichte
ohne die Erlaubnis von Disney zu veröffentlichen.
Ich habe das auch nicht vor. Ich gebe nur wieder, was im
Rahmen der Rechteverlängerungen immer wieder in den Raum
gestellt wird. Was genau passiert werden wird dann sowieso
vor einem Gericht entschieden. Egal wer von uns jetzt was
glaubt.
Post by Stephan Seitz
Post by Cornell Binder
Vielleicht wäre hier wirklich etwas wie das Patentsystem
sinnvoller. Man hat ein Fenster für die Auswertung und
Hm, ich dachte, das Urheberrecht regelt das? 70 Jahre nach dem Tod des
Autors verfallen die Rechte. Es muß halt nur konsequent umgesetzt
werden.
Ein Patent hat üblicherweise einen Schutzraum von 20 Jahren.
(Es wird je nach Land und Gebiet wie immer jede Menge
ausnahmen geben.)

Harry Potter wurde 1997 veröffentlicht. J.K. Rowling wurde
1965 geboren. Die Lebenserwartung für Menschen die 1965 in
Großbritannien geboren wurden, beträgt ca. 72 Jahre. Wenn
wir das jetzt mal einfach so als Lebenserwartung für Frau
Rowling übernehmen, wird der erste Band von Harry Potter
im Jahre 2107 gemeinfrei.

110 Jahre nach Veröffentlichung.


Wenn wir jetzt Filme nehmen, wird das noch komplizierte, da
sie aus Bild und Ton bestehen. Es war IIRC "Ist das Leben
nicht schön" der eigentlich als Auftragswerk gemeinfrei war,
aber die Rechte am Soundtrack fallen da irgendwie nicht
drunter. Da Tiomkin erst 1979 verstorben ist, kann man den
Film in seiner ursprünglichen Fassung nicht nutzen ohne die
Rechte am Soundtrack zu haben, die aber erst 2049 auslaufen
würden.


CoBi
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Ralf Segschneider
2019-12-30 10:15:46 UTC
Antworten
Permalink
Post by Cornell Binder
Hättest Du für diese Wahrnehmung Beispiele? Ich habe überwiegend
das Gegenteil gelesen. Klar gibt es auch Stimme die 7-9 noch
schlechert als 1-3 finden, die sind in meiner Wahrnehmung aller-
dings in der deutlichen Minderheit.
Ich halte es für durchaus möglich, dass du da recht hast. Ist eben im
Netz schwer geworden, so was zu zählen. Wenn du lange genug suchst,
findest du im Internet auch genug, fast unendlich viele, die die zweite
Trilogie besser als die Aktuelle finden. Es mag aber durchaus noch mehr
geben, die es andersrum fanden.
Post by Cornell Binder
Vielleicht auch nur selektive Wahrnehmung, weil es sich mit
Deiner vermeintlich nicht geäußerten Meinung deckt?
Den Nebensatz verstehe ich nicht. Vermeintlich kenne ich als anderes
Wort für irrtümlich oder anscheinend. Da kann ich jetzt nichts mit
anfangen. Wenn du meinst, mir gefiel Episode 1-3 besser als die letzten
Episoden? Nein! Ich gehe nicht mehr so oft ins Kino und habe mich damals
gefreut, dass es weitergeht und ich einen Grund habe, ins Kino zu gehen.
Dass ich dabei einiges verkläre und Sachen, die mir nicht so gefielen,
einfach geschluckt habe, steht außer Frage. Und ebenso, dass es Leute
gibt, die sich über die gleichen Sachen eben deutlich mehr aufregen.
Genau so war es für mich bei den letzten drei Episoden.
Cornell Binder
2019-12-30 18:38:39 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralf Segschneider
Post by Cornell Binder
Vielleicht auch nur selektive Wahrnehmung, weil es sich mit
Deiner vermeintlich nicht geäußerten Meinung deckt?
Den Nebensatz verstehe ich nicht. Vermeintlich kenne ich als anderes
Wort für irrtümlich oder anscheinend. Da kann ich jetzt nichts mit
anfangen. Wenn du meinst, mir gefiel Episode 1-3 besser als die letzten
Episoden?
Das habe ich vermutet, ja. Es gibt ja einen confirmation
bias, bei dem wir halt mehr das wahrnehmen was unsere
Ansicht bestätigt als widersprechendes. Insoweit kann die
Mitteilung einer Beobachtung Aufschluß darüber geben, ob-
wohl die eigene Ansicht nicht explizit mitgeteilt werden.
Muß natürlich nicht.


