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Wonder Woman
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Andreas M. Kirchwitz
2017-09-08 14:04:27 UTC
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Raw Message
Hallo Kino-Fans!

Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden. Gal Gadot macht in "Wonder Woman"
eine gute Figur in den Kampfszenen, und erfreulicherweise muss
sie auch nicht ständig Brüste oder Hintern zeigen, sondern die
Kamera zeigt meist einfach nur ihr hübsches Gesicht. Das ist
eine angenehme Entwicklung.

Aber warum muss "Wonder Woman" als naives Dummchen dargestellt werden?
Ist das in den Comics auch so schlimm? Bei Supergirl (TV-Serie) hat
mich das auch schon genervt.

Ist dies das neue Frauenbild? Frauen haben jetzt Zugang zur
Führungsebene, aber nur wenn sie dumm wie Stroh sind und ein
Mann (hier Chris Pine) ihnen sagt, was sie tun sollen?

Und wenn Frauen mal eine starke Rolle spielen dürfen wie letztens
Jessica Chastain in Miss Sloane, dann sind's halt ansonsten völlig
kaputte Weiber.

Vielleicht ist es ja auch einfach mein eigenes Frauenbild,
mit dem was nicht stimmt...

Davon abgesehen ist "Wonder Woman" ein unbefriedigender Film gewesen.
Für die gebotene Handlung viel zu lang... das hätte eher getaugt als
30 Minunten Vorspiel für einen richtigen Film mit richtiger Handlung.
Doch hier geht man nach über 2 Stunden mit "knurrendem" Kopf aus
dem Kino, weil man sich um einen richtigen Film betrogen fühlt.
"Wonder Woman" predigt was von Frieden und Liebe, metztelt aber
selbst brutal alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt.

Optisch mal wieder opulent gemacht, obwohl einige Tricks auffallend
schlecht berechnet worden sind. Zack Snyder war schon mal besser.

Jaja, ist halt eine typische Comic-Verfilmung, und eigentlich weiß
man längst, was einen dabei erwartet. Selbst schuld, wer da jammert.

Die hohe IMDB-Wertung irritiert mich allerdings, obwohl die
Nutzer-Kritiken nicht gerade voller Begeisterung sind.

Kann man sehen, muss man aber nicht ... Andreas
J J Panury
2017-09-08 14:23:30 UTC
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Post by Andreas M. Kirchwitz
Ist dies das neue Frauenbild?
In Kreisen, wo man etwas wie ein "Frauenbild" hat bzw. meint haben zu
sollen/müssen, ist das das alte wie das "neue". Das mittlere auch.

scnr
Gerald Gruner
2017-09-10 14:15:19 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden. Gal Gadot macht in "Wonder Woman"
eine gute Figur in den Kampfszenen, und erfreulicherweise muss
sie auch nicht ständig Brüste oder Hintern zeigen, sondern die
Kamera zeigt meist einfach nur ihr hübsches Gesicht. Das ist
eine angenehme Entwicklung.
Man sollte nur keine Interviews von ihr lesen. Ihre Haarfarbe ist wohl nur
äußerlich dunkel...
Post by Andreas M. Kirchwitz
Aber warum muss "Wonder Woman" als naives Dummchen dargestellt werden?
Ist das in den Comics auch so schlimm? Bei Supergirl (TV-Serie) hat
mich das auch schon genervt.
Nunja, viele männliche "Superheldenrollen" sind auch irgendwie sehr
steroetyp, siehe "Thor" oder früher "He-Man" usw. - halbnackt, viel Bizeps,
wenig Hirn...

