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Alles Geld der Welt
(zu alt für eine Antwort)
Andy Angerer
2018-02-28 02:11:44 UTC
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Eigentlich ein guter Film.
Super gespielt. Kamera, Regie, Schnitt: alles prima.
Dadurch ist er sehr erholsam; kein Gewackel und kein Hektikschnitt.
Und ein Riesenglück, daß Plummer den alten Getty spielt und nicht Spacey!
(Nichts gegen Spacey, aber bitte nicht in dieser Rolle!)

Leider kommt der Film einfach nicht in die Gänge, sondern bleibt durchgehend
ziemlich langweilig. Ja, ich weiß; mir kann mans einfach nicht
rechtmachen....
--
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Cornell Binder
2018-02-28 12:06:23 UTC
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Post by Andy Angerer
Leider kommt der Film einfach nicht in die Gänge, sondern bleibt durchgehend
ziemlich langweilig. Ja, ich weiß; mir kann mans einfach nicht
rechtmachen....
Das liegt vermutlich an der Frage wieviel Freiheiten man
sich bei einer Verfilmung realer Geschichten nimmt.

"Alles Geld der Welt" hat zwar auch viele deutliche
Abweichungen vom tatsächlichen Geschehen, scheint er sich in
der Dramatik stark an den Ereignissen zu orientieren. Da zog
es sich halt alles (aus verschiedensten Gründen) in die
Länge. Da war halt nichts knackig ausser natürlich der
existenziellen Kernfrage des Überlebens der Geisel.

Ich habe gerade zwei weitere Verfilmung mit Realitätsbezug
gesehen, und wir haben gestern nach "Die Verlegerin" auch
kurz überlegt warum dieser so anders wirkte als "Die
dunkelste Stunde". Beides ebenfalls Filme auf Tatsache und
wo der Ausgang der zentralen Fragestellung keinerlei
Geheimnis ist.

Bei der dunkelsten Stunde war für mich faszinierend, das ich
trotzdem ein aufgeregte Spannung versetzt war, ob Churchill
durchkommt. Trotz des Wissens, das wie es ausgehen muss! Der
Film ist auch sprachlich sehr pointiert angelegt und lebt
das Drama voll aus. Es war für mich fesselnde Unterhaltung.

Bei der Verlegerin war das in dieser Form nicht der Fall. Es
war mir übrigens nicht langweilig! Aber ich saß auch nicht
sprichwörtlich mit nägelkauend im Sessel. Wo die dunkelste
Stunde klar Fokus auf Churchill und seinen Kampf gegen alle
legt, hatte ich bei Die Verlegerin den Eindruck, das man
sich gar nicht auf einen Aspekt festlegen wollte, sondern in
einer Art Überblick alle (aus Sicht der Post) Aspekte der
Veröffentlichung der Pentagon Papers durchspielte ohne eben
eine Figur übermäßig in den Vordergrund zu stellen oder den
Vorgang als Aufhänger für eine Charakterzeichnung zu nutzen.

(Hier ist IMHO auch der Originaltitel "The Post" besser als
der deutsche Fokus auf "Die Verlegerin", denn zu ihr
erfahren wir nicht wirklich viel als Person.)


Bei "Alles Geld der Welt" hatte ich nach dem Trailer (und
Aussagen rund um den Recut" die Befürchtung, das man daraus
einen Action-Thriller mit Mark Wahlbergs Figur als Protago-
nisten machen würde. Und meine Begleitung hat durchaus
(basierend auf dem Trailer) mehr Action erwartet.

Ich war erleichtert, das Michelle Williams ihren verdienten
Raum behalten hat, meine Begleitung ähnlich Dir unbefriedigt
weil das für ihn eher zu ruhig war.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
Andy Angerer
2018-02-28 13:09:19 UTC
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Post by Cornell Binder
Post by Andy Angerer
Leider kommt der Film einfach nicht in die Gänge, sondern bleibt
durchgehend ziemlich langweilig. Ja, ich weiß; mir kann mans einfach
nicht rechtmachen....
Das liegt vermutlich an der Frage wieviel Freiheiten man
sich bei einer Verfilmung realer Geschichten nimmt.
Stimmt; daraus "Kunst" und nicht "Doku" zu machen, ist zwangsläufig recht
schwer. Das Leben schreibt halt (meist) doch nicht die besten Geschichten.
Post by Cornell Binder
"Alles Geld der Welt" hat zwar auch viele deutliche
Abweichungen vom tatsächlichen Geschehen, scheint er sich in
der Dramatik stark an den Ereignissen zu orientieren. Da zog
es sich halt alles (aus verschiedensten Gründen) in die
Länge. Da war halt nichts knackig ausser natürlich der
existenziellen Kernfrage des Überlebens der Geisel.
Ja; in der Realität kam da wohl auch einiges nicht in die Gänge....
Post by Cornell Binder
Ich habe gerade zwei weitere Verfilmung mit Realitätsbezug
gesehen, und wir haben gestern nach "Die Verlegerin" auch
kurz überlegt warum dieser so anders wirkte als "Die
dunkelste Stunde". Beides ebenfalls Filme auf Tatsache und
wo der Ausgang der zentralen Fragestellung keinerlei
Geheimnis ist.
Bin ja froh, daß ich "Titanic" nicht gesehen hab. ;o)
Post by Cornell Binder
Bei "Alles Geld der Welt" hatte ich nach dem Trailer (und
Aussagen rund um den Recut" die Befürchtung, das man daraus
einen Action-Thriller mit Mark Wahlbergs Figur als Protago-
nisten machen würde. Und meine Begleitung hat durchaus
(basierend auf dem Trailer) mehr Action erwartet.
Ja; eine Frage der Erwartungshaltung.
Ich hatte keine Trailer gesehen aber man hatte mir eben genau einen Action-
Thriller angekündigt. Und von der realen Geschichte hatte ich keinerlei
Ahnung; ich konnte nicht einmal mit dem Namen "Getty" etwas anfangen, obwohl
ich den bestimmt schon mal irgendwo gehört hatte.
Post by Cornell Binder
Ich war erleichtert, das Michelle Williams ihren verdienten
Raum behalten hat, meine Begleitung ähnlich Dir unbefriedigt
weil das für ihn eher zu ruhig war.
Vor einigen Wochen hatte ich (ebenfalls im Rahmen einer
Marktforschungsstudie) den Commuter gesehen. Der war zwar unterhaltsamer,
aber unterm Strich war dennoch Alles Geld eindeutig der bessere Film. Vor
allem frei von völligem Schwachsinn; beim Commuter muß man gegen Ende zu das
Hirn schon sehr weitgehend deaktivieren.

Fazit:
Durchaus empfehlenswert, aber kein Thriller, sondern ein Drama.
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