Discussion:
Gravity
(zu alt für eine Antwort)
Andy Angerer
2016-03-28 11:31:05 UTC
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Raw Message
Endlich hab ich ihn gesehen; im Kino hatte ich ihn leider versäumt.

Der beste Film seit langer Zeit!

Wer ihn noch nicht kennt, sollte das bei nächster Gelegenheit ändern.
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Florian Maier
2016-03-28 12:43:36 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Endlich hab ich ihn gesehen; im Kino hatte ich ihn leider versäumt.
Der beste Film seit langer Zeit!
Wie schrieb ein weiser Mann hier vor nicht allzu langer Zeit:
*seufz*

Inwiefern?
Post by Andy Angerer
Wer ihn noch nicht kennt, sollte das bei nächster Gelegenheit ändern.
Es ist sicherlich ein handwerklich sehr gut gemachter und alles in allem
guter Film, aber besonders angetan war ich von ihm nicht. Im Nachhinein
betrachtet wirkt er wie ein schwacher Vorgeschmack auf den Marsianer,
wobei es natürlich auch Geschmackssache ist, ob man seine
Weltraum-Überlebensdramen mit etwas Humor oder durchgehend
melodramatisch mag.

Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Werner Tann
2016-03-28 14:13:33 UTC
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Raw Message
Post by Florian Maier
Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Für mich ist gute SF Lichtjahre weg von "Realismus", und die besten
Streifen des Genres sind wissenschaftlich gesehen purer Unsinn. Wenn
ich Realismus will, kaufe ich mir eine DVD über die Marssonden etc.
Wenn ich Wissenschaft will, lese ich ein Buch über Quantentheorie. SF
ist ein erzählendes Genre. Wenn in einer erfundenen Geschichte alles
so ist wie in der Wirklichkeit, ist dem Autor nichts eingefallen, und
er hat deshalb die Wirklichkeit einfach "abgeschrieben".

Im Usenet scheinen sich die letzten Mohikaner der gnadenlosen Hard-SF
zu versammeln. Unter dem normalen Kino-Publikum sind sie längst
ausgestorben.
Florian Maier
2016-03-28 14:31:29 UTC
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Raw Message
Post by Werner Tann
Post by Florian Maier
Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Für mich ist gute SF Lichtjahre weg von "Realismus", und die besten
Streifen des Genres sind wissenschaftlich gesehen purer Unsinn.
Auch wenn ich das so nicht ganz unterschreiben würde, denn es gibt auch
einige sehr gute Hard-SF-Filme, aber ein guter SF-Film kann und darf
natürlich völlig unrealistisch sein.
Post by Werner Tann
Wenn in einer erfundenen Geschichte alles
so ist wie in der Wirklichkeit, ist dem Autor nichts eingefallen, und
er hat deshalb die Wirklichkeit einfach "abgeschrieben".
Da muss ich nun entschieden widersprechen. Realismus und Realität sind
nicht dasselbe. Ein Autor kann einen spannenden Plot erfinden, der genau
so passieren könnte, aber in der Realität halt nicht passiert ist.
Post by Werner Tann
Im Usenet scheinen sich die letzten Mohikaner der gnadenlosen Hard-SF
zu versammeln. Unter dem normalen Kino-Publikum sind sie längst
ausgestorben.
Ich würde mich nicht als gnadenlosen Hard-SF-Anhänger bezeichnen. Aber
die Macher des Films haben nunmal keine Möglichkeit ausgelassen, den
Film als super-realistisch anzupreisen, und diesem Anspruch wird der
Film einfach nicht gerecht.

Und selbst wenn man solche Aussagen nicht miteinbezieht und nur den Film
als für sich selbst stehendes Werk betrachtet, komme ich nicht umhin
festzustellen, dass der Plot in Gravity (z.B. im Vergleich zu anderen
SF-Filmen) eher sehr schlicht gehalten ist und einen Großteil seiner
Dramatik daraus beziehen will, dass er halt garnicht wie SF wirkt,
sondern wie etwas, was in der Realität passieren könnte. Damit das
funktioniert, ist ein gewisser Grad an Realismus aber zumindest für mich
nötig.
J J Panury
2016-03-28 16:02:13 UTC
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Raw Message
Post by Florian Maier
Da muss ich nun entschieden widersprechen. Realismus und Realität sind
nicht dasselbe.
Sehr richtig!
Post by Florian Maier
Ein Autor kann einen spannenden Plot erfinden, der genau
so passieren könnte, aber in der Realität halt nicht passiert ist.
heißt: Eine Geschichte - und jetzt sei gesetzt, sie kommt nicht als
_Märchen_ daher! -, die nur passieren könnte, wenn Naturgesetze
partiell "außer Kraft" wären, ist eine letzten Endes religiöse
Geschichte.
Post by Florian Maier
(...) Damit das
funktioniert, ist ein gewisser Grad an Realismus aber zumindest für mich
nötig.
"Gravity" ist eine religiöse Geschichte wie x ähnliche davor u.
danach. Der religiöse Inhalt lautet: Wenn ein Amerikaner (gemeint: ein
U.S.Amerikaner) wirklich und echt und ganz doll *will*, machen sogar
die Naturgesetze mal eine Ausnahme; Amerikaner sind gesegnete,
superiore Menschen.