MfG
Gerald
--
No trees were killed in the sending of this message. However
a large number of electrons were terribly inconvenienced.
Cornell Binder
2017-09-11 11:29:04 UTC
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Post by Gerald Gruner
Post by Andreas M. Kirchwitz
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden. Gal Gadot macht in "Wonder Woman"
eine gute Figur in den Kampfszenen, und erfreulicherweise muss
sie auch nicht ständig Brüste oder Hintern zeigen, sondern die
Kamera zeigt meist einfach nur ihr hübsches Gesicht. Das ist
eine angenehme Entwicklung.
Man sollte nur keine Interviews von ihr lesen. Ihre Haarfarbe ist wohl nur
äußerlich dunkel...
Was ja bei männlichen Schauspielern durch die Bank nie der
Fall ist. Da werden ja ausschließlich Mensa-Mitglieder
gecastet. m(


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
Gerald Gruner
2017-09-12 19:13:34 UTC
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Raw Message
Post by Gerald Gruner
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen in
Actionfilmen besetzt werden. Gal Gadot macht in "Wonder Woman" eine
gute Figur in den Kampfszenen, und erfreulicherweise muss sie auch
nicht ständig Brüste oder Hintern zeigen, sondern die Kamera zeigt
meist einfach nur ihr hübsches Gesicht. Das ist eine angenehme
Entwicklung.
Man sollte nur keine Interviews von ihr lesen. Ihre Haarfarbe ist wohl
nur äußerlich dunkel...
Was ja bei männlichen Schauspielern durch die Bank nie der Fall ist. Da
werden ja ausschließlich Mensa-Mitglieder gecastet. m(
Natürlich nicht. Wobei man sich bei einigen Schauspielern/innen heftig
verschätzen kann...

Ich habe nur kurz vor diesem Posting ein Interview von ihr gelesen, das so
engstirnig war, dass sie vermutlich mit beiden Augen zugleich durch ein
Schlüsselloch gucken kann.

MfG
Gerald
--
No trees were killed in the sending of this message. However
a large number of electrons were terribly inconvenienced.
Cornell Binder
2017-09-11 11:27:58 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Aber warum muss "Wonder Woman" als naives Dummchen dargestellt werden?
Ist das in den Comics auch so schlimm? Bei Supergirl (TV-Serie) hat
mich das auch schon genervt.
Naiv und dumm sind zwei Paar Schuhe, die Du hier sehr
leichtfertig als zusammengehöriges Paar verwendest.

Naiv ist sie wirklich, aber eben nicht dumm. Naiv vor allem,
weil sie ja von der "realen" Welt abgeschottet wurde und
dementsprechend unbedarft ist. Woher sollte sie auch eine
entsprechende Abgeklärtheit oder gar Zynismus haben?
Post by Andreas M. Kirchwitz
Ist dies das neue Frauenbild? Frauen haben jetzt Zugang zur
Führungsebene, aber nur wenn sie dumm wie Stroh sind und ein
Mann (hier Chris Pine) ihnen sagt, was sie tun sollen?
Du verrennst Dich da etwas, wenn Du das Frauenbild aus-
schließlich am Verhalten der Hauptfigur in der "realen" Welt
festmachst.

Es gehört übrigens auch mehr zu einem positiven Frauenbild
in Comic-Verfilmungen als nur eine kluge Heldin zu haben.


Ein besondere Aspekt sind z.B. die Kostüme. Es gibt einen
wunderbaren Artikel einer IIRC Cos-Playerin über den
Umstand, das wir es hier mit funktionaler Kleidung zu tuen
haben die auch in der Geschichte ihre Vorbilder findet. Wo
das bei Männer normal ist (jetzt bitte als Widerspruch mit
den Nippeln an Batmans Kostüm kommen), das jedes Kleidungs-
stück eine logische Funktion hat, ist das bei Frauen in
Comics (in den Heldenrollen) dann doch eher die Ausnahme.
Gerade Wonderwomen war da in der Vergangenheit hauptsächlich
Unterwäschemodel.

Der Film hat gezeigt, das man ohne Probleme auch echte
funktionale Kleidung zeigen kann, ohne auch nur etwas vom
"Reiz" der Comics zu verlieren.


Apropos dumm. Ich hatte den Eindruck, das die Männer im Film
überwiegend als Idioten dargestellt wurden. So kann sich
die Wahrnehmung unterscheiden.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Vielleicht ist es ja auch einfach mein eigenes Frauenbild,
mit dem was nicht stimmt...
Genau. Es kann nur ein Entweder-Oder sein! Feine Zwischen-
töne wären ja auch total unmännlich! Hut ab, das Du Dich als
Mann überhaupt getraut hast den Film zu sehen!

