Discussion:
"Indiana Jones 5": Spielberg ist ausgestiegen
(zu alt für eine Antwort)
F. W.
2020-02-27 07:38:37 UTC
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Anstelle der Regie will Spielberg nur noch Produzent sein.

Was für ein Gehampel. Schon 2008 bei "Indy 4" hatte er ganz offenbar
überhaupt keine Lust auf sein eigenes Werk. Ziemlich beschämend für
einen Regisseur, dessen Werk mehr und mehr in Massenware aufgeht.

Dabei bietet die "Serie" doch erhebliches Potenzial. Auch wenn
Seiteneffekte bisher nicht ausgenutzt wurden. So könnte man sehr vielen
Menschen antike Geschichte spannend näher bringen, ohne belehrend zu wirken.

"Indy" ist auch der letzte Anti-Held. Jemand, der menschlich wirkt, weil
ihm eben nicht alles gelingt. Braucht man heute wieder Supermen?

Wie sieht eine Lösung aus?

Zunächst mal könnte man David Koepp, der wirklich "ausgezeichnete Ideen"
gehabt haben soll (Spielberg) wieder ins Spiel bringen. Koepps
Drehbücher sind einfach spannend und gut erzählt. Lawrende Kasdan und
George Lucas haben sich eigentlich erschöpft.

Andererseits verstehe ich auch nicht, warum jede Teenie-Provinzposse
"rebootet" wird, nicht aber eine über mehrere Generationen und
Jahrzehnte erfolgreiche Figur? Sie müsste ja nicht mal "Indiana Jones"
heißen.

Harrison Ford wird beim jetzigen Drehbeginn fast 80 Jahre alt sein. Wie
dynamisch und frisch kann Indiana Jones da noch wirken?

FW
Andreas M. Kirchwitz
2020-03-01 00:33:23 UTC
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Post by F. W.
Andererseits verstehe ich auch nicht, warum jede Teenie-Provinzposse
"rebootet" wird, nicht aber eine über mehrere Generationen und
Jahrzehnte erfolgreiche Figur? Sie müsste ja nicht mal "Indiana Jones"
heißen.
Das stimmt allerdings, von fast allem gibt es Reboots, Sequels
und Prequels, aber bis auf "The Young Indiana Jones Chronicles",
einer eigentlich durchaus niedlichen TV-Serie damals, hat sich
außer den vier Hauptfilmen nicht viel getan.
Post by F. W.
Harrison Ford wird beim jetzigen Drehbeginn fast 80 Jahre alt sein. Wie
dynamisch und frisch kann Indiana Jones da noch wirken?
Angesichts der neusten Star-Trek-Serie "Picard" wäre es bei
allem Respekt vor Harrison Ford vielleicht schlauer, die
Hauptfigur etwas jünger als 80+ zu besetzen. Ich möchte den
Indy aus meiner Jugend gern in guter Erinnerung behalten.

Andererseits ist die Frage, welche Faszination heutzutage
Indiana Jones noch hat. Damals war das aufregend, Geschichten
in fernen Ländern. Heute reist da jeder Jugendliche selbst hin,
kostet ja alles nichts mehr.

"Jumanji - The Next Level" ist heute unser Indiana Jones.

Grüße, Andreas
F. W.
2020-03-02 07:11:08 UTC
Permalink
Post by F. W.
Harrison Ford wird beim jetzigen Drehbeginn fast 80 Jahre alt
sein. Wie dynamisch und frisch kann Indiana Jones da noch wirken?
Angesichts der neusten Star-Trek-Serie "Picard" wäre es bei allem
Respekt vor Harrison Ford vielleicht schlauer, die Hauptfigur etwas
jünger als 80+ zu besetzen. Ich möchte den Indy aus meiner Jugend
gern in guter Erinnerung behalten.
Die Figur aus Deiner Jugend *ist* ja fast 80 Jahre alt.
Andererseits ist die Frage, welche Faszination heutzutage Indiana
Jones noch hat. Damals war das aufregend, Geschichten in fernen
Ländern. Heute reist da jeder Jugendliche selbst hin, kostet ja
alles nichts mehr.
Der Reiz von "fernen Ländern", den würde ich doch früher verorten. Bei
"Lawrence von Arabien" hat sicher auch der exotische Hintergrund eine
Rolle gespielt. Bei Indy eher nicht.

Indy war ein typischer 80er-Jahre-Held: nicht immer erfolgreich, aber
ausbleibenden Erfolg mit Humor meistern. Er entsprach den Typus der
Zeit. Man musste nicht immer der Beste sein. Aber seinen Humor sollte
man behalten.

Das scheint heute weder realisierbar noch passend.

Ein weiterer Faktor war das, was nachher massenhaft als "Mystery" auf
den Markt geschmissen wurde. Und natürlich die alte klassische
Heldengeschichte. Im dritten Teil kamen noch "elder gentleman" hinzu,
die Sätze sagen wie "Die Feder ist stärker als das Schwert".

Jedes "Reboot" wird als stark kommerzialisierte Fassung wiederbelebt.
Heute gilt anscheinend unter Drehbuchautoren die Formel: "Intrigen in
einer Gruppe zu beliebigem Zeit und Ort". Erzählt wird immer dieselbe
Geschichte, wer mit wem warum über wen was gesagt hat oder einfach tumbe
Action ohne weitere Erklärung. Ein Reboot macht mir da eher Sorge.

Vielleicht wird ja auch der Antiheld neu geboren.

FW
Cornell Binder
2020-03-03 13:36:03 UTC
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Jedes "Reboot" wird als stark kommerzialisierte Fassung wiederbelebt. [...]
Öhm. Auch schon der Ur-Film war kein Arthouse-Projekt und
die Fortsetzungen gab es damals auch nur, weil man damit
Kohle verdienen wollte.

Das es heute über Gebühr Reboots gibt, liegt eher daran, daß
man glaubt damit *sicherer* Geld zu verdienen, als mit originären
Stoffen ohne eingebaute Fanbasis. Das "Einzige" was kommerzieller
geworden ist, ist der Umstand das man heute auf noch mehr Kanälen
ein "IP" auswerten kann, als früher. Hätte man das früher gekonnt,
hätte man es auch garantiert damals schon gemacht.
Heute gilt anscheinend unter Drehbuchautoren die Formel: "Intrigen in
einer Gruppe zu beliebigem Zeit und Ort". Erzählt wird immer dieselbe
Geschichte, wer mit wem warum über wen was gesagt hat oder einfach tumbe
Action ohne weitere Erklärung. Ein Reboot macht mir da eher Sorge.
Kann es sein, daß Du in die Falle tapst, daß nur weil für
Dich inzwischen nichts mehr neu ist, das früher aber anders
war?

Mir ist vor einigen Jahren schon aufgefallen, daß ich bei
dem ein oder anderen Film "gelangweilt" war, weil ich mir
die Twists und Turns denken konnte, weil ich eben schon
100e ähnliche Geschichten gesehen habe. Wäre ich aber 25
Jahre Jünger würde ich die Augen nicht weiter aufbekommen
vor lauter Staunen was da gerade mit der Handlung abgeht.

Das ist halt der Fluch der "Erfahrung", aber überraschender-
weise keine Verflachung der Dramaturgie. (Und dumme Filme
gabs schon immer. Nur werden die in über 100 Jahre Film
geschichte eher selten hervorgehoben.)


CoBi
--
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Ad Astra - Zu den Sternen ............................................. 2937
Midsommar ............................................................. 2936
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F. W.
2020-03-03 14:32:50 UTC
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Post by F. W.
Jedes "Reboot" wird als stark kommerzialisierte Fassung
wiederbelebt. [...]
Öhm. Auch schon der Ur-Film war kein Arthouse-Projekt und die
Fortsetzungen gab es damals auch nur, weil man damit Kohle verdienen
wollte.
Geld hatte Spielberg damals schon mehr als genug. Aus Geldnot hat er die
Sequels sicher nicht gedreht.
Das es heute über Gebühr Reboots gibt, liegt eher daran, daß man
glaubt damit *sicherer* Geld zu verdienen, als mit originären
Stoffen ohne eingebaute Fanbasis. Das "Einzige" was kommerzieller
geworden ist, ist der Umstand das man heute auf noch mehr Kanälen ein
"IP" auswerten kann, als früher. Hätte man das früher gekonnt, hätte
man es auch garantiert damals schon gemacht.
Also man recycelt Ideen, obwohl man mehr Vertriebskanäle hat.
Post by F. W.
Heute gilt anscheinend unter Drehbuchautoren die Formel: "Intrigen
in einer Gruppe zu beliebigem Zeit und Ort". Erzählt wird immer
dieselbe Geschichte, wer mit wem warum über wen was gesagt hat
oder einfach tumbe Action ohne weitere Erklärung. Ein Reboot macht
mir da eher Sorge.
Kann es sein, daß Du in die Falle tapst, daß nur weil für Dich
inzwischen nichts mehr neu ist, das früher aber anders war?
Da ich nahezu *jeden Tag* einen neuen Film sehe, sicher nicht.
Mir ist vor einigen Jahren schon aufgefallen, daß ich bei dem ein
oder anderen Film "gelangweilt" war, weil ich mir die Twists und
Turns denken konnte, weil ich eben schon 100e ähnliche Geschichten
gesehen habe. Wäre ich aber 25 Jahre Jünger würde ich die Augen
nicht weiter aufbekommen vor lauter Staunen was da gerade mit der
Handlung abgeht.
Indiana Jones bietet aber keine Standard-Plots. Daran scheitert der 5.
ja gerade. Es muss eine neue Geschichte erzählt werden. Die scheint da
keiner auf Lager zu haben.

Ich persönlich fand die grobe Idee, Indy könnte Atlantis suchen und
finden, am besten seit 1989. Leider wurde die Idee bei einem Spiel
verheizt. Die "Kristallschädel" dagegen kann man nicht mal grob in das
Gesamtgeschehen einbinden.
Das ist halt der Fluch der "Erfahrung", aber überraschender- weise
keine Verflachung der Dramaturgie. (Und dumme Filme gabs schon
immer. Nur werden die in über 100 Jahre Film geschichte eher selten
hervorgehoben.)
Nein, es gibt ganz hervorragende neue Filme mit neuen Erzähltechniken,
neuen Perspektiven, neuen Plots. Daran könnten die Blockbuster reifen.

Harrison Ford ist 78 Jahre alt. Es wird ziemlich sicher seine letzte
(Indy-)Rolle sein. Also muss die Nachfolge geklärt werden.

Vielleicht hat Alden Ehrenreich eine Chance

https://www.imdb.com/name/nm2403277/?ref_=nv_sr_srsg_0

auch wenn ihm die mimische Selbstironie fehlen wird, die River Phoenix
1989 so genial einstudiert hatte.

FW
Cornell Binder
2020-03-03 23:08:28 UTC
Permalink
Post by F. W.
Post by F. W.
Jedes "Reboot" wird als stark kommerzialisierte Fassung
wiederbelebt. [...]
Öhm. Auch schon der Ur-Film war kein Arthouse-Projekt und die
Fortsetzungen gab es damals auch nur, weil man damit Kohle verdienen
wollte.
Geld hatte Spielberg damals schon mehr als genug. Aus Geldnot hat er die
Sequels sicher nicht gedreht.
Das mag jetzt überraschend klingen, aber die Filme werden
eher selten von den Regisseuren finanziert, sondern von
Investoren die durch die Studios organsiert werden. (Es ist
wie immer kompliziert.)

Die Tatsache das ein Regisseur/Produzent privat sehr ver-
mögend ist, bedeutet übrigens auch nicht, daß sie deshalb
keinerlei Bedürfnis haben nicht noch mehr Geld zu verdienen
oder gar nur noch völlig die Kunstgeschichte bereichernde
Projekte umsetzen.

Oder kennst Du Menschen mit hohem Einkommen die ihren Ar-
beitsplatz aufgeben oder zumindest auf Gehalt verzichten?
Post by F. W.
Das es heute über Gebühr Reboots gibt, liegt eher daran, daß man
glaubt damit *sicherer* Geld zu verdienen, als mit originären
Stoffen ohne eingebaute Fanbasis. Das "Einzige" was kommerzieller
geworden ist, ist der Umstand das man heute auf noch mehr Kanälen ein
"IP" auswerten kann, als früher. Hätte man das früher gekonnt, hätte
man es auch garantiert damals schon gemacht.
Also man recycelt Ideen, obwohl man mehr Vertriebskanäle hat.
Nix obwohl. Man würde auch ohne mehr Kanäle recyclen. Aber
das mehr an Kanälen verstärkt den Eindruck, daß es nichts
Neues mehr gibt.
Post by F. W.
Indiana Jones bietet aber keine Standard-Plots. Daran scheitert der 5.
ja gerade. Es muss eine neue Geschichte erzählt werden. Die scheint da
keiner auf Lager zu haben.
Verstehe ich nicht. Aber nur als Einwurf: man kann immer
wieder die gleiche Story erzählen, wenn man ein neues
Publikum findet oder neue Zuschauer nachgeboren werden. Und
nein, auch Indiana Jones selbst war jetzt rein dramaturgisch
noch nichts bisher dagewesenes. Was nicht bedeutet, daß das
jetzt irgendwo schlecht oder so ist. Aber neuartig war das
alles nicht. Es ist ja eine Homage auf entsprechende Filme
aus den 1930ern die natürlich an die Gegenwart angepaßt
wurde.

Und das passiert ja auch mit vielen Remakes. Und selbst
einen uralten Shakespear kann ich problemlos neu erzählen.
Post by F. W.
Nein, es gibt ganz hervorragende neue Filme mit neuen Erzähltechniken,
neuen Perspektiven, neuen Plots. Daran könnten die Blockbuster reifen.
Harrison Ford ist 78 Jahre alt. Es wird ziemlich sicher seine letzte
(Indy-)Rolle sein. Also muss die Nachfolge geklärt werden.
Vielleicht hat Alden Ehrenreich eine Chance
Tragischer Weise gibt es bereits eine Bewerbung durch Chris
Pratt, die vermutlich nicht umgesetzt wird. Aber der Anfang
von Guardians of the Galaxy ist eine Art persönliches Vor-
stellungsvideo für die Rolle als nächster Indiana Jones.

Und was Humor betrifft müßte man sich da auch keinerlei
Sorgen machen.


CoBi
--
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F. W.
2020-03-04 07:03:34 UTC
Permalink
Post by F. W.
Post by F. W.
Jedes "Reboot" wird als stark kommerzialisierte Fassung
wiederbelebt. [...]
Öhm. Auch schon der Ur-Film war kein Arthouse-Projekt und die
Fortsetzungen gab es damals auch nur, weil man damit Kohle
verdienen wollte.
Geld hatte Spielberg damals schon mehr als genug. Aus Geldnot hat
er die Sequels sicher nicht gedreht.
Das mag jetzt überraschend klingen, aber die Filme werden eher
selten von den Regisseuren finanziert, sondern von Investoren die
durch die Studios organsiert werden. (Es ist wie immer kompliziert.)
Ja, allerdings kann Geld zumindestens kaum ein Grund für Spielberg
gewesen sein. Wer führte denn Regie bei "Jurassic Park II - IV"?
Die Tatsache das ein Regisseur/Produzent privat sehr ver- mögend
ist, bedeutet übrigens auch nicht, daß sie deshalb keinerlei
Bedürfnis haben nicht noch mehr Geld zu verdienen oder gar nur noch
völlig die Kunstgeschichte bereichernde Projekte umsetzen.
Teilweise schon. Auch Schauspieler. Mir fiele da Crispin Glover ein.
Oder kennst Du Menschen mit hohem Einkommen die ihren Ar- beitsplatz
aufgeben oder zumindest auf Gehalt verzichten?
Ich kenne Leute, die nach dem Erreichen eines Vermögens von x ihren
Arbeitsplatz aufgaben, um sich sozialen oder kulturellen Projekten zu
widmen. Würde ich auch machen.
Post by F. W.
Das es heute über Gebühr Reboots gibt, liegt eher daran, daß man
glaubt damit *sicherer* Geld zu verdienen, als mit originären
Stoffen ohne eingebaute Fanbasis. Das "Einzige" was kommerzieller
geworden ist, ist der Umstand das man heute auf noch mehr Kanälen
ein "IP" auswerten kann, als früher. Hätte man das früher
gekonnt, hätte man es auch garantiert damals schon gemacht.
Also man recycelt Ideen, obwohl man mehr Vertriebskanäle hat.
Nix obwohl. Man würde auch ohne mehr Kanäle recyclen. Aber das mehr
an Kanälen verstärkt den Eindruck, daß es nichts Neues mehr gibt.
Wenn ich doch viel mehr Einnahmemöglichkeiten habe, warum teste ich
nicht gerade dann neue Ideen?
Post by F. W.
Indiana Jones bietet aber keine Standard-Plots. Daran scheitert
der 5. ja gerade. Es muss eine neue Geschichte erzählt werden. Die
scheint da keiner auf Lager zu haben.
Verstehe ich nicht.
Indy-Filme leben auch von ihrem ungewöhnlichen Plot. Hier geht es nicht
um "Rocky XV" oder sowas. Der gute Plot wird erwartet.
Aber nur als Einwurf: man kann immer wieder die gleiche Story
erzählen, wenn man ein neues Publikum findet oder neue Zuschauer
nachgeboren werden.
Halte ich nicht für vielversprechend. Was meinst Du? James Bond?
Und nein, auch Indiana Jones selbst war jetzt rein dramaturgisch noch
nichts bisher dagewesenes. Was nicht bedeutet, daß das jetzt irgendwo
schlecht oder so ist. Aber neuartig war das alles nicht. Es ist ja
eine Homage auf entsprechende Filme aus den 1930ern die natürlich an
die Gegenwart angepaßt wurde.
Wieviele Filme, außer Indy, zitieren denn die Comics der 30er? Ich kenne
keine (die Nachläufer a la "Crocodile Dundee" erreichen diese Qualität
auch nicht).
Und das passiert ja auch mit vielen Remakes. Und selbst einen
uralten Shakespear kann ich problemlos neu erzählen.
"Brother, where art thou?"
Post by F. W.
Nein, es gibt ganz hervorragende neue Filme mit neuen
Erzähltechniken, neuen Perspektiven, neuen Plots. Daran könnten
die Blockbuster reifen.
Harrison Ford ist 78 Jahre alt. Es wird ziemlich sicher seine
letzte (Indy-)Rolle sein. Also muss die Nachfolge geklärt werden.
Vielleicht hat Alden Ehrenreich eine Chance
Tragischer Weise gibt es bereits eine Bewerbung durch Chris Pratt,
die vermutlich nicht umgesetzt wird.
Der wirkt schon bei den "Jurassic Park"-Aufgüssen farblos.
Aber der Anfang von Guardians of the Galaxy ist eine Art persönliches
Vor- stellungsvideo für die Rolle als nächster Indiana Jones.
Und was Humor betrifft müßte man sich da auch keinerlei Sorgen
machen.
Genau das hoffe ich.

FW
Cornell Binder
2020-03-06 19:34:26 UTC
Permalink
Post by F. W.
Post by F. W.
Post by F. W.
Jedes "Reboot" wird als stark kommerzialisierte Fassung
wiederbelebt. [...]
Öhm. Auch schon der Ur-Film war kein Arthouse-Projekt und die
Fortsetzungen gab es damals auch nur, weil man damit Kohle
verdienen wollte.
Geld hatte Spielberg damals schon mehr als genug. Aus Geldnot hat
er die Sequels sicher nicht gedreht.
Das mag jetzt überraschend klingen, aber die Filme werden eher
selten von den Regisseuren finanziert, sondern von Investoren die
durch die Studios organsiert werden. (Es ist wie immer kompliziert.)
Ja, allerdings kann Geld zumindestens kaum ein Grund für Spielberg
gewesen sein. Wer führte denn Regie bei "Jurassic Park II - IV"?
Du kannst Regie führen soviel Du willst, solange Du keine
Geldgeber findest die den Rest des Produktionsstabes, der
Schauspieler und der weiteren Drehkosten finanzieren, ist es
völlig unerheblich ob der Regisseur es nötig hat, oder
nicht.

Ja, es gibt Regisseure die auch Produzenten eines Filmes
sind und das aus eigener Tasche finanzieren. Aber das ist
eher die einsame (Arthouse und Independent) Ausnahme, als
der Regelfall.


Spielberg kann selbst gern auf jegliche Gage verzichten, das
bedeutet deswegen aber nicht, daß ein Film nur gedreht
wurde, weil jemand *anderes* damit Geld verdienen will. Der
Regisseur mag die künstlerische Umsetzung stark prägen, aber
ob es einen Film gibt oder nicht entscheidet zuforderst der
Produzent. Denn der feuert im Zweifelsfall auch den Regisseur
wenn die Produktion zum Risiko wird.
Post by F. W.
Oder kennst Du Menschen mit hohem Einkommen die ihren Ar- beitsplatz
aufgeben oder zumindest auf Gehalt verzichten?
Ich kenne Leute, die nach dem Erreichen eines Vermögens von x ihren
Arbeitsplatz aufgaben, um sich sozialen oder kulturellen Projekten zu
widmen. Würde ich auch machen.
Und ich kenne Leute die das nicht tun. Und nun?
Post by F. W.
Nix obwohl. Man würde auch ohne mehr Kanäle recyclen. Aber das mehr
an Kanälen verstärkt den Eindruck, daß es nichts Neues mehr gibt.
Wenn ich doch viel mehr Einnahmemöglichkeiten habe, warum teste ich
nicht gerade dann neue Ideen?
Wird ebenfalls getan. Man muß sich da nicht für entweder
oder entscheiden. Nur zeigt das Publikum in den letzten
Jahren leider ein Verhalten, daß eher bekannte in neuen
Schläuchen belohnt als Unbekanntes Neues. Und nein, ich kann
Dir nicht erklären warum das so ist. Ich kann das nur fest-
halten.
Post by F. W.
Post by F. W.
Indiana Jones bietet aber keine Standard-Plots. Daran scheitert
der 5. ja gerade. Es muss eine neue Geschichte erzählt werden. Die
scheint da keiner auf Lager zu haben.
Verstehe ich nicht.
Indy-Filme leben auch von ihrem ungewöhnlichen Plot. Hier geht es nicht
um "Rocky XV" oder sowas. Der gute Plot wird erwartet.
An den Indie-Plots ist nicht ungewöhnlich. Wirklich nicht.
Ist es handwerklich verdammt gut umgesetzt: ja. Aber ist es
ungewöhnlich? Nein.
Post by F. W.
Aber nur als Einwurf: man kann immer wieder die gleiche Story
erzählen, wenn man ein neues Publikum findet oder neue Zuschauer
nachgeboren werden.
Halte ich nicht für vielversprechend. Was meinst Du? James Bond?
Disney ist gerade das perfekte Beispiel. Früher hat Disney
die alten Filme etwa alle sieben Jahre wieder im Kino aus-
gewertet. Also früher im Sinne von USA und vor VCR. Heute
muß man das natürlich etwas anders angehen und ist gerade
sehr erfolgreich dabei die alten Stoffe als Realverfilmungen
neu aufzulegen.

Es gibt zwar ein altes Publikum welches die "Originale"
kennt, aber es gibt soviele Erstschauer die eben nicht die
Originale kennen, oder für die die Originale auf Grund ihrer
Machtart und ihres Alter bisher keinen Reiz hatten, das
Disney Milliarden-Umsätze macht.

Das sind schlichtweg Fakten von der Kinokasse.


Ich zucke manchmal auch zusammen, wenn man auf Leute trifft,
die z.B. noch nie einen Indiana Jones Film gesehen haben.
Das konnte ich mir auch nicht vorstellen. Aber umgekehrt
habe auch ich soviele Filmklassiker bisher nicht gesehen,
weil ich mehr nach vorn schaue, als mich über Gebühr im
Archiv aufzuhalten. Ich mag da viel verpassen, aber Vieles
funktioniert heute auch schlichtweg nicht mehr.
Post by F. W.
Wieviele Filme, außer Indy, zitieren denn die Comics der 30er? Ich kenne
keine (die Nachläufer a la "Crocodile Dundee" erreichen diese Qualität
auch nicht).
Dann schaust Du nicht die Richtigen Filme. "Ich kenne keine"
ist jedenfalls kein überzeugendes Argumente. Und nein, das
wird auch nicht dadurch überzeugender, als das mir jetzt
spontan kein Beispiel einfällt, resp. ich vorsichtig bei
Watchmen nachschauen müßte. Ist sowieso ein eigenwilliges
Kriterium. Ist ein Film auch Besonders, wenn er Comics aus
den z.B. 50ern zitiert?


Nur zu Klarstellung: ich will hier nicht Indiana Jones
kleinreden oder so. Das ist ein hervorragender Film. Aber
das ist kein Arthouse sondern klar als Investment gedreht
worden.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Ad Astra - Zu den Sternen ............................................. 2937
Midsommar ............................................................. 2936
The Kitchen: Queens of Crime .......................................... 2935
Manfred Polak
2020-03-06 20:30:32 UTC
Permalink
Post by F. W.
Wieviele Filme, außer Indy, zitieren denn die Comics der 30er?
Der Pilotfilm zu "Buck Rogers" (1979, lief auch im Kino) und "Flash
Gordon" (1980) wären Beispiele. Die basieren auf Serials der 30er,
die wiederum auf Comics basierten.


Manfred

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