Discussion:
Es geht weiter, Hoschis!
(zu alt für eine Antwort)
F. Werner
2018-05-14 09:49:31 UTC
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Raw Message
Was tun, wenn man verkaufen, verkaufen, verkaufen muss, aber keine Ideen
mehr hat? Man recycelt einfach eine alte Idee oder verpackt sie neu. Wer
dumm genug war, in den Siebziger Jahren eine gute Platte zu kaufen,
kennt das: die CD durfte nochmals bezahlt werden, anschließend für das
MP3 und heute zahlt man ein viertes Mal, wenn man Streamingdienste
nutzt. Covers schlachten das offenbar beste Jahrzehnt verkaufbarer Ideen
aus und wiederbeleben Songs aus den Achtzigern mindestens zweimal pro
Jahr inzwischen.

So klappt das auch bei Filmen.

Wenn das Knall-Bumm-Päng-Kino kaum noch jemandem hinter dem Ofen
hervorlockt und die anspruchsvolleren Zuschauer inzwischen Kinos eher
meiden, dann helfen nur noch alte und bewährte Ideen. Jetzt soll z. B. -
Oh, Graus! - tatsächlich "Fahrenheit 451" neu verfilmt werden. Passablen
Literaturkennern dürften da die Haare zu Berge stehen.

Eine solche gute Idee aus den Achtzigern war "Bill und Ted's excellent
adventure" nicht. Trotzdem war der hilfsweise für Deutsche mehr
erklärende Titel ("Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit") von 1989
ein Überraschungserfolg. Den 10 Mio Dollars Investition folgten bis
heute mehr als 40 Mio Dollar Einnahmen.

https://www.imdb.com/title/tt0096928/?ref_=nv_sr_1

Dabei war die eigentlich gute Geschichte schlecht umgesetzt. Zwar gab es
charmante Anleihen an bekannte Filmgenres, jedoch wurde die gute
Inszenierung oft durch kindische und alberne Einlagen der beiden (damals
noch jungen) Protagonisten durchlöchert. Hollywood hat es da selbst im
dritten Teil seiner "Back to Future"-Reihe besser hinbekommen.

Und man verzeiht auch so manchen dämlichen Patzer wie einen Eis essenden
und auf dem Hintern rutschenden Napoleon, der aber wenigstens mal
"Merde, Merde, Merde!" fluchen durfte. Was ein "Hoschi" ist, bleibt
Geheimnis der Übersetzer (im Original "Dude").

Also warten wir mal die Verfilmung ab. Die Zeichen stehen eigentlich
nicht schlecht, auch wenn manche Gags gut aber unübersetzbar waren.

"Now who was Joan of Arc?"
"Noah's Wife?"

FW
H.-P. Schulz
2018-05-14 15:22:54 UTC
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Raw Message
Post by F. Werner
Was tun, wenn man verkaufen, verkaufen, verkaufen muss, aber keine Ideen
mehr hat? Man recycelt einfach eine alte Idee oder verpackt sie neu. Wer
dumm genug war, in den Siebziger Jahren eine gute Platte zu kaufen,
kennt das: die CD durfte nochmals bezahlt werden, anschließend für das
MP3 und heute zahlt man ein viertes Mal, wenn man Streamingdienste
nutzt. Covers schlachten das offenbar beste Jahrzehnt verkaufbarer Ideen
aus und wiederbeleben Songs aus den Achtzigern mindestens zweimal pro
Jahr inzwischen.
So klappt das auch bei Filmen.
Wenn das Knall-Bumm-Päng-Kino kaum noch jemandem hinter dem Ofen
hervorlockt und die anspruchsvolleren Zuschauer inzwischen Kinos eher
meiden, dann helfen nur noch alte und bewährte Ideen. Jetzt soll z. B. -
Oh, Graus! - tatsächlich "Fahrenheit 451" neu verfilmt werden. Passablen
Literaturkennern dürften da die Haare zu Berge stehen.
Ach komm, weder die Literaturvorlage noch auch die Verfilmung sind
wirklich gut. Im Grunde wird ein ziemlich reaktionäres
Kultur-Ideologem gefeiert. Der Rest ist "Verkehrte Welt"-Pipifax.
Da ist nicht "Sakrileg!" schreien!
Post by F. Werner
Eine solche gute Idee aus den Achtzigern war "Bill und Ted's excellent
adventure" nicht. Trotzdem war der hilfsweise für Deutsche mehr
erklärende Titel ("Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit") von 1989
ein Überraschungserfolg. Den 10 Mio Dollars Investition folgten bis
heute mehr als 40 Mio Dollar Einnahmen.
https://www.imdb.com/title/tt0096928/?ref_=nv_sr_1
Dabei war die eigentlich gute Geschichte schlecht umgesetzt.
Och, ich fand - seinerzeit - einige Ideen und Gags ganz ordentlich.
"Unernst, und auch den einen oder anderen Ausrutscher in echte
Primitivität nicht scheuend" würde ich das nennen wollen.
Post by F. Werner
Zwar gab es
charmante Anleihen an bekannte Filmgenres, jedoch wurde die gute
Inszenierung oft durch kindische und alberne Einlagen der beiden (damals
noch jungen) Protagonisten durchlöchert.
Nein, das war Programm, war Absicht und kalkuliert.
Post by F. Werner
Was ein "Hoschi" ist, bleibt
Geheimnis der Übersetzer (im Original "Dude").
Ich finde das eine Klasse Übesetzung!
Wie lahm wäre dagegen bspw. "Typ" gewesen! Da musste ein Kunstwort
her, und "Hoschi" gab/gibt es zwar schon, aber es ist unbekannt und
unscharf genug, um für den "Dude" einzustehen
Post by F. Werner
Also warten wir mal die Verfilmung ab. Die Zeichen stehen eigentlich
nicht schlecht, auch wenn manche Gags gut aber unübersetzbar waren.
"Bunt ist das Leben, und granatenstark! Und "Volle Kanne, Hoschi!""

Und Marco Polo als Erfinder des T-Shirts fand ich schon ziemlich
komisch!
F. Werner
2018-05-15 06:50:00 UTC
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Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Ach komm, weder die Literaturvorlage noch auch die Verfilmung sind
wirklich gut. Im Grunde wird ein ziemlich reaktionäres
Kultur-Ideologem gefeiert. Der Rest ist "Verkehrte Welt"-Pipifax. Da
ist nicht "Sakrileg!" schreien!
Na mit der Meinung dürftest Du ziemlich alleine stehen...