</ironie>
Post by Andreas M. Kirchwitz
Davon abgesehen ist "Wonder Woman" ein unbefriedigender Film gewesen.
Für die gebotene Handlung viel zu lang... das hätte eher getaugt als
30 Minunten Vorspiel für einen richtigen Film mit richtiger Handlung.
Doch hier geht man nach über 2 Stunden mit "knurrendem" Kopf aus
dem Kino, weil man sich um einen richtigen Film betrogen fühlt.
Ja, er ist etwas lang.
Post by Andreas M. Kirchwitz
"Wonder Woman" predigt was von Frieden und Liebe, metztelt aber
selbst brutal alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt.
Das ist ein essentieller und unauflösbares Problem. Ich kann
da aber auch nicht erkennen, das der Film den letzteren Part
in irgendeiner Form glorifiziert oder zumindest als "na gut,
machen wir das halt" abtut.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Optisch mal wieder opulent gemacht, obwohl einige Tricks auffallend
schlecht berechnet worden sind. Zack Snyder war schon mal besser.
Für jeden Film werden wir einen Aspekt finden, den ein
anderer Film schon mal besser gemacht hat. Das ist auch gar
nicht erfüllbar, und wird überraschend auch gar nicht von
jedem Film angestrebt.

Kann man natürlich kritisieren. Haben andere Poster aber
schon besser gemacht. >:)
Post by Andreas M. Kirchwitz
Jaja, ist halt eine typische Comic-Verfilmung, und eigentlich weiß
man längst, was einen dabei erwartet. Selbst schuld, wer da jammert.
Nein, sie ist nicht typisch. Oder willst Du mir ernsthaft
erzählen, das die Inszenierung von weiblichen Superhelden
immer auf diesem Niveau erfolgt? (Und bitte nicht am der
Naivität der Hauptfigur festbeissen)
Post by Andreas M. Kirchwitz
Die hohe IMDB-Wertung irritiert mich allerdings, obwohl die
Nutzer-Kritiken nicht gerade voller Begeisterung sind.
Hast Du Dir mal "professionelle" Kritiken zum Film durch-
gelesen? Da wird eigentlich ganz gut aufgezählt, was an
Wonder Women anders ist.

Um es auch gleich klarzustellen: Natürlich ist Wonder Woman
jetzt nicht der Meilenstein der Kinogeschichte. Aber im
Rahmen von Comic-Verfilmungen ist es ein wichtiger Schritt
und ein deutliches Signal, das es eben auch anders geht, als
nur pralle Brüste in knallbunte Unterwäsche zu verpacken.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
Andreas M. Kirchwitz
2017-09-12 00:37:43 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Andreas M. Kirchwitz
Aber warum muss "Wonder Woman" als naives Dummchen dargestellt werden?
Naiv und dumm sind zwei Paar Schuhe, die Du hier sehr
leichtfertig als zusammengehöriges Paar verwendest.
Ich muss gestehen, über meine Wortwahl nicht lange nachgedacht
zu haben. Im folgenden komme ich auf "dumm" noch mal zurück.
Post by Cornell Binder
Naiv ist sie wirklich, aber eben nicht dumm. Naiv vor allem,
weil sie ja von der "realen" Welt abgeschottet wurde und
dementsprechend unbedarft ist. Woher sollte sie auch eine
entsprechende Abgeklärtheit oder gar Zynismus haben?
Ja, das verstehe ich, auf der Amazoneninsel Themyscira gibt's
kein Spiegel Online und das Wissen über die Welt außerhalb ist
ein bisschen eingerostet. Zudem schottet Mami Hippolyte ihre
Tochter Diana ja auch absichtlich ab, wodurch Wonder Woman
quasi in einer doppelt heilen Welt aufwächst.