CoBi
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Andreas M. Kirchwitz
2019-12-23 00:50:20 UTC
Antworten
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Post by Maik Koenig
Ich kenne noch keine Zahlen, aber der Film wird sich sicher
refinanzieren. Ob er das verdient hat? Ich finde nein.
Habe den neuen noch nicht gesehen und auch keine Eile dabei,
da mich die Episoden 7 und 8 schon nicht begeistert haben.
Han Solo habe ich trotz mehrerer Versuche bis heute nicht bis
zum Ende durchgehalten.

Rogue One war der einzige Lichtblick, defintiv nicht perfekt, aber
hatte einen eigenen Charakter und hat sich nicht so verbissen bei
den alten Fans anbiedern wollen, was ironischerweise für mehr
Star-Wars-Feeling gesorgt hat als bei den aufwendiger produzierten
Haupt-Episoden.
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
The Mandalorian (TV-Serie) beweist ähnliche Rogue One, dass
spannende Geschichten im Star-Wars-Universum möglich sind.

Habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben ... Andreas
Cornell Binder
2019-12-25 18:04:53 UTC
Antworten
Permalink
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
Du kannst Dich entspannt zurücklehnen. Es wir nach aktuellem
Stand keine Trilogie nach Episode 9 geben.

Allerdings werden auf unbestimmte Zeit weiter Geschichten
aus dem Star Wars Universum erzählt werden. Die Schlagzahl
der Film wird jedenfalls erstmal reduziert. Es ist für
nächsten Winter kein Star Wars Film irgendeiner Form
angekündigt. Aber es wird garantiert welche geben.

Die Mandalorian-Serie zeigt ja gerade deutlich, daß da noch
genug Luft über ist, um ein Publikum völlig unerwartet zu
überraschen. Wo man während der ersten Folge fragt, was
jetzt eigentlich der Grund seien soll, daß noch weiter zu
schauen. (Nicht weil es schlecht ist, sondern weil es keine
klassische Fernseh-Serien-Action-Dramaturgie hat!) Und dann
passieren Dinge die im Internet die Memes explodieren
lassen.


In Star Wars selbst ist noch unglaublich viel Luft drin.
Aber um die Episoden 1-9 wird erstmal etwas Ruhe einkehren.

Man darf ja nicht vergessen, daß Disney einen langen Atem
hat. Für die ist das überhaupt keine Notwendigkeit alles mit
aller Macht sofort auszuwerten, sondern eben auf der
Resonanz des Publikums zu reiten.


Bezüglich Star Wars kann auch erwartet werden, was wir bei
Marvel schon hatten. Da wird tief in die Archive und Lore
gestiegen um dann Stoffe/Figuren auszugraben die bisher
vielleicht nur Hardcore-Fans bekannt (und bei ihnen beliebt)
waren um sie auf einmal in den Mainstream zu hieven. Man
werfe einen Blick auf die Guardians of the Galaxy zB. Mal
schauen was aus den Eternals wird (wobei da auch extrem
Starpower reingesteckt wurde.)

Disney wird Star Wars jedenfalls nicht freiwillig einmotten.
Das war teuer und wirft immer noch unglaublich viel Geld ab.
Sie müssen nur noch feinjustieren, auf welcher Flamme sie
den Stoff köcheln müssen.