FW
H.-P. Schulz
2018-05-15 08:53:17 UTC
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Raw Message
Post by F. Werner
Post by H.-P. Schulz
Ach komm, weder die Literaturvorlage noch auch die Verfilmung sind
wirklich gut. Im Grunde wird ein ziemlich reaktionäres
Kultur-Ideologem gefeiert. Der Rest ist "Verkehrte Welt"-Pipifax. Da
ist nicht "Sakrileg!" schreien!
Na mit der Meinung dürftest Du ziemlich alleine stehen...
Ob es wohl eine statistische Grundlage gibt, die diese Vermutung
stützte oder widerlegte?

Oder rufst Du mit dieser Äußerung irgend welche Götter an, sie mögen
machen, dass es an dem sei - - oder doch wenigstens war?

Übrigens hat die Story auch ihre Momente, und man muss auch die
Entstehungszeit berücksichtigen. Die Antizipation der
Fernseh-Großbildschirm-Massenverblödung ist zB erstaunlich - und gut
durchgearbeitet. Die ganze Bücherverbrennerei empfinde *ich* als
Tinneff.
F. Werner
2018-05-15 10:57:54 UTC
Permalink
Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Post by F. Werner
Na mit der Meinung dürftest Du ziemlich alleine stehen...
Ob es wohl eine statistische Grundlage gibt, die diese Vermutung
stützte oder widerlegte?
Oder rufst Du mit dieser Äußerung irgend welche Götter an, sie mögen
machen, dass es an dem sei - - oder doch wenigstens war?
Ich weiß ja nicht, was Du in Deutsch hattest, aber diese Buch ist ein
Klassiker der Weltliteratur. Darüber diskutiere ich nicht.
Post by H.-P. Schulz
Übrigens hat die Story auch ihre Momente, und man muss auch die
Entstehungszeit berücksichtigen. Die Antizipation der
Fernseh-Großbildschirm-Massenverblödung ist zB erstaunlich - und gut
durchgearbeitet. Die ganze Bücherverbrennerei empfinde *ich* als
Tinneff.
Ja, wo doch noch nie Bücher verbrannt wurden...

FW
H.-P. Schulz
2018-05-15 11:52:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by F. Werner
Post by H.-P. Schulz
Post by F. Werner
Na mit der Meinung dürftest Du ziemlich alleine stehen...
Ob es wohl eine statistische Grundlage gibt, die diese Vermutung
stützte oder widerlegte?
Oder rufst Du mit dieser Äußerung irgend welche Götter an, sie mögen
machen, dass es an dem sei - - oder doch wenigstens war?
Ich weiß ja nicht, was Du in Deutsch hattest, aber diese Buch ist ein
Klassiker der Weltliteratur. Darüber diskutiere ich nicht.
Interessante Ansage - in einem Diskussionsmedium.
Aber ich hatte auch sowieso nicht vor, hier eine Diskussion über
"Fahrenheit 451" zu führen.
Also: Entwarnung!
Post by F. Werner
Post by H.-P. Schulz
Übrigens hat die Story auch ihre Momente, und man muss auch die
Entstehungszeit berücksichtigen. Die Antizipation der
Fernseh-Großbildschirm-Massenverblödung ist zB erstaunlich - und gut
durchgearbeitet. Die ganze Bücherverbrennerei empfinde *ich* als
Tinneff.
Ja, wo doch noch nie Bücher verbrannt wurden...
Ja, und, - war *das* vielleicht *kein* Tinneff?!
Ts. Ts. Ts.
F. Werner
2018-05-16 07:14:51 UTC
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Raw Message
Post by F. Werner
Ich weiß ja nicht, was Du in Deutsch hattest, aber diese Buch ist
ein Klassiker der Weltliteratur. Darüber diskutiere ich nicht.
Interessante Ansage - in einem Diskussionsmedium. Aber ich hatte auch
sowieso nicht vor, hier eine Diskussion über "Fahrenheit 451" zu
führen. Also: Entwarnung!
Über Selbstverständlichkeiten sollten wir nicht diskutieren. Das ist
Zeitverschwendung.
Post by F. Werner
Post by H.-P. Schulz
Übrigens hat die Story auch ihre Momente, und man muss auch die
Entstehungszeit berücksichtigen. Die Antizipation der
Fernseh-Großbildschirm-Massenverblödung ist zB erstaunlich - und
gut durchgearbeitet. Die ganze Bücherverbrennerei empfinde *ich*
als Tinneff.
Ja, wo doch noch nie Bücher verbrannt wurden...
Ja, und, - war *das* vielleicht *kein* Tinneff?! Ts. Ts. Ts.
Die Bücherverbrennung in "Fahrenheit 451" ist also nicht so weit hergeholt.

FW
Cornell Binder
2018-05-14 15:31:03 UTC
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Raw Message
Post by F. Werner
Was tun, wenn man verkaufen, verkaufen, verkaufen muss, aber keine Ideen
mehr hat? Man recycelt einfach eine alte Idee oder verpackt sie neu. Wer
dumm genug war, in den Siebziger Jahren eine gute Platte zu kaufen,
kennt das: die CD durfte nochmals bezahlt werden, anschließend für das
MP3 und heute zahlt man ein viertes Mal, wenn man Streamingdienste
nutzt. Covers schlachten das offenbar beste Jahrzehnt verkaufbarer Ideen
aus und wiederbeleben Songs aus den Achtzigern mindestens zweimal pro
Jahr inzwischen.
So klappt das auch bei Filmen.
Was genau kritisiert Du hier? Das das gleiche Werk auf immer
wieder neuen Medien aufgelegt wird? Oder das das gleiche
Werk wieder und wieder adaptiert wird? Oder Beides?

Und was ist das Problem daran?

Da gab's mal was auf Schallplatte. Das darf deswegen nur
nochmal auf Platte neuaufgelegt werden, falls das nochmal
wer kaufen will? Oder beschwerst Du Dich über dieses Gesetz,
das jeden Werkbesitzer zwingt, sich jeden neuen Release auf
einem neuen Medium zulegen zu müssen? Das müßte in der Tat
verboten werden, wenn es nicht schon nicht existieren würde.

Es wird btw. mehr neue Musik produziert und veröffentlicht,
als das je der Fall war. Gerade weil es für Musiker viel
einfacher geworden ist, ihre Musik zugänglich zu machen.

Insoweit kann man ja noch nichtmal damit ankommen, das die
Remakes den neuen Inhalten irgendwie die Luft zum Atmen
nehmen würden.
Post by F. Werner
Wenn das Knall-Bumm-Päng-Kino kaum noch jemandem hinter dem Ofen
hervorlockt und die anspruchsvolleren Zuschauer inzwischen Kinos eher
meiden, dann helfen nur noch alte und bewährte Ideen. Jetzt soll z. B. -
Oh, Graus! - tatsächlich "Fahrenheit 451" neu verfilmt werden. Passablen
Literaturkennern dürften da die Haare zu Berge stehen.
Das Knall-Bumm-Pänk-Kino reißt gerade mal wieder einen
Umsatzrekord nach dem anderen. Das hat im Moment überhaupt
kein Problem damit, das irgendwer hinter seinem Feinstaub-
Ofen sitzt und die Luft verpestet.