So richtig erstaunt scheinen die Mädels aber nicht zu sein, dass
es da draußen fesche Männer gibt, und Wonder Woman zeigt sich
auch erfreulich offen gegenüber der Welt außerhalb und lässt
sich von nichts so leicht aus der Ruhe bringen.

Anfangs springen ein paar nette Gags raus, weil Wonder Woman
sich erst noch anpassen muss, aber gerade weil sie das alles
im Grunde recht locker aufnimmt ...

... wirkt es auf mich unpassend, dass sie weiterhin stur ihren
"Ich muss Ares töten, dann wird alles gut"-Plan verfolgt. Dieses
übertriebene Festklammern passt nicht zum Rest der dargestellten
Figur. Das war es, was ich mit "dumm" meinte. Es mag nur ein
winziges Detail sein, aber auf mich wirkte es insgesamt störend
und hat meinen Gesamteindruck beeinflusst.

Ist vielleicht etwas unfair, den ganzen Film auf diesen einen Aspekt
zu reduzieren. Insofern danke für Deine Geduld mit mir. Mal wieder. :-)
Post by Cornell Binder
Der Film hat gezeigt, das man ohne Probleme auch echte
funktionale Kleidung zeigen kann, ohne auch nur etwas vom
"Reiz" der Comics zu verlieren.
Ui, worauf Leute so achten... bewusst aufgefallen ist mir nur
das Ballkleid mit dem Schwert hinten auf dem Rücken. Vermutlich
nicht sehr bequem, dafür ist der Rücken immer schon gerade.
Fand ich cool!
Post by Cornell Binder
Apropos dumm. Ich hatte den Eindruck, das die Männer im Film
überwiegend als Idioten dargestellt wurden. So kann sich
die Wahrnehmung unterscheiden.
Sorry, ich hatte nur Augen für Gal Gadot.
Post by Cornell Binder
Post by Andreas M. Kirchwitz
Die hohe IMDB-Wertung irritiert mich allerdings, obwohl die
Nutzer-Kritiken nicht gerade voller Begeisterung sind.
Hast Du Dir mal "professionelle" Kritiken zum Film durch-
gelesen? Da wird eigentlich ganz gut aufgezählt, was an
Wonder Women anders ist.
Das werde ich aus Neugier nachholen.
Post by Cornell Binder
Um es auch gleich klarzustellen: Natürlich ist Wonder Woman
jetzt nicht der Meilenstein der Kinogeschichte. Aber im
Rahmen von Comic-Verfilmungen ist es ein wichtiger Schritt
und ein deutliches Signal, das es eben auch anders geht, als
nur pralle Brüste in knallbunte Unterwäsche zu verpacken.
So heiß ich Gal Gadot auch finde - dass Wonder Woman keine
Fleischbeschau geworden ist, hat mir gut gefallen und das
bewerte ich auch positiv.

Wonder Woman hat ihren eigenen Film bekommen. Auch bei anderen
Comic-Helden ist mir das zuweilen etwas zu langatmig geraten.
Vielleicht muss man Comic-Fan sein, um darauf abzufahren.
Ich hatte mit Comics nie viel am Hut. Ich freue mich schon
auf den nächsten Wonder-Woman-Film... dann braucht man kein
Vorgeplänkel mehr, sondern es kann gleich zur Sache gehen.

Grüße, Andreas
Cornell Binder
2017-09-12 05:35:16 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
... wirkt es auf mich unpassend, dass sie weiterhin stur ihren
"Ich muss Ares töten, dann wird alles gut"-Plan verfolgt. Dieses
übertriebene Festklammern passt nicht zum Rest der dargestellten
Figur. Das war es, was ich mit "dumm" meinte. Es mag nur ein
winziges Detail sein, aber auf mich wirkte es insgesamt störend
und hat meinen Gesamteindruck beeinflusst.
In der Tat ist diese Obsession aus dem Film heraus nur mit
Wohlwollen nachvollziehbar. Wobei ich das aber eher dem Film
in der Form vorwerfe, das wir nicht genug "Indoktrination"
sehen. Das z.B. Menschen stur an Weltbildern festhalten, ist
ja jetzt nicht unlogisch. Wir wissen nur nicht immer warum.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Ist vielleicht etwas unfair, den ganzen Film auf diesen einen Aspekt
zu reduzieren. Insofern danke für Deine Geduld mit mir. Mal wieder. :-)
Dazu sind wir hier ja da. Wenn alle nur auf Dauer gegen die
Wand referieren, könnten wir ja auch ins heise- oder SPON-
Forum wechseln. >:)
Post by Andreas M. Kirchwitz
Post by Cornell Binder
Der Film hat gezeigt, das man ohne Probleme auch echte
funktionale Kleidung zeigen kann, ohne auch nur etwas vom
"Reiz" der Comics zu verlieren.
Ui, worauf Leute so achten... bewusst aufgefallen ist mir nur
das Ballkleid mit dem Schwert hinten auf dem Rücken. Vermutlich
nicht sehr bequem, dafür ist der Rücken immer schon gerade.
Fand ich cool!
Das ist halt wieder so ein Punkt mit der persönlichen
Betroffenheit. Ich achte ja bei anderen Leute noch nicht mal
auf Schuhe. (Ich gehe davon aus, das sie welche tragen, aber
der Rest ist mir dann total Schnuppe. :) Ich hätte es ohne
den Artikel ehrlich gesagt auch nicht bemerkt, das man sich
auf klare historische Vorlagen bezieht, aber das es mehr als
nur sexy Unterwäsche ist, war mir zumindest aufgefallen.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Ich hatte mit Comics nie viel am Hut. Ich freue mich schon
auf den nächsten Wonder-Woman-Film... dann braucht man kein
Vorgeplänkel mehr, sondern es kann gleich zur Sache gehen.
Ein weiterer interessanter Punkt ist, das für nicht Wenige
der Film ein wichtiger Silberstreif am Horizont für die
Zukunft der DC-Comic-Verfilmungen ist. Da ging ja in der
Vergangenheit vieles schief. Und auch Batman hat ein paar
Knackse abbekommen. Aber Wonder-Woman macht - trotz Längen -
Hoffnung, das bei DC noch nicht alles verloren ist.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache .............................. 2610
Mein neues bestes Stück ............................................... 2609
Alien: Covenant ....................................................... 2608
Andy Angerer
2017-09-12 14:27:48 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Post by Cornell Binder
Um es auch gleich klarzustellen: Natürlich ist Wonder Woman
jetzt nicht der Meilenstein der Kinogeschichte. Aber im
Rahmen von Comic-Verfilmungen ist es ein wichtiger Schritt
und ein deutliches Signal, das es eben auch anders geht, als
nur pralle Brüste in knallbunte Unterwäsche zu verpacken.
So heiß ich Gal Gadot auch finde - dass Wonder Woman keine
Fleischbeschau geworden ist, hat mir gut gefallen und das
bewerte ich auch positiv.
Gäweida!
Der Sinn von Superheldenkostümen ist doch seit jeher genau der, daß man eben
Muskeln & Titten gut sehen kann!

<scnr>
--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de
Sebastian Will
2017-09-16 23:16:54 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Anfangs springen ein paar nette Gags raus, weil Wonder Woman
sich erst noch anpassen muss, aber gerade weil sie das alles
im Grunde recht locker aufnimmt ...
... wirkt es auf mich unpassend, dass sie weiterhin stur ihren
"Ich muss Ares töten, dann wird alles gut"-Plan verfolgt. Dieses
übertriebene Festklammern passt nicht zum Rest der dargestellten
Figur. Das war es, was ich mit "dumm" meinte. Es mag nur ein
winziges Detail sein, aber auf mich wirkte es insgesamt störend
und hat meinen Gesamteindruck beeinflusst.
Das wird doch am Anfang mit der Historie der Amazonen erklärt. Die
Götter erschufen die Amazonen, um die Menschen mit Liebe zu beeinflussen
und den Frieden auf der Welt zu sichern. Da alle Amazonen mit dieser
Vorstellung aufwachsen, ist es natürlich auch das höchste Ziel.

Eigentlich. Denn die anderen Amazonen tun die Überlieferung ja bereits
als "Stories" ab und glauben nicht daran, dass dies die entscheidene
Schlacht ist. So muss sich Wonder Woman alleine aufmachen.
--
Sebastian

http://saturnusphilosophorum.com
Sebastian Will
2017-09-16 22:59:21 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Aber warum muss "Wonder Woman" als naives Dummchen dargestellt werden?
Ist das in den Comics auch so schlimm? Bei Supergirl (TV-Serie) hat
mich das auch schon genervt.
Supergirl ist weitaus schlimmer. Die ist schon seit 20 Jahren auf der
Erde und ist auch schon seit 20 Jahren Supergirl. Trotzdem kommt sie mit
ihrem Leben und ihrer Rolle nicht zurecht.

Wonder Woman ist hingegen eine gefestigte Frau, die in eine neue Welt
tritt. Das einzig Naive an ihr, ist etwas Typisches für Superhelden: die
Vorstellung, dass ein Mann oder eine Frau, wenn nur genügend
Willensstärke vorhanden ist, die Welt retten kann. Naiver Eskapismus ist
der eigentliche Grund, warum Superhelden überhaupt entstanden sind.

Und dies bedient Wonder Woman ziemlich gut. Wie sie sich mit dem Übel
und der Ungerechtigkeit nicht abfindet, wie sie ikonenhaft aus dem
Schützengraben des Weltkriegs steigt, wie sie das Maschinengewehr- und
Granatfeuer auf sich zieht - rattatattatat, blingblingbling - wie sie
durch die Menge von deutschen Soldaten pflügt. Fantastisch.

Das Finale ist hingegen für mich erwartbar enttäuschend. In der Gegend
rumschwebende Figuren, die mit komischen Energiestrahlen auf sich
schießen. Explosionen hier, Explosionen da. Pathetische
Phrasendrescherei. Overkill in allen Belangen und das gedehnt ins
Unendliche. Im Gegensatz zu den anderen Actionszenen, kann ich da nicht
mitfiebern.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Ist dies das neue Frauenbild? Frauen haben jetzt Zugang zur
Führungsebene, aber nur wenn sie dumm wie Stroh sind und ein
Mann (hier Chris Pine) ihnen sagt, was sie tun sollen?
Die Männer versuchen zumindest, ihr zu sagen, was sie tun soll, nur hält
sie sich nicht dran. Dann ist es ja eher so, dass die Männer ihr
hinterlaufen, sobald die Wonder Womans Fähigkeiten erkennen.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Davon abgesehen ist "Wonder Woman" ein unbefriedigender Film gewesen.
Für die gebotene Handlung viel zu lang... das hätte eher getaugt als
30 Minunten Vorspiel für einen richtigen Film mit richtiger Handlung.
Doch hier geht man nach über 2 Stunden mit "knurrendem" Kopf aus
dem Kino, weil man sich um einen richtigen Film betrogen fühlt.
"Wonder Woman" predigt was von Frieden und Liebe, metztelt aber
selbst brutal alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt.
Ein Blick in die ersten Comics aus den 1940er Jahren ist interessant.
Voller Bondage und "kinky fetish". Der Erfinder von Wonder Woman war ein
illusterer Geselle. Ein Doktor der Psychologie, der sich ein Matriarchat
erträumte. In dieser Zeit ist Wonder Woman eine pazifistische Figur. Sie
benutzt gar kein Schwert, sondern nur ihr Lasso. Im Laufe der Jahrzehnte
wandelt sich das natürlich und diese Diskrepanz sieht man auch im Film.
Wonder Woman predigt Liebe und Frieden, während der Body Count stetig
nach oben zählt. Als Zugeständnis sind immerhin alle Tode völlig blutarm.
Post by Andreas M. Kirchwitz
Optisch mal wieder opulent gemacht, obwohl einige Tricks auffallend
schlecht berechnet worden sind. Zack Snyder war schon mal besser.
Ja, manche Computereffekte fand ich auch schlecht (Wonder Womans
Rumgespringe, genereller Computerspielgrafik-Look, der ein
Zeitgeist-Phänomen zu sein scheint). Snyder war übrigens nur Produzent.

Der Film wird nicht gerade mein Leben verändern, aber insgesamt ist
Wonder Woman ein solider Superheldenfilm, mit einigen herausragenden
Szenen und der trotz 140 Minuten Laufzeit nicht langweilig wird.
--
Sebastian

http://saturnusphilosophorum.com
Christian Weisgerber
2017-09-17 15:00:09 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Will
Wonder Woman predigt Liebe und Frieden, während der Body Count stetig
nach oben zählt. Als Zugeständnis sind immerhin alle Tode völlig blutarm.
Das ist an die kommerziell wichtige Altersfreigabe PG-13 in den USA
geknüpft.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Sebastian Will
2017-09-20 19:38:43 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden.
Tomb Raider kommt.



Könnte besser werden als Wonder Woman, also für mich zumindest.
--
Sebastian

http://saturnusphilosophorum.com
Tim Landscheidt
2017-09-20 21:21:07 UTC
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Post by Sebastian Will
Post by Andreas M. Kirchwitz
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden.
Tomb Raider kommt.
http://youtu.be/8ndhidEmUbI
Könnte besser werden als Wonder Woman, also für mich zumindest.
Ich habe Wonder Woman nicht gesehen, aber der Trailer
scheint (neben manch fürchterlich amateuerhaftem CGI) doch
ein sehr weiter Schritt von den ersten beiden Filmen zu
sein. Jolies Croft wirkte wie ein weiblicher James Bond, im-
mer obenauf und „cool“; bei Vikanders bekommt man eher Mit-
leid und hofft, dass sie jemand in den Arm nehmen wird.

Tim
Sebastian Will
2017-09-21 20:53:14 UTC
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Raw Message
Post by Tim Landscheidt
Post by Sebastian Will
Post by Andreas M. Kirchwitz
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden.
Tomb Raider kommt.
http://youtu.be/8ndhidEmUbI
Könnte besser werden als Wonder Woman, also für mich zumindest.
Ich habe Wonder Woman nicht gesehen, aber der Trailer
scheint (neben manch fürchterlich amateuerhaftem CGI) doch
ein sehr weiter Schritt von den ersten beiden Filmen zu
sein. Jolies Croft wirkte wie ein weiblicher James Bond, im-
mer obenauf und „cool“; bei Vikanders bekommt man eher Mit-
leid und hofft, dass sie jemand in den Arm nehmen wird.
Ansichtssache. Den ersten Tomb-Raider-Film habe ich als mittelmäßig in
Erinnerung und den zweiten als Gurke. Da stehen die Chancen nicht
schlecht, dass mir der neue Film besser gefallen wird. Aber ich will den
Tag nicht vor dem Abend loben.
--
Sebastian

http://saturnusphilosophorum.com
MacBlack
2017-09-30 09:31:53 UTC
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Raw Message
Post by Andreas M. Kirchwitz
Hallo Kino-Fans!
Gerne sehe ich, wenn auch Frauen inzwischen öfter für Hauptrollen
in Actionfilmen besetzt werden. Gal Gadot macht in "Wonder Woman"
eine gute Figur in den Kampfszenen, und erfreulicherweise muss
sie auch nicht ständig Brüste oder Hintern zeigen, sondern die
Kamera zeigt meist einfach nur ihr hübsches Gesicht. Das ist
eine angenehme Entwicklung.
...
Die hohe IMDB-Wertung irritiert mich allerdings, obwohl die
Nutzer-Kritiken nicht gerade voller Begeisterung sind.
Kann man sehen, muss man aber nicht ... Andreas
Volle Zustimmung für diese Rezension!

Ich habe (leider) meine Frau mit in diesen Film geschleppt, die alles
andere als erbaut von „Wonder Woman“ war.

Wirklich gefallen hat uns nur die Sequenz im Amazonenland.


Es grüßt MacBlack

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