CoBi
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Maik Koenig
2019-12-25 19:12:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Cornell Binder
Post by Maik Koenig
Lasst die Saga sterben. Sie hat es sich redlich verdient...
Du kannst Dich entspannt zurücklehnen. Es wir nach aktuellem
Stand keine Trilogie nach Episode 9 geben.
Darauf würde ich nicht wetten. Auch wenn diverse geplante Projekte
wieder abgesagt wurden. Episode 9 ist finanziell ein Erfolg, also kommt
auch Episode 10.
Post by Cornell Binder
Allerdings werden auf unbestimmte Zeit weiter Geschichten
aus dem Star Wars Universum erzählt werden. Die Schlagzahl
der Film wird jedenfalls erstmal reduziert. Es ist für
nächsten Winter kein Star Wars Film irgendeiner Form
angekündigt. Aber es wird garantiert welche geben.
Definitiv. Der Witz ist ja auch, Rogue One hat mir extrem gefallen. Bis
zu der jungen CGI-Leia, das war überflüssig.
Post by Cornell Binder
Die Mandalorian-Serie zeigt ja gerade deutlich, daß da noch
genug Luft über ist, um ein Publikum völlig unerwartet zu
überraschen. Wo man während der ersten Folge fragt, was
jetzt eigentlich der Grund seien soll, daß noch weiter zu
schauen. (Nicht weil es schlecht ist, sondern weil es keine
klassische Fernseh-Serien-Action-Dramaturgie hat!) Und dann
passieren Dinge die im Internet die Memes explodieren
lassen.
Ich habe mir inzwischen die ersten 3 Folgen angesehen. Ja, es passt. Und
vom 50jährigen abgesehen (und natürlich der Grundgeschichte) ignoriert
die Serie die Filme komplett. Sehr schön. Das ist halt mehr sowas wie
JAG und NCIS, die im selben "Serienuniversum" spielen, aber sonst nicht
viel miteinander zu tun haben.
Post by Cornell Binder
Bezüglich Star Wars kann auch erwartet werden, was wir bei
Marvel schon hatten. Da wird tief in die Archive und Lore
gestiegen um dann Stoffe/Figuren auszugraben die bisher
vielleicht nur Hardcore-Fans bekannt (und bei ihnen beliebt)
waren um sie auf einmal in den Mainstream zu hieven. Man
werfe einen Blick auf die Guardians of the Galaxy zB. Mal
schauen was aus den Eternals wird (wobei da auch extrem
Starpower reingesteckt wurde.)
Das Problem ist, dass 99% der Archive Heute quasi tot sind. Das was
früher "Extended Universe" genannt wurde. Thrawn ist das wohl
bekannteste Beispiel dafür.

Warum man nicht genau das verfilmt hat, ggf auch gerne mit neuen
Schauspielern, werde ich wohl nie verstehen. Die Geschichte passte perfekt.


Greetz,
MK
--
Kopp-Verlag-Gläubige, Religionsdeppen, rechte Vollidioten
und ähnlicher Bio-Abfall werden ohne Hinweis ignoriert!
https://das-ist-afd.de/
Karl-Josef Ziegler
2019-12-30 19:04:24 UTC
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Post by Maik Koenig
Das wars dann also. Erstmal, denn Disney wird den Geldesel ohne Zweifel
weiter melken.
Irgendwie kam mir Ep. 9 wie 'aufgewärmter Eintopf' vor. Schmeckt zwar
durchaus, aber innovativ war da nichts. Die Nummer 'das Böse ist gar
nicht tot, wir machen einen Reboot' habe ich mittlerweile ein paar Mal
(zu) oft gesehen. Und irgendwie wirkte es bemüht, auch wirklich alle
Figuren/Charaktere noch mal im Film unterbringen zu wollen (ich sage
nur: Ewoks...). Auch der Schluß: jetzt ist Schluß, nein noch eine Szene,
und noch eine. Vielleicht fehlten in der Schlusszene noch die
Hubschrauber, die den Sonnen entgegenfliegen. Aber nein, das ist ja
Michael Bay...

GL begann seine Karriere ja quasi als Autorenfimer (THX 1138) und hat
sich dann im Laufe seiner Karriere immer kommerzieller ausgerichtet. Der
erste Star Wars Film (1977) war wohl auch deshalb so ein großer Erfolg,
weil man damals so etwas noch nicht gesehen hatte: SciFi-Fantasy mit
Effekten, die so bisher kaum im Kino zu sehen waren. Heute glänzt ja
gefühlt mindestens jeder zweite Blockbuster mit CGI-Bombast. Und
Superhelden-Fantasy-Filme mit Superschurken gibt es ja auch zur Genüge.
Werner Tann
2019-12-30 20:47:10 UTC
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Post by Karl-Josef Ziegler
Und irgendwie wirkte es bemüht, auch wirklich alle
Figuren/Charaktere noch mal im Film unterbringen zu wollen
Das wäre als finale grandioso noch legitim. Allerdings fürchte ich, es
wird doch noch eine Fortsetzung geben. Sorry, dass ich wieder
abschweife zur allgemeinen Trivialkunst, aber das erinnert mich auch
an die vielen "endgültigen" Abschiedskonzerte derselben Altrocker ...
Karl-Josef Ziegler
2019-12-31 09:42:44 UTC
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Aus der Erfahrung früherer Episoden hatte ich auch erwartet, vor dem
Kino eine lange Schlange von der Kasse bis auf die Straße vorzufinden.
Diesmal aber: nichts, nada. Ich konnte direkt bis zur Kasse durchgehen.
Und im Kino waren die Plätze für einen solchen Blockbuster eher spärlich
besetzt.
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