Das anspruchsvolle Publikum ist übrigens schon seit Jahrzehnten
für das Überleben der Kinos an sich irrelevant. Programmkinos
etc. sind heftig auf Subventionen angewiesen und könnten sich
allein gar nicht tragen.
Post by F. Werner
Also warten wir mal die Verfilmung ab. Die Zeichen stehen eigentlich
nicht schlecht, auch wenn manche Gags gut aber unübersetzbar waren.
Der wichtigste Punkt hier ist ja, das da nicht einfach ein
Neuauflage eines alten Properties mit anderen Schauspielern
etc ist, sondern nach aktuellem Stand halt eine inhaltliche
Fortsetzung mit entsprechend großem Zeitsprung ist.

Hatten wir ja neulich mit Trainspotting.

Muss es solche "Fortsetzungen" geben? Nein. War es ein
gelungener Blick in die Gegenwart der damaligen Charaktere?
Aber sicher! Natürlich nicht ganz so atemberaubend wie der
Ur-Film, aber das kann man halt in der Form nicht wieder-
holen.

Die Frage für mich war, ob und wie der Trainspotting 2 auf
Leute wirkt, die den Ersten nicht kennen.

Und etwas ähnliches kann nun auch bei Bill und Ted folgen.
Ist das "nur" Fan-Service und die Jugend fragt sich, was das
soll. Oder schafft man etwas, das in der Gegenwart verankert
ist und den Alt-Zuschauern zusätzlich Insider bietet.


Film-Produktion ist halt nachwievor teuer. Da will man halt
eine gewisse Garantie haben, das man Ende mehr Geld über
ist, als man reingesteckt hat. Und bei Bill und Ted gibts
halt eine vermutlich nicht geringe Fan-Gemeinschaft, die
garantiert in den Film gehen wird. Egal wie er von der
Kritik im Vorfeld zerrissen wird. Gerade weil die ersten
Teile schon total beknackt waren.


(Und weil ich es gerade in meiner Signatur lese: Beim Alien
Franchise ist die Fan-Gemeinschaft nachwievor groß genug,
das man auch beim x-ten Anlauf immer noch garantierte
Besucher haben wird.)


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
F. Werner
2018-05-15 06:48:49 UTC
Permalink
Raw Message
Was genau kritisiert Du hier? Das das gleiche Werk auf immer wieder
neuen Medien aufgelegt wird? Oder das das gleiche Werk wieder und
wieder adaptiert wird? Oder Beides?
Beides.
Und was ist das Problem daran?
Man zahlt immer wieder für denselben Inhalt. Wenn das für Dich kein
Problem ist: Herzlichen Glückwunsch zum Lottogewinn. Für die meisten
dürfte das eine Geschmacksrichtung des Kuchens "Kundenverarschung" sein.
Da gab's mal was auf Schallplatte. Das darf deswegen nur nochmal auf
Platte neuaufgelegt werden, falls das nochmal wer kaufen will? Oder
beschwerst Du Dich über dieses Gesetz, das jeden Werkbesitzer zwingt,
sich jeden neuen Release auf einem neuen Medium zulegen zu müssen?
Das müßte in der Tat verboten werden, wenn es nicht schon nicht
existieren würde.
Wo ist das verboten?

Wäre es nicht richtiger, Filme denjenigen zur Verfügung zu stellen, die
bereits die DVD gekauft haben? Einen Obulus für die Mehrkosten der neuen
Technik kann man ja einkalkulieren. In einer besseren Welt würde man für
denselben Inhalt nicht mehrfach bezahlen.
Es wird btw. mehr neue Musik produziert und veröffentlicht, als das
je der Fall war. Gerade weil es für Musiker viel einfacher geworden
ist, ihre Musik zugänglich zu machen.
Ja, wenn sie GEMA-Mitglied sind, haben sie tatsächlich Chancen.
Aber nur dann.
Insoweit kann man ja noch nichtmal damit ankommen, das die Remakes
den neuen Inhalten irgendwie die Luft zum Atmen nehmen würden.
Wenn ich immer wieder dasselbe veröffentliche, dann bin ich entweder
ideenlos oder geldgierig. Beides kann der Kunst nicht dienlich sein.
Post by F. Werner
Wenn das Knall-Bumm-Päng-Kino kaum noch jemandem hinter dem Ofen
hervorlockt und die anspruchsvolleren Zuschauer inzwischen Kinos
eher meiden, dann helfen nur noch alte und bewährte Ideen. Jetzt
soll z. B. - Oh, Graus! - tatsächlich "Fahrenheit 451" neu verfilmt
werden. Passablen Literaturkennern dürften da die Haare zu Berge
stehen.
Das Knall-Bumm-Pänk-Kino reißt gerade mal wieder einen Umsatzrekord
nach dem anderen. Das hat im Moment überhaupt kein Problem damit, das
irgendwer hinter seinem Feinstaub- Ofen sitzt und die Luft
verpestet.
Ja, mehr als Geld ist ja in den letzten Jahren auch nicht dabei
herausgekommen.
Das anspruchsvolle Publikum ist übrigens schon seit Jahrzehnten für
das Überleben der Kinos an sich irrelevant. Programmkinos etc. sind
heftig auf Subventionen angewiesen und könnten sich allein gar nicht
tragen.
Wenn jemand eine Zustandsbeschreibung der deutschen Filmkultur sucht, Du
hast sie gefunden.

"Fack you, Göthe" ist vermutlich realsatirischer als man denkt. Wenn
auch unfreiwillig.
Post by F. Werner
Also warten wir mal die Verfilmung ab. Die Zeichen stehen
eigentlich nicht schlecht, auch wenn manche Gags gut aber
unübersetzbar waren.
Der wichtigste Punkt hier ist ja, das da nicht einfach ein Neuauflage
eines alten Properties mit anderen Schauspielern etc ist, sondern
nach aktuellem Stand halt eine inhaltliche Fortsetzung mit
entsprechend großem Zeitsprung ist.
Deshalb schrieb ich ja auch "Warten wir's ab". Ich urteile nicht über
Filme, die ich nicht kenne und schon gar nicht über solche, die noch gar
nicht erschienen sind.
Hatten wir ja neulich mit Trainspotting.
...deren ersten Teil ich nur kenne und angenehm überrascht war.
Muss es solche "Fortsetzungen" geben? Nein. War es ein gelungener
Blick in die Gegenwart der damaligen Charaktere? Aber sicher!
Natürlich nicht ganz so atemberaubend wie der Ur-Film, aber das kann
man halt in der Form nicht wieder- holen.
Warum lässt man es dann nicht einfach? Ich hätte "Indiana Jones" schon
nach dem dritten Teil in Rente geschickt. Eine ähnliche Figur zu
erfinden, soviel Kreativität sollte in Hollywood schon vorhanden sein.
Stattdessen wird eine gute Figur zu Tode geritten.

Aber Dollars, Dollars, Dollars...

FW
H.-P. Schulz
2018-05-15 08:57:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by F. Werner
Aber Dollars, Dollars, Dollars...
Nee *echt jetzt*??!! Mach' Sachen!!!
Also, mit *der* Meinung dürftest Du ja wohl sowas von allein da
stehen!! ...

;-)))
F. Werner
2018-05-15 10:58:48 UTC
Permalink
Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Post by F. Werner
Aber Dollars, Dollars, Dollars...
Nee *echt jetzt*??!! Mach' Sachen!!!
Also, mit *der* Meinung dürftest Du ja wohl sowas von allein da
stehen!! ...
Ich nehme an, Du bist (heute) als Komiker unterwegs.

FW
H.-P. Schulz
2018-05-15 11:54:37 UTC
Permalink
Raw Message
Post by F. Werner
Post by H.-P. Schulz
Post by F. Werner
Aber Dollars, Dollars, Dollars...
Nee *echt jetzt*??!! Mach' Sachen!!!
Also, mit *der* Meinung dürftest Du ja wohl sowas von allein da
stehen!! ...
Ich nehme an, Du bist (heute) als Komiker unterwegs.
Ja - und nein. ;-))
Cornell Binder
2018-05-15 23:39:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by F. Werner
Was genau kritisiert Du hier? Das das gleiche Werk auf immer wieder
neuen Medien aufgelegt wird? Oder das das gleiche Werk wieder und
wieder adaptiert wird? Oder Beides?
Beides.
Und was ist das Problem daran?
Man zahlt immer wieder für denselben Inhalt. Wenn das für Dich kein
Problem ist: Herzlichen Glückwunsch zum Lottogewinn. Für die meisten
dürfte das eine Geschmacksrichtung des Kuchens "Kundenverarschung" sein.
Warum soll man immer wieder für den gleichen Inhalt zahlen,
wenn man das Werk bereits auf einem Medium besitzt? Wenn ich
die Schallplatte habe, muss ich doch keine CD kaufen? Was
übersehe ich hier? Kommt da jetzt jemand und klaut mir meine
Kassetten, weil es auf iTunes Downloads zu kaufen gibt?

Ich verstehe hier echt das Problem nicht.

Wenn ich ein Werk auf einem Medium erworben habe, über des
Nutzung ich die volle Kontrolle habe, ist es mir doch
absulut Wumpe, wenn es davon weitere Auflagen gibt.
Post by F. Werner
Wäre es nicht richtiger, Filme denjenigen zur Verfügung zu stellen, die
bereits die DVD gekauft haben? Einen Obulus für die Mehrkosten der neuen
Technik kann man ja einkalkulieren. In einer besseren Welt würde man für
denselben Inhalt nicht mehrfach bezahlen.
Und wenn es bei Ikea neue Couchen gibt, kann ich dann auch
einfach meine aktuelle eintauschen? Das wäre wohl die beste
Welt.


Der Vorteil an der alten Welt der alten Medien war, das man
die volle Kontrolle hatte, aber auch selbst Sorge um den
Erhalt haben mußte. Einmal gezahlt, und dann wars meins.

Die neuen Medien bieten nun vielfältige neue Modelle bei
denen man zwischen Erwerb und Miete auf unbestimmte Zeit
Zugang zu unbestimmten Formaten von Werken bekommt.

Aber hier dann auch alles ohne Garantien. Dieser Zugang kann
von einem Tag auf den anderen vorbei sein.


Ansonsten ist es wie immer ein leichtes darüber zu filo-
sofieren wie die anderen einem selbst genehmen Geschäfts-
modelle anzubieten haben.
Post by F. Werner
Es wird btw. mehr neue Musik produziert und veröffentlicht, als das
je der Fall war. Gerade weil es für Musiker viel einfacher geworden
ist, ihre Musik zugänglich zu machen.
Ja, wenn sie GEMA-Mitglied sind, haben sie tatsächlich Chancen.
Aber nur dann.
Eher trotz. Die GEMA-Mitgliedschaft kann eher ein Hinderniss
sein, wenn man seine Musik auf neuartigen Wegen zur publizieren.

Ansonsten ist die GEMA dazu da, Abgabe für das Aufführen von
Musik zu verteilen. Die machts sich weder Gedanken darüber
noch hilft sie einem Künstler dabei, das seine Musik überhaupt
zur Aufführung kommt. Das muss der ganz alleine auf die Reihe
bekommen.

Gerade in Deutschland kann die GEMA ein Hemmschuh sein, wenn
ein Künstler flexibel publizieren will.
Post by F. Werner
Insoweit kann man ja noch nichtmal damit ankommen, das die Remakes
den neuen Inhalten irgendwie die Luft zum Atmen nehmen würden.
Wenn ich immer wieder dasselbe veröffentliche, dann bin ich entweder
ideenlos oder geldgierig. Beides kann der Kunst nicht dienlich sein.
Muss es ja auch nicht. Das was Du beschreibst ist Markt-Verhalten.
Da wird etwas bedient, für das es Käufer gibt. Im Allgemeinen
sind das dann auch Käufer denen völlig egal ist, ob das irgendwie
Kunst ist, was sie erwerben, oder nicht.
Post by F. Werner
Muss es solche "Fortsetzungen" geben? Nein. War es ein gelungener
Blick in die Gegenwart der damaligen Charaktere? Aber sicher!
Natürlich nicht ganz so atemberaubend wie der Ur-Film, aber das kann
man halt in der Form nicht wieder- holen.
Warum lässt man es dann nicht einfach?
Warum geht das Huhn über die Straße?


Die Frage ist - mit Verlaub idiotisch - kommt sie doch aus
dem üblichen "Ich brauche das nicht, warum existiert das
überhaupt"-Kosmos. Ist es so schwer zu akzeptieren, das
andere Menschen andere Interesse und Motivationen haben, die
sie jederzeit in ihrer eigenen Verantwortungen umsetzen
dürfen?

Wer hat Dich zum obersten Hüter gemacht, der bestimmt, was
produziert werden darf und was nicht? Denn wir sind wieder
an der Eingangsfrage: Wer zwingt Dich etwas zu konsumieren,
das Dich nicht interessiert? Die naive Annahme, das bei
Verschwinden all dieser Werke plötzlich im Überfluss
erscheinen würde, was Dich zu 100% befriedigt?


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
F. Werner
2018-05-16 07:34:04 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by F. Werner
Man zahlt immer wieder für denselben Inhalt. Wenn das für Dich kein
Problem ist: Herzlichen Glückwunsch zum Lottogewinn. Für die meisten
dürfte das eine Geschmacksrichtung des Kuchens "Kundenverarschung" sein.
Warum soll man immer wieder für den gleichen Inhalt zahlen,
wenn man das Werk bereits auf einem Medium besitzt? Wenn ich
die Schallplatte habe, muss ich doch keine CD kaufen? Was
übersehe ich hier? Kommt da jetzt jemand und klaut mir meine
Kassetten, weil es auf iTunes Downloads zu kaufen gibt?
Ein Differenzbetrag für das Medium wäre angemessen. Oder wenn man bei
Amazon Video einen Film gegen geringes Aufgeld ewig streamen könnte. Den
Inhalt hat man ja bereits gezahlt.
Post by Cornell Binder
Wenn ich ein Werk auf einem Medium erworben habe, über des
Nutzung ich die volle Kontrolle habe, ist es mir doch
absulut Wumpe, wenn es davon weitere Auflagen gibt.
Es handelt sich aber nicht um weitere Auflagen sondern um den Verkauf
des gleichen Inhalts in anderer Form. Deshalb wäre es nur gerecht, wenn
man den "Formaufwand" bezahlen müsste, nicht aber denselben Inhalt nochmal.
Post by Cornell Binder
Post by F. Werner
Wäre es nicht richtiger, Filme denjenigen zur Verfügung zu stellen, die
bereits die DVD gekauft haben? Einen Obulus für die Mehrkosten der neuen
Technik kann man ja einkalkulieren. In einer besseren Welt würde man für
denselben Inhalt nicht mehrfach bezahlen.
Und wenn es bei Ikea neue Couchen gibt, kann ich dann auch
einfach meine aktuelle eintauschen? Das wäre wohl die beste
Welt.
Das kann man nicht vergleichen. Ein besserer Vergleich wäre, wenn Du
einen Röhrenfernseher gegen einen Flachbildfernseher eintauscht und
anschließend mehr GEZ-Gebühren zahlen musst. Du hast ja jetzt einen
Flachbildfernseher mit besserer Qualität.
Post by Cornell Binder
Die neuen Medien bieten nun vielfältige neue Modelle bei
denen man zwischen Erwerb und Miete auf unbestimmte Zeit
Zugang zu unbestimmten Formaten von Werken bekommt.
...und zwar auch bezahlt zu Werken, die man bereits gezahlt hat.
Post by Cornell Binder
Aber hier dann auch alles ohne Garantien. Dieser Zugang kann
von einem Tag auf den anderen vorbei sein.
Das ist der Trick, aus altem Wein neues Geld zu machen.
Post by Cornell Binder
Ansonsten ist es wie immer ein leichtes darüber zu filo-
sofieren wie die anderen einem selbst genehmen Geschäfts-
modelle anzubieten haben.
Ja, der Kunde scheint kein König zu sein.
Post by Cornell Binder
Gerade in Deutschland kann die GEMA ein Hemmschuh sein, wenn
ein Künstler flexibel publizieren will.
Ja, oder ein Geldeintreiber, wenn es um Musikvertrieb geht. Möchtest Du
ein Internet-Radio betreiben? 500.- €/Jahr! Oder eine Apotheke und dort
Radio hören? Kein Problem: für 250.- €/Jahr bist Du dabei.
Post by Cornell Binder
Post by F. Werner
Wenn ich immer wieder dasselbe veröffentliche, dann bin ich entweder
ideenlos oder geldgierig. Beides kann der Kunst nicht dienlich sein.
Muss es ja auch nicht. Das was Du beschreibst ist Markt-Verhalten.
Genau: die Durch-Kommerzialisierung der Kunst.
Post by Cornell Binder
Da wird etwas bedient, für das es Käufer gibt. Im Allgemeinen
sind das dann auch Käufer denen völlig egal ist, ob das irgendwie
Kunst ist, was sie erwerben, oder nicht.
Das sollte aber keine Rolle spielen.
Post by Cornell Binder
Die Frage ist - mit Verlaub idiotisch - kommt sie doch aus
dem üblichen "Ich brauche das nicht, warum existiert das
überhaupt"-Kosmos. Ist es so schwer zu akzeptieren, das
andere Menschen andere Interesse und Motivationen haben, die
sie jederzeit in ihrer eigenen Verantwortungen umsetzen
dürfen?
"Krieg der Welten" vermittelt, dass die Menschheit zusammenhalten muss,
will sie einen gemeinsamen Feind besiegen und dass die Natur oft selbst
repariert, was sie verbrochen hat.

"Die Zeitmaschine" vermittelt, dass die Menschheit ihre Bildung und
Autonomie nicht vernachlässigen darf, weil sie sonst die Hauptmahlzeit
sein könnte.

"Die Welle" erinnert Jugendliche daran, nicht jedem "Messias" zu folgen.
Er könnte Hitler heißen.

"Bis das Blut gefriert" vermittelt den Mut, sich seinen Ängsten zu
stellen, weil man sie besiegen kann.

Die "Blues Brothers" stellen die Obrigkeit ständig in Frage und machen
als Underdogs einfach ihr Ding.

Die Remakes dieser großartigen Filme vermitteln überhaupt nichts mehr
(um mal die übelsten zu nennen, die ich kenne) außer billiges
Popcorn-Kino, um den Kunden noch einen Dollar aus dem Kreuz zu leiern.

Das vermute ich bei "Fahrenheit" auch: Feierabendkino ohne Denkanspruch
für Leute, die wissen, dass etwas falsch läuft, aber nicht was.

Für das 200. Remake von "Transformers" und dergleichen, kann man das
sicher goutieren. Aber bei Weltliteratur sollte man doch ein bisschen
vorsichtig sein.

Daher standen mir bei der Ankündigung des Remakes die Haare zu Berge.

Natürlich kann man immer sagen, man solle Filme nicht ansehen, die einem
nicht gefallen. Aber in der Gesellschaft, mit den Menschen, die sich
sowas ansehen, mit denen musst *Du* dann leben.

Und der Weg von einem Unterhaltungsremake zu einer Umdeutung ist nicht
weit. Kluge Leute bleiben da wachsam...

FW
Cornell Binder
2018-05-16 13:29:41 UTC
Permalink
Raw Message
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Post by F. Werner
Man zahlt immer wieder für denselben Inhalt. Wenn das für Dich kein
Problem ist: Herzlichen Glückwunsch zum Lottogewinn. Für die meisten
dürfte das eine Geschmacksrichtung des Kuchens "Kundenverarschung" sein.
Warum soll man immer wieder für den gleichen Inhalt zahlen,
wenn man das Werk bereits auf einem Medium besitzt? Wenn ich
die Schallplatte habe, muss ich doch keine CD kaufen? Was
übersehe ich hier? Kommt da jetzt jemand und klaut mir meine
Kassetten, weil es auf iTunes Downloads zu kaufen gibt?
Ein Differenzbetrag für das Medium wäre angemessen. Oder wenn man bei
Amazon Video einen Film gegen geringes Aufgeld ewig streamen könnte. Den
Inhalt hat man ja bereits gezahlt.
Nein, Du hast eben nicht den Film bezahlt, sondern das
Träger-Medium mit einer Kopie des Filmes. Daraus folgt NICHT
das Du auf alle Ewigkeit jetzt das Recht hast, Dir diesen
Film anzuschauen.
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Wenn ich ein Werk auf einem Medium erworben habe, über des
Nutzung ich die volle Kontrolle habe, ist es mir doch
absulut Wumpe, wenn es davon weitere Auflagen gibt.
Es handelt sich aber nicht um weitere Auflagen sondern um den Verkauf
des gleichen Inhalts in anderer Form. Deshalb wäre es nur gerecht, wenn
man den "Formaufwand" bezahlen müsste, nicht aber denselben Inhalt nochmal.
Das heißt also, wenn ich einmal eine Bratwurst gekauft habe,
bekomme ich zukünftig saftigen Rabatt auf Bratwurst, weil ich
das ja der gleiche Inhalt ist, den ich schon mal bezahlt habe?


Dein Irrtum ist nachwievor, das Du stur davon ausgehst, das
der Erwerb eines Trägermediums mit einer lebenslangen Lizenz
auf den Inhalt verbunden ist. Das ist in unserem aktuellen
Rechtssystem nicht der Fall.

Andere Interpretationen hätten auch nichts mit Gerechtigkeit
zu tun, sondern wären erstmal nur andere Interpretationen.

Aber selbst wenn man ein Anrecht auf zukünftige Träger zu
reinen Herstellungskosten hätte, würden dann die Diskussions
losgehen, ob denn die veranschlagten Herstellungskosten der
Trägermedien gerecht seien. Derjenig der den Träger herstellt
darf ja wohl Gewinn machen, oder? Wie ist es, wenn der
Besitzer des Inhalts sich einen Hersteller kauft? Darf er
dann noch Gewinn machen? Fragen über Fragen. (Die aktuell
btw auch schon relevant sind, wenn es um Gewinnbeteiligungen
geht.)


Apropos, ich schaue ja viele Filme bereits im Kino. Erwerbe
ich damit dann auch ein Anrecht auf einen vergünstigten
Träger? Ist mein Rabatt höher, weil die Kinokarte auch
teurer war? Hängt das vom Tag des Kinobesuches ab?
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Post by F. Werner
Wäre es nicht richtiger, Filme denjenigen zur Verfügung zu stellen, die
bereits die DVD gekauft haben? Einen Obulus für die Mehrkosten der neuen
Technik kann man ja einkalkulieren. In einer besseren Welt würde man für
denselben Inhalt nicht mehrfach bezahlen.
Und wenn es bei Ikea neue Couchen gibt, kann ich dann auch
einfach meine aktuelle eintauschen? Das wäre wohl die beste
Welt.
Das kann man nicht vergleichen. Ein besserer Vergleich wäre, wenn Du
einen Röhrenfernseher gegen einen Flachbildfernseher eintauscht und
anschließend mehr GEZ-Gebühren zahlen musst. Du hast ja jetzt einen
Flachbildfernseher mit besserer Qualität.
Aber ich muss auch Rundfunkbeitrag bezahlen, wenn ich
keinerlei Inhalte sehe die durch ihn produziert wurden.
Egal in welcher Qualität.
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Aber hier dann auch alles ohne Garantien. Dieser Zugang kann
von einem Tag auf den anderen vorbei sein.
Das ist der Trick, aus altem Wein neues Geld zu machen.
Nein. Das ist technische und wirtschaftliche Realität.

Server(farmen) kosten Unterhalt. Da braucht man kontinuierlich
neues Geld.
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Ansonsten ist es wie immer ein leichtes darüber zu filo-
sofieren wie die anderen einem selbst genehmen Geschäfts-
modelle anzubieten haben.
Ja, der Kunde scheint kein König zu sein.
Es gibt halt keinen Zwang, Leute anbieten zu müssen was sie
wollen. Du hsat ja bestimmt auch nur dort gearbeitet, wo Dir
die Bedingungen gepaßt haben, oder warst/bist Du einer
dieser seltenen Menschen, der selbstlos alles erfüllt, was
der Arbeitgeber möchte?
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Gerade in Deutschland kann die GEMA ein Hemmschuh sein, wenn
ein Künstler flexibel publizieren will.
Ja, oder ein Geldeintreiber, wenn es um Musikvertrieb geht. Möchtest Du
ein Internet-Radio betreiben? 500.- EUR/Jahr! Oder eine Apotheke und dort
Radio hören? Kein Problem: für 250.- EUR/Jahr bist Du dabei.
Was hat das mit der Feststellung zu tun, das heute mehr
Musik produziert wird denn je? Mit der Feststellung, das die
Wiederauflage von alter Musik in keinster Weise verhindert
das es neue Musik gibt? Nichts, rein gar nichts.
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Da wird etwas bedient, für das es Käufer gibt. Im Allgemeinen
sind das dann auch Käufer denen völlig egal ist, ob das irgendwie
Kunst ist, was sie erwerben, oder nicht.
Das sollte aber keine Rolle spielen.
Tut es für diese Gruppe ja auch nicht.
Post by F. Werner
Post by Cornell Binder
Die Frage ist - mit Verlaub idiotisch - kommt sie doch aus
dem üblichen "Ich brauche das nicht, warum existiert das
überhaupt"-Kosmos. Ist es so schwer zu akzeptieren, das
andere Menschen andere Interesse und Motivationen haben, die
sie jederzeit in ihrer eigenen Verantwortungen umsetzen
dürfen?
[willkürliche Liste von Remakes]
Die Remakes dieser großartigen Filme vermitteln überhaupt nichts mehr
(um mal die übelsten zu nennen, die ich kenne) außer billiges
Popcorn-Kino, um den Kunden noch einen Dollar aus dem Kreuz zu leiern.
Aus der Feststellung das es gescheiterte Remakes gibt, folgt
nicht die Schlußfolgerung, das jedes Remake überflüssig ist.

Wäre dem so, müßte man Theater sofort schließen, da jede
Aufführung immer nur Remake einer früheren Aufführung seien
kann. Überraschenderweise muss man das aber von Inszenierung
zu Inszenierung unterschieden, ob sie etwas vermittelt.
Post by F. Werner
Das vermute ich bei "Fahrenheit" auch: Feierabendkino ohne Denkanspruch
für Leute, die wissen, dass etwas falsch läuft, aber nicht was.
Du wolltest Doch nicht über Filme urteilen, die Du (noch)
nicht gesehen hast.
Post by F. Werner
Natürlich kann man immer sagen, man solle Filme nicht ansehen, die einem
nicht gefallen. Aber in der Gesellschaft, mit den Menschen, die sich
sowas ansehen, mit denen musst *Du* dann leben.
Ich muss auch mit einer Welt klarkommen, in der Menschen
vorschreiben sollen, wovon es Remakes geben darf, und wovon
nicht.
Post by F. Werner
Und der Weg von einem Unterhaltungsremake zu einer Umdeutung ist nicht
weit. Kluge Leute bleiben da wachsam...
Wie verhinderst Du, das das Urwerk umgedeutet wird? Das
Problem der Zeit ist ja, das sie die Umstände ändert und man
oft gar nicht mehr nachvollziehen kann, wie das Werk initial
wirken sollte und dann wirkte.

Bedenken wir die Wirkung des Radiohörspiels. Das war ja auch
nur eine Adaption fürs Radio. Ein Remake. Dort hat es etwas
geschaffen, was das Buch nie erreichen konnte. Warum sollte
dort eigentlich die erste Verfilmung für irgendetwas
repräsentativ seien? Der Stoff ist von 1898, der Film erst
fünzig (50!) Jahre später entstanden. Waren diese 50 Jahre
notwendig um die Botschaft wahrhaftiger zu vermitteln? Ist
dort eine Umdeutung des Buches ausgeschlossen? Gibt es erst
durch den Film überhaupt eine Botschaft, die das Buch nie
hatte?

Mir scheint es, das kluge Leute oft den Fehler machen, bei
einem Erstkontakt mit einem Stoff das jeweilige Medium für
die ausschlaggebende Referenz zu halten und nachfolgende
Adaption für minderwertig bis überflüssig. In seeliger
Ignoranz über das, was alles davor kam.

(Immer ganz lustig wenn über den Anhalter diskutiert wird.)


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
H.-P. Schulz
2018-05-16 11:22:53 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Cornell Binder
Warum soll man immer wieder für den gleichen Inhalt zahlen,
wenn man das Werk bereits auf einem Medium besitzt? Wenn ich
die Schallplatte habe, muss ich doch keine CD kaufen? Was
übersehe ich hier? Kommt da jetzt jemand und klaut mir meine
Kassetten, weil es auf iTunes Downloads zu kaufen gibt?
Man kann schon unterscheiden:

a) abermals zahlen, weil ein Inhalt in technisch objektiv verbesserter
Form konkret(!) verfügbar ist. (Das wäre der LP --> CD Fall)

b) abermals zahlen, weil man nicht mehr Besitzer des konkreten Mediums
(CD, DVD usw.) ist, sondern nur Nutzungszeit mieten muss.
Post by Cornell Binder
Wenn ich ein Werk auf einem Medium erworben habe, über des
Nutzung ich die volle Kontrolle habe, ist es mir doch
absulut Wumpe, wenn es davon weitere Auflagen gibt.
Bei FWs Argumentation scheint es sowieso ein bisschen durcheinander zu
gehen:
- selbes Werk, andere "Darreichungsform"
- Original vs Remake (bzw Sequel o.ä.)

Man sollte sich mal auf einen Punkt zur Zeit einigen.
Post by Cornell Binder
Der Vorteil an der alten Welt der alten Medien war, das man
die volle Kontrolle hatte, aber auch selbst Sorge um den
Erhalt haben mußte. Einmal gezahlt, und dann wars meins.
Ja, und mit der Ausweitung des Habenmüssen-Wahns (von diesem Wahn lebt
eine Riesen-Industrie, und zwar *bon*!, an ihm hängen -zig tausende
sog. Arbeitsplätze!) will heute jeder (zumindest wird ihm "nah
gelegt", es zu wollen) Kontrolle über so viele Unterhaltungs- oder
meinetwegen auch Kunst-Bitzelchen haben, wie früher, als alles besser
war, nur absolute (und betuchte!) Freaks hatten: Die Nerds mit den
Post by Cornell Binder
2000 LPs; ich kann mich auch noch an Nerds mit >300 Tonbändern
erinnern!
Und wieviele MC hatte denn ein einigermaßen engagierter Aufnehmer in
den 70ern, 80ern? Was Dreistelliges war das auch!

Diese Verführung durch *jederzeitige Verfügbarkeit*, *Kontrolle*, hat
seither weiteste Kreise gezogen.
Inzwischen ist aber auch die Mobilität, die Verfügbarkeit *an jedem
Ort* als Werbe-Mantra dazu gekommen, - und dazu passt dann die
konkrete, dingliche Präsenz der "Konserve" nicht mehr. Also Reduktion
aufs reine Empfangsmedium. Medien*dateien*, die etwa auf einem mobilen
Wiedergabegerät gespeichert sind, sind da ein Mittelding. Und ich sehe
voraus, dass das mittelfristig abgeschafft wird. So ginge dann die
Kontrolle über den tatsächlichen _Inhalt_ gänzlich auf den Anbieter,
den Verkäufer ("Vermieter") über, - wobei dieser Anbieter auch
wiederum nur das Front-End, oder sagen wir die Schnittstelle ist:
Hinter diesem Anbieter kann eine beliebig lange Kette von
Rechteinhabern, Kontrolleuren, Anpassern, Aufpassern usw.usf. ihr
Wesen treiben.
Post by Cornell Binder
Muss es ja auch nicht. Das was Du beschreibst ist Markt-Verhalten.
Da wird etwas bedient, für das es Käufer gibt.
Im Allgemeinen
sind das dann auch Käufer denen völlig egal ist, ob das irgendwie
Kunst ist, was sie erwerben, oder nicht.
In der Tat ist, im Zusammenhang mit Markt die *Kunst*-Frage auch nur
zu erwägen, hochgradig verblasen.
Post by Cornell Binder
(...) Ist es so schwer zu akzeptieren, das
andere Menschen andere Interesse und Motivationen haben, die
sie jederzeit in ihrer eigenen Verantwortungen umsetzen
dürfen?
Au-Ha! Du willst, wenn wir von _Markt_ sprechen, nicht ernstlich das
Motivation-Verantwortung-Interessen-Fass aufmachen, oder?

Im Markt gibt es das alles *nicht*, im Markt gibt es nur einzig und
allein *eines*: Verkauf. Also Geschäft.
Der ganze Motivation-Bedarf-Interessen-Begehr-uswusf-FIRLEFANZ ist
*ohne Belang*. An diesem Firlefanz arbeiten sich unentwegt alle jene
ab, die, bewusst oder unbewusst, einen Rest von Zweifel, Unbehagen,
Unglauben an der realexistierenden Markt-Totalität haben. Sie
versuchen, um ihrer Selbstachtung und ihres Seelenfriedens Willen, die
vollkommene Unfreiheit als vollkommene Freiheit zu deuten. (Ganz
abgesehen davon, dass allein schon der Umstand, *dass* überhaupt
"Freiheit" ernstlich begackert wird, vom Endsieg der *einen*, der
Freiheit des Marktes nämlich, kündet.)
Post by Cornell Binder
Wer hat Dich zum obersten Hüter gemacht, der bestimmt, was
produziert werden darf und was nicht?
Mal abseits dieser rhetorischen Frage:
Mir wäre jedes Régime über Produktion ("der bestimmt, was
produziert werden darf und was nicht") lieber als das des Markts
("unsichtbare Hand" und so ...)! Mir wäre eine *sichtbare Hand*
allemal lieber!
Da Ressourcen (und Reserven) endlich sind, muss - so oder so -
*gewirtschaftet* werden.
Bezüglich dessen, was mich betrifft, weiß ich gern, was warum
geschieht. Da nun - die Erde ist eine kleine Kugel! - jeden alles
betrifft, wäre es klug, nicht mehr als absolut unvermeidbar dem Zufall
zu überlassen (... und das wäre immer noch eine zum Verzweifeln große
Menge!). Markt"wirtschaft" (in Anführungszeichen, denn just eines ist
Markt punktgenau *nicht*: Wirtschaft) ist ein völlig wahnsinniges
Konstrukt, schon weil es ihn (Markt) in einer Idealform nicht geben
kann. Und in der realexistierenden Form bringt er mehr Menschen um als
sämtliche - ebenfalls nicht ideale - Nichtmarkt-Versuche zusammen.
Und "umbringen" muss nicht immer "biologischen Tod herbeiführen"
heißen.
Post by Cornell Binder
Denn wir sind wieder
an der Eingangsfrage: Wer zwingt Dich etwas zu konsumieren,
das Dich nicht interessiert?
Und in die "Niemand zwingt dich"-Falle gelatscht ...
Post by Cornell Binder
Die naive Annahme, das bei
Verschwinden all dieser Werke plötzlich im Überfluss
erscheinen würde, was Dich zu 100% befriedigt?
Wie gesagt, F.W.s Position ist fast schon rührend verpeilt.
Aber Du machst hier, ich weiß nicht, warum, den Marktradikalen, was
zwar ganz nett nach Checker und Pragmatiker klingt, aber ebenso nach
abgefrühstückt, nach Monade, nach Reduziertheit.
Bist dann auch ein Umgebrachter.

[BTW Was soll das sein in deiner Sig? Englisch??
Tip: Schreib 's auf Deutsch, denn dessen scheinst Du ja, wie ich lese,
hinreichend mächtig zu sein.]
Cornell Binder
2018-05-16 14:06:28 UTC
Permalink
Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Post by Cornell Binder
(...) Ist es so schwer zu akzeptieren, das
andere Menschen andere Interesse und Motivationen haben, die
sie jederzeit in ihrer eigenen Verantwortungen umsetzen
dürfen?
Au-Ha! Du willst, wenn wir von _Markt_ sprechen, nicht ernstlich das
Motivation-Verantwortung-Interessen-Fass aufmachen, oder?
Nein. Eigene Verantwortung ist dort in dem Sinne gedacht,
sie sie bei der Erstellung der Werke keine Rechte Dritter
berühren, etc. Also nicht irgendwie Ressource wegkaufen,
oder so. Ich kann ja andere dadurch stören, in dem ich ihnen
die Möglichkeit nehmen würde überhaupt eigene Werke
erstellen zu können.

Es war nicht damit gemeint, das aus dem erstellten Werk
selbst keinerlei Verwantwortung folgt, resp. das für Folgen
die durch die Publikation entstehen keine solche über-
nommen werden soll.
Post by H.-P. Schulz
Da Ressourcen (und Reserven) endlich sind, muss - so oder so -
*gewirtschaftet* werden.
Die Frage ist nicht ob sie endlich sind, sondern ob für alle
Teilnehmenden ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen.
Da gibt es nämlich solche und solche Ressourcen.

Im Kino haben wir das offensichtliche Problem, das die
Anzahl der Leinwände beschränkt ist und der Betreiber einen
gewissen Profit erwirtschaften muss. Da wird er sich
natürlich genau überlegen was er wann und wo zeigt. Da haben
es kleinste Indie-Produktionen eher schwierig Präsenz zu
haben.

Im Internet hingegen ist es für solche Produktionen trivial
grundlegend verfügbar zu sein. Bei der Monetarisierung wird
man eher auf alternative Modelle zugreifen müssen, als auf
klassische Abrechnung pro Augenpaar.


Welche Regulierung könnte hier allerdings wem wie helfen?
Wenn wir im Kino festlegen, das es nur x-prozent Blockbuster
und Mainstreamfilme geben darf, ist zu erwarten, das die
Zuschauer den anderen Teil aber kaum sehen wollen und somit
am Ende Besucher ausbleiben. Kompensieren kann man das (und
tut es ja auch) mit Subventionen, so das es für den
Betrieber kein Nachteil ist Filme zu zeigen, die nicht die
Hütte voll machen. Dann kommt aber die Frage auf, welche
Filme subventioniert gezeigt werden dürfen oder gar müssen.
Post by H.-P. Schulz
Post by Cornell Binder
Denn wir sind wieder
an der Eingangsfrage: Wer zwingt Dich etwas zu konsumieren,
das Dich nicht interessiert?
Und in die "Niemand zwingt dich"-Falle gelatscht ...
Bin ich auf einen Troll reingefallen? Vermutlich. Aber damit
kann ich leben. Ich habe gerade Zeit.
Post by H.-P. Schulz
Wie gesagt, F.W.s Position ist fast schon rührend verpeilt.
Aber Du machst hier, ich weiß nicht, warum, den Marktradikalen, was
zwar ganz nett nach Checker und Pragmatiker klingt, aber ebenso nach
abgefrühstückt, nach Monade, nach Reduziertheit.
Ich bin nicht marktradikal, sondern erstmal nur Realist. Ob
das ganze so gut ist und bar jeder Verbesserung steht auf
einem anderen Platz. Aber solange die Realität nicht
verstanden werden will, ist es schwierig darüber zu reden,
was besser oder zumindest anders werden sollte.
Post by H.-P. Schulz
Bist dann auch ein Umgebrachter.
Ich bin was?


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
H.-P. Schulz
2018-05-16 17:29:27 UTC
Permalink
Raw Message
Ich war so frei (!), ein bisschen ins Große Ganze zu gehen, und den
Unterhaltungsmarkt als aktuelles - NG-konformes - Exempel zu nehmen.

War also sozusagen etwas "OffT".

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