(Ich habe "Gravity" erst kürzlich gesehen. Kaufen mochte ich's nicht,
aber in der öff. Bücherhalle war's grad' da.)
Andy Angerer
2016-03-29 13:27:59 UTC
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Raw Message
Post by J J Panury
"Gravity" ist eine religiöse Geschichte wie x ähnliche davor u.
danach. Der religiöse Inhalt lautet: Wenn ein Amerikaner (gemeint: ein
U.S.Amerikaner) wirklich und echt und ganz doll *will*, machen sogar
die Naturgesetze mal eine Ausnahme; Amerikaner sind gesegnete,
superiore Menschen.
Ganz am Ende, als sie nach ihrer Wasserung ans Ufer schwamm, ertappte ich
mich bei dem Gedanken "und jetzt kommt ein Krokodil und frisst sie".
_Das_ wär mal ein Schluß gewesen.
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Cornell Binder
2016-03-28 18:32:26 UTC
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Raw Message
Post by Florian Maier
Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Woran *im* Film machst Du das fest? Ist jetzt natürlich 'ne
doofe Frage, wenn Du Dich selbst gar nicht mehr so genau
erinnern kannst. Ich frage nur deshalb, weil der Film sich
selbst da äußert bedeckt hält.

In der Promotion wurde (durchaus zu Recht) darauf verwiesen,
das sich der Film sehr stark um Realismus bemüht. Aber das
muss man dann der Promition vorwerfen und nicht dem Film.

Der Film selbst muss halt - wie fast alle Filme die in der
Realität verankert sind - halt bestimmte Dinge einfach mal
übergehen, damit die Handlung voran kommt.

Wer Hyper-Realismus will, muss halt Farbe beim Trocknen
zuschauen. Denn selbst in den Dogma-Filmen ist man sehr,
flexibel was die Dogmen betrifft und die Handlungen sind
dort ja auch "künstlich".


Insoweit finde ich es oft schade, das man sich so selten
darüber freut, das der Bullshit-Faktor in einem Film
deutlich gering ist, sondern man sich stattdessen erst Recht
auf eine Fehlersuche begibt um aufzutriumphieren, das
irgendein Detail nicht perfekt ist.

Das war ja auch das Tragische am Marsianer. Da gibt es mal
einen Film der wissenschaftliche Vorgehensweise (für mich
sehr unterhaltsam) zelebriert, aber nein, das darf man ja
nur, wenn jedes Detail 100% akkurat ist.


[Früher habe ich das gern die deutsche Krankheit genannt. Bei
der Verbesserungen des Status Quo üblicherweise abgelehnt
werden, weil ja kein perfekter Zustand erreicht wird. Statt-
dessen nimmt man lieber weiterhin den schlechteren Status
Quo als zu einem neuen Status Quo zu kommen der zwar eben
noch nicht perfekt aber immerhin besser ist. Total irre.]


CoBi
--
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Florian Maier
2016-03-28 20:10:52 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Woran *im* Film machst Du das fest? Ist jetzt natürlich 'ne
doofe Frage, wenn Du Dich selbst gar nicht mehr so genau
erinnern kannst. Ich frage nur deshalb, weil der Film sich
selbst da äußert bedeckt hält.
Ich habe zur Gedächtnisauffrischung
<http://akas.imdb.com/title/tt1454468/goofs> herangezogen.

Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.

Das fängt schon damit an, dass das Grundproblem des (zu allem Überfluss
auch noch wiederkehrenden) Satelliten-Trümmerfelds in der Realität so
nicht möglich ist, geht damit weiter, dass das Shuttle und beide
Raumstationen anscheinend im selben Orbit nur ein paar Kilometer
entfernt sein sollen und endet schließlich damit, dass die gezeigten
Manöver, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, so nicht mal
ansatzweise funktionieren würden.
Post by Cornell Binder
In der Promotion wurde (durchaus zu Recht) darauf verwiesen,
das sich der Film sehr stark um Realismus bemüht. Aber das
muss man dann der Promition vorwerfen und nicht dem Film.
Darauf ging ich in meinem anderen Posting ja schon etwas ein.
Post by Cornell Binder
Der Film selbst muss halt - wie fast alle Filme die in der
Realität verankert sind - halt bestimmte Dinge einfach mal
übergehen, damit die Handlung voran kommt.
Zwischen "Dinge übergehen" und "Dinge falsch darstellen" ist aber schon
noch ein Unterschied.
Post by Cornell Binder
Insoweit finde ich es oft schade, das man sich so selten
darüber freut, das der Bullshit-Faktor in einem Film
deutlich gering ist, sondern man sich stattdessen erst Recht
auf eine Fehlersuche begibt um aufzutriumphieren, das
irgendein Detail nicht perfekt ist.
Das Problem ist, dass der BS-Faktor bei Gravity eben nicht gering ist.
Es wird nur für Laien der Eindruck erweckt, dass es so wäre. Weniger
schlimm, aber ähnlich, ist es auch bei Interstellar, in dem doch einige
der physikalischen Erklärungen nur scheinbar und oberflächlich einen
Sinn ergeben. Allerdings hat der Film im Gegensatz zu Gravity den
Vorteil, dass sein Plot nicht so sehr vom Realismus abhängig ist und
auch mit etwas handwedelnder Pseudo-Wissenschaft noch ganz gut funktioniert.
Post by Cornell Binder
Das war ja auch das Tragische am Marsianer. Da gibt es mal
einen Film der wissenschaftliche Vorgehensweise (für mich
sehr unterhaltsam) zelebriert, aber nein, das darf man ja
nur, wenn jedes Detail 100% akkurat ist.
Schöner Strohmann.

Ich fand den Marsianer auch sehr unterhaltsam und gelungen. Und im
Gegensatz zu Gravity haben die Macher sich da auch tatsächlich Mühe
gegeben, die wissenschaftliche Seite korrekt darzustellen. Es half
wahrscheinlich sehr, dass sie dafür bereits eine gute Buchvorlage hatten.
Cornell Binder
2016-03-28 22:15:42 UTC
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Raw Message
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
Wenn es ein Film über Orbitalmechanik wäre, dann könnte man
den Ärger ja verstehen.
Post by Florian Maier
Das fängt schon damit an, dass das Grundproblem des (zu allem Überfluss
auch noch wiederkehrenden) Satelliten-Trümmerfelds in der Realität so
nicht möglich ist, geht damit weiter, dass das Shuttle und beide
Raumstationen anscheinend im selben Orbit nur ein paar Kilometer
entfernt sein sollen und endet schließlich damit, dass die gezeigten
Manöver, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, so nicht mal
ansatzweise funktionieren würden.
Das sind beides Plot-Devices ohne die wir keinerlei Film
hätten. Diese Nummer kann man bei fast jedem Film ziehen.
Man stelle sich nur vor die Menschen würden mehr miteinander
reden. Die meisten Filme wären dann nach 15 Minuten vorbei,
weil die restliche Handlung üblicherweise auf Mißverständnis-
sen und unvollständigem Wissen beruht.

Das ist jetzt natürlich keine Rechtfertigung, aber halt eine
der üblichen Kröten die man akzeptieren muss. Sonst sollte
man grundsätzlich nichts schauen, was keine Dokumentation
ist.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Der Film selbst muss halt - wie fast alle Filme die in der
Realität verankert sind - halt bestimmte Dinge einfach mal
übergehen, damit die Handlung voran kommt.
Zwischen "Dinge übergehen" und "Dinge falsch darstellen" ist aber schon
noch ein Unterschied.
Genauso gibt es aber auch ein Unterschied zwischen unwahr-
scheinlich und unrealistisch!

Vermutlich gibt es auch beim Handlungs/Settings-Realismus
ein "uncanny valley". Je knapper es an der Realität ist um
so stärker wird es als falsch abgelehnt.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Insoweit finde ich es oft schade, das man sich so selten
darüber freut, das der Bullshit-Faktor in einem Film
deutlich gering ist, sondern man sich stattdessen erst Recht
auf eine Fehlersuche begibt um aufzutriumphieren, das
irgendein Detail nicht perfekt ist.
Das Problem ist, dass der BS-Faktor bei Gravity eben nicht gering ist.
Was genau nimmst Du denn als Maßstab? Ich nehme die anderen
Filme mit vergleichbaren Setting der letzten Jahre und frage
mich verwundert worauf Du hinauswillst.
Post by Florian Maier
Es wird nur für Laien der Eindruck erweckt, dass es so wäre.
Ich glaube Du deutest über. (Ich bin hier btw. auch nicht
angetreten um Dich davon zu überzeugen das Gravity der
tollste Film ist der wo im Weltall spiel, falls Du jetzt
Angst hat.)

Vielleicht nennst Du mir einfach mal ein paar Filme die mit
Weltraum-Realismus *deutlich* besser umgehen. Da scheine ich
viel verpaßt zu haben.
Post by Florian Maier
Weniger
schlimm, aber ähnlich, ist es auch bei Interstellar, in dem doch einige
der physikalischen Erklärungen nur scheinbar und oberflächlich einen
Sinn ergeben. Allerdings hat der Film im Gegensatz zu Gravity den
Vorteil, dass sein Plot nicht so sehr vom Realismus abhängig ist und
auch mit etwas handwedelnder Pseudo-Wissenschaft noch ganz gut funktioniert.
Also doch uncanny valley. Weil Interstellar also erkennbar
unmöglich ist, dürfen die machen was sie wollen, wohingegen
ein Gravity aus einer vermutlich nahen Zukunft auf Herz und
Nieren zu prüfen ist?
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Das war ja auch das Tragische am Marsianer. Da gibt es mal
einen Film der wissenschaftliche Vorgehensweise (für mich
sehr unterhaltsam) zelebriert, aber nein, das darf man ja
nur, wenn jedes Detail 100% akkurat ist.
Schöner Strohmann.
Nix Strohmann. Bei "The Martian" kam auch noch wieder so
eine Verhaltensweise dazu, die ich gerade auch wieder viel-
fach bei "Batman vs. Superman" beobachten darf. "Ich kann
mir gar nicht vorstellen, das man das gute verfilmt hat, als
muss es schlecht seien". Siehe auch Reaktionen zum Ghost-
busters-Trailer.


Bei all diesen Diskussionen ist für mich immer spannend, die
Meßlatten herauszufinden mit denen gemessen wird und dann
daran zu zerbrechen, wie willkürlich diese angelegt werden.
Post by Florian Maier
Ich fand den Marsianer auch sehr unterhaltsam und gelungen. Und im
Gegensatz zu Gravity haben die Macher sich da auch tatsächlich Mühe
gegeben, die wissenschaftliche Seite korrekt darzustellen. Es half
wahrscheinlich sehr, dass sie dafür bereits eine gute Buchvorlage hatten.
<loriot>Ach?</loriot>

Und trotzdem hat der Marsianer den riesigen Vorteiler einer
fantastischen Physik. Denn der Film kann Probleme einfach
durch zukünftige Erkentnisse lösen. *Kunststück*


CoBi
--
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Robin Koch
2016-03-28 23:23:46 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das fängt schon damit an, dass das Grundproblem des (zu allem Überfluss
auch noch wiederkehrenden) Satelliten-Trümmerfelds in der Realität so
nicht möglich ist, geht damit weiter, dass das Shuttle und beide
Raumstationen anscheinend im selben Orbit nur ein paar Kilometer
entfernt sein sollen und endet schließlich damit, dass die gezeigten
Manöver, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, so nicht mal
ansatzweise funktionieren würden.
Das sind beides Plot-Devices ohne die wir keinerlei Film
hätten. Diese Nummer kann man bei fast jedem Film ziehen.
Man stelle sich nur vor die Menschen würden mehr miteinander
reden. Die meisten Filme wären dann nach 15 Minuten vorbei,
weil die restliche Handlung üblicherweise auf Mißverständnis-
sen und unvollständigem Wissen beruht.
Aus aktuellem Anlass fällt mir dazu spontan "Ödipus" von Sophokles ein.
Hätten Iokaste und Laios (Ödipus' (leibliche) Eltern) Ödipus einfach
selber erstickt, oder was weiß ich, anstatt jemanden ihn aussetzen zu
lassen wäre die Geschichte vorbei, noch bevor sie begonnen hat.

Dieses Phänomen gibt es also schon über 2000 Jahre. :-)
Post by Cornell Binder
Vermutlich gibt es auch beim Handlungs/Settings-Realismus
ein "uncanny valley". Je knapper es an der Realität ist um
so stärker wird es als falsch abgelehnt.
*Die* Idee finde ich sehr interessant!

Ich habe "Gravity" eben gesehen[1] und mich auch hin und wieder dabei
erwischt Dinge als "unlogisch" zu betrachten die ich in Popcornfilmen
oder fantastischeren Geschichten eiskalt ignoriert hätte.[2]

Und das was Du mit dem Uncanny Valley vergleichst kommt mir tatsächlich
bekannt vor. Ich kann in Filmen (und anderen Geschichten) die
merkwürdigsten Dinge problemlos akzeptieren. Ich habe oft genug mit
Freunden über Filme und ihre Fehler "gelästert" und ihn dann hinterher
trotzdem gut gefunden.

Und bei manchen Geschichten denke ich mir dann manchmal "Wieso haben sie
*das* jetzt nicht auch noch durchgezogen?"
Wie ein Marathonläufer, der nur 40km läuft.

Bei der Gelegenheit kann vielleicht jemand mein Gedächtnis auffrischen.
Ich meine mal einen Begriff dafür gehört zu haben, dass Menschen in der
Lage sind ihr realistisches Logikempfinden auszuschalten und sich der
Logik und den Regeln eines Filmes (oder allgemein einer Geschichte)
quasi anzupassen.
Aber mitr fällt nicht mehr ein, wie das hieß. :-/

[1] Ich fand ihn eigentlich ganz gut. Einer der selteneren Fälle in
denen ich zwischendurch nicht auf die Uhr guckte und auch nicht wusste
wie lang der Film eigentlich ist.

[2] Vor allem, wenn sie mit dem kurzen Impuls der Bremsen ein 100km
entferntes Ziel ansteuern will ohne eine angemessene Zielvorrichtung
für's Rückwärts fliegen zu besitzen. Konsequenterweise wurde auch gar
nicht erst gezeigt, dass/wie sie die Kapsel umgedreht hat.
(Die anschließende Feuerlöscherszene ist dann wieder nicht
unrealistischer als die Handschuhszene in "Der Marsianer".)
--
Robin Koch
Florian Maier
2016-03-29 11:13:53 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Robin Koch
Bei der Gelegenheit kann vielleicht jemand mein Gedächtnis auffrischen.
Ich meine mal einen Begriff dafür gehört zu haben, dass Menschen in der
Lage sind ihr realistisches Logikempfinden auszuschalten und sich der
Logik und den Regeln eines Filmes (oder allgemein einer Geschichte)
quasi anzupassen.
Aber mitr fällt nicht mehr ein, wie das hieß. :-/
Suspension of Disbelief?
Post by Robin Koch
[1] Ich fand ihn eigentlich ganz gut. Einer der selteneren Fälle in
denen ich zwischendurch nicht auf die Uhr guckte und auch nicht wusste
wie lang der Film eigentlich ist.
Langweilig fand ich ihn auch nicht, ich habe ihm ja eingangs auch
immerhin ein "alles in allem gut" attestiert.
Post by Robin Koch
(Die anschließende Feuerlöscherszene ist dann wieder nicht
unrealistischer als die Handschuhszene in "Der Marsianer".)
Jepp, das war interessanterweise auch die einzige Szene, die mir im
Marsianer aufgefallen ist, wo sie sich nennenswert von der Buchvorlage
entfernt haben und sofort sank der Realismus-Grad. Im Buch wird der
Ironman-Plan von Watney als Alternative zur Bombe aufgebracht, aber von
den anderen wegen Unkontrollierbarkeit verworfen.
Robin Koch
2016-03-29 13:10:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Robin Koch
Bei der Gelegenheit kann vielleicht jemand mein Gedächtnis auffrischen.
Ich meine mal einen Begriff dafür gehört zu haben, dass Menschen in der
Lage sind ihr realistisches Logikempfinden auszuschalten und sich der
Logik und den Regeln eines Filmes (oder allgemein einer Geschichte)
quasi anzupassen.
Aber mitr fällt nicht mehr ein, wie das hieß. :-/
Suspension of Disbelief?
Ja, das kommt mir bekannt vor...
*google*
*wikipedia*

"Die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit (engl. willing suspension
of disbelief) ist eine Theorie, die das Verhalten von Menschen gegenüber
künstlerischen Werken zu erklären versucht."

Prima, danke!
Post by Florian Maier
Post by Robin Koch
(Die anschließende Feuerlöscherszene ist dann wieder nicht
unrealistischer als die Handschuhszene in "Der Marsianer".)
Jepp, das war interessanterweise auch die einzige Szene, die mir im
Marsianer aufgefallen ist, wo sie sich nennenswert von der Buchvorlage
entfernt haben und sofort sank der Realismus-Grad. Im Buch wird der
Ironman-Plan von Watney als Alternative zur Bombe aufgebracht, aber von
den anderen wegen Unkontrollierbarkeit verworfen.
Ich fand es ein bisschen schade, weil es Potential hat alles an
"Glaubwürdigkeit" einzureißen, was zuvor aufgebaut wurde. Je nachdem wie
man als Zuschauer an den Film herangeht.
Mir hat er bis dahin gut gefallen und deswegen habe ich ihm das verziehen.

Aber gut zu wissen, dass es ursprünglich mal anders war. :-)
--
Robin Koch
Lothar Frings
2016-03-29 11:34:45 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Robin Koch
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das fängt schon damit an, dass das Grundproblem des (zu allem Überfluss
auch noch wiederkehrenden) Satelliten-Trümmerfelds in der Realität so
nicht möglich ist, geht damit weiter, dass das Shuttle und beide
Raumstationen anscheinend im selben Orbit nur ein paar Kilometer
entfernt sein sollen und endet schließlich damit, dass die gezeigten
Manöver, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, so nicht mal
ansatzweise funktionieren würden.
Das sind beides Plot-Devices ohne die wir keinerlei Film
hätten. Diese Nummer kann man bei fast jedem Film ziehen.
Man stelle sich nur vor die Menschen würden mehr miteinander
reden. Die meisten Filme wären dann nach 15 Minuten vorbei,
weil die restliche Handlung üblicherweise auf Mißverständnis-
sen und unvollständigem Wissen beruht.
Aus aktuellem Anlass fällt mir dazu spontan "Ödipus" von Sophokles ein.
Hätten Iokaste und Laios (Ödipus' (leibliche) Eltern) Ödipus einfach
selber erstickt, oder was weiß ich, anstatt jemanden ihn aussetzen zu
lassen wäre die Geschichte vorbei, noch bevor sie begonnen hat.
Dieses Phänomen gibt es also schon über 2000 Jahre. :-)
Vermutlich, weil es Menschen auch schon
über 2000 Jahre gibt.
Post by Robin Koch
Post by Cornell Binder
Vermutlich gibt es auch beim Handlungs/Settings-Realismus
ein "uncanny valley". Je knapper es an der Realität ist um
so stärker wird es als falsch abgelehnt.
*Die* Idee finde ich sehr interessant!
Ich darf mal Max Frisch zitieren:

"Scherz ist die drittbeste Tarnung.
Die zweitbeste: Sentimentalität.
Was unser Sepp so erzählt: Kindheit
bei Köhlern im Wald, Waisenhaus, Zirkus und so.
Aber die beste und sicherste Tarnung
ist immer noch die blanke und nackte
Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand."
Post by Robin Koch
Ich habe "Gravity" eben gesehen[1] und mich auch hin und wieder dabei
erwischt Dinge als "unlogisch" zu betrachten die ich in Popcornfilmen
oder fantastischeren Geschichten eiskalt ignoriert hätte.[2]
Und das was Du mit dem Uncanny Valley vergleichst kommt mir tatsächlich
bekannt vor. Ich kann in Filmen (und anderen Geschichten) die
merkwürdigsten Dinge problemlos akzeptieren. Ich habe oft genug mit
Freunden über Filme und ihre Fehler "gelästert" und ihn dann hinterher
trotzdem gut gefunden.
Glücklicherweise. Wo kämen wir hin, wenn
der Bösewicht James B. einfach erschießen
würde, anstatt ihn in eine komplizierte
Tötungsmaschine zu setzen, die nicht
funktioniert und aus der er sich
rechtzeitig befreien kann?
Cornell Binder
2016-03-29 12:05:55 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lothar Frings
Glücklicherweise. Wo kämen wir hin, wenn
der Bösewicht James B. einfach erschießen
würde, anstatt ihn in eine komplizierte
Tötungsmaschine zu setzen, die nicht
funktioniert und aus der er sich
rechtzeitig befreien kann?
Ich liebe die Batman-Serie der 60er dafür, das an den
Maschinen z.B. gern dran stand, das man sie nicht an
Starkstrom anschließen soll o.ä. und dann Batman und Robin
das einfach irgendwie gemacht haben!!!! Lesen hilft!


CoBi
--
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Robin Koch
2016-03-29 13:15:56 UTC
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Raw Message
Post by Lothar Frings
Post by Robin Koch
Aus aktuellem Anlass fällt mir dazu spontan "Ödipus" von Sophokles ein.
Hätten Iokaste und Laios (Ödipus' (leibliche) Eltern) Ödipus einfach
selber erstickt, oder was weiß ich, anstatt jemanden ihn aussetzen zu
lassen wäre die Geschichte vorbei, noch bevor sie begonnen hat.
Dieses Phänomen gibt es also schon über 2000 Jahre. :-)
Vermutlich, weil es Menschen auch schon
über 2000 Jahre gibt.
Darauf wollte ich ja im Endeffekt hinaus.
Statt "Phänomen" wollte ich erst "Problem" schreiben. Erst ohne, dann
mit Anführungszeichen. Aber offenbar ist es kein *Problem*, das es ja -
ebenfalls seit 2000 Jahren - akzeptiert wird. Auch in klassischer Literatur.
Post by Lothar Frings
Post by Robin Koch
Post by Cornell Binder
Vermutlich gibt es auch beim Handlungs/Settings-Realismus
ein "uncanny valley". Je knapper es an der Realität ist um
so stärker wird es als falsch abgelehnt.
*Die* Idee finde ich sehr interessant!
"Scherz ist die drittbeste Tarnung.
Die zweitbeste: Sentimentalität.
Was unser Sepp so erzählt: Kindheit
bei Köhlern im Wald, Waisenhaus, Zirkus und so.
Aber die beste und sicherste Tarnung
ist immer noch die blanke und nackte
Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand."
Ich kenne vor allem die Kombination aus 1 und 3:

Sie (ärgerlich): "Wieso kommst Du den so spät?"
Er (lächelnd): "Weil ich eine Affäre mit meiner Sekretärin habe, warum
wohl sonst!?"
Sie (augenrollend): "Haha. Sehr witzig." (ab)
Post by Lothar Frings
Glücklicherweise. Wo kämen wir hin, wenn
der Bösewicht James B. einfach erschießen
würde, anstatt ihn in eine komplizierte
Tötungsmaschine zu setzen, die nicht
funktioniert und aus der er sich
rechtzeitig befreien kann?
Früher nach Hause? :-)
--
Robin Koch
Andy Angerer
2016-03-29 14:06:45 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lothar Frings
Glücklicherweise. Wo kämen wir hin, wenn
der Bösewicht James B. einfach erschießen
würde, anstatt ihn in eine komplizierte
Tötungsmaschine zu setzen, die nicht
funktioniert und aus der er sich
rechtzeitig befreien kann?
Aber erst, nachdem ihm der Bösewicht sowohl die Tötungsmaschine als auch
seine weiteren geheimen Pläne ausführlich dargelegt hat.
--
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Florian Maier
2016-03-29 10:54:56 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
Wenn es ein Film über Orbitalmechanik wäre, dann könnte man
den Ärger ja verstehen.
Ist es zu großen Teilen, annähernd der gesamte Plot basiert darauf. Der
Rest ist dann psychologisches Drama, und das war ziemlich gut gemacht,
weshalb ich den Film ja auch nicht verrissen habe.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das fängt schon damit an, dass das Grundproblem des (zu allem Überfluss
auch noch wiederkehrenden) Satelliten-Trümmerfelds in der Realität so
nicht möglich ist, geht damit weiter, dass das Shuttle und beide
Raumstationen anscheinend im selben Orbit nur ein paar Kilometer
entfernt sein sollen und endet schließlich damit, dass die gezeigten
Manöver, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, so nicht mal
ansatzweise funktionieren würden.
Das sind beides Plot-Devices ohne die wir keinerlei Film
hätten.
Das stimmt in diesem konkreten Fall, denn wie gesagt basiert fast der
gesamte Plot dieses Films auf unrealistischen Vorstellungen.
Post by Cornell Binder
Diese Nummer kann man bei fast jedem Film ziehen.
Nein.
Post by Cornell Binder
Man stelle sich nur vor die Menschen würden mehr miteinander
reden. Die meisten Filme wären dann nach 15 Minuten vorbei,
weil die restliche Handlung üblicherweise auf Mißverständnis-
sen und unvollständigem Wissen beruht.
Menschen, die manchmal unklug handeln oder Sachen missverstehen, kommen
aber in der Realität vor, falsche Orbitmechanik nicht.
Post by Cornell Binder
Das ist jetzt natürlich keine Rechtfertigung, aber halt eine
der üblichen Kröten die man akzeptieren muss. Sonst sollte
man grundsätzlich nichts schauen, was keine Dokumentation
ist.
Es gibt genügend fiktionale Filme, die es schaffen, im Großen und Ganzen
realistisch zu sein.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Der Film selbst muss halt - wie fast alle Filme die in der
Realität verankert sind - halt bestimmte Dinge einfach mal
übergehen, damit die Handlung voran kommt.
Zwischen "Dinge übergehen" und "Dinge falsch darstellen" ist aber schon
noch ein Unterschied.
Genauso gibt es aber auch ein Unterschied zwischen unwahr-
scheinlich und unrealistisch!
Das ist richtig. Die Sachen, die ich bei Gravity moniert habe, waren
allerdings nicht unwahrscheinlich, sondern unrealistisch und unmöglich.
Post by Cornell Binder
Vermutlich gibt es auch beim Handlungs/Settings-Realismus
ein "uncanny valley". Je knapper es an der Realität ist um
so stärker wird es als falsch abgelehnt.
Ja klar. Wenn es als realistisch dargestellt (und obendrein noch
vermarktet) wird, fallen die unrealistischen Teile natürlich stärker auf
und stören mehr als in einem von vornherein unrealistischen Setting.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Insoweit finde ich es oft schade, das man sich so selten
darüber freut, das der Bullshit-Faktor in einem Film
deutlich gering ist, sondern man sich stattdessen erst Recht
auf eine Fehlersuche begibt um aufzutriumphieren, das
irgendein Detail nicht perfekt ist.
Das Problem ist, dass der BS-Faktor bei Gravity eben nicht gering ist.
Was genau nimmst Du denn als Maßstab? Ich nehme die anderen
Filme mit vergleichbaren Setting der letzten Jahre und frage
mich verwundert worauf Du hinauswillst.
Welche Filme wären das?
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Es wird nur für Laien der Eindruck erweckt, dass es so wäre.
Ich glaube Du deutest über. (Ich bin hier btw. auch nicht
angetreten um Dich davon zu überzeugen das Gravity der
tollste Film ist der wo im Weltall spiel, falls Du jetzt
Angst hat.)
Keine Sorge, meine Angst hält sich in Grenzen.
Post by Cornell Binder
Vielleicht nennst Du mir einfach mal ein paar Filme die mit
Weltraum-Realismus *deutlich* besser umgehen. Da scheine ich
viel verpaßt zu haben.
The Martian, Moon und Europa Report fallen mir auf Anhieb ein.

Die mögen alle in Details irgendwo ein wenig danebengelangt haben, aber
die Grundpfeiler ihrer Plots basieren auf realistisch dargestellter, in
anderen Worten: grundsätzlich denkbarer und möglicher, Raumfahrt.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Weniger
schlimm, aber ähnlich, ist es auch bei Interstellar, in dem doch einige
der physikalischen Erklärungen nur scheinbar und oberflächlich einen
Sinn ergeben. Allerdings hat der Film im Gegensatz zu Gravity den
Vorteil, dass sein Plot nicht so sehr vom Realismus abhängig ist und
auch mit etwas handwedelnder Pseudo-Wissenschaft noch ganz gut funktioniert.
Also doch uncanny valley. Weil Interstellar also erkennbar
unmöglich ist, dürfen die machen was sie wollen, wohingegen
ein Gravity aus einer vermutlich nahen Zukunft auf Herz und
Nieren zu prüfen ist?
Jein. Wenn du anstatt "dürfen die machen was sie wollen" gesagt hättest
"dürfen die sich mehr Freiheiten nehmen", dann würde ich das durchaus
unterschreiben, allerdings war das nur zum Teil, worauf ich eigentlich
hinauswollte. Ich meinte auch, dass der Plot von Interstellar generell
sehr viel mehr Inhalt hat, der nicht direkt etwas mit Raumfahrt oder
Physik zu tun hat, weswegen sich etwaige Verfehlungen in diesen
Bereichen nicht so sehr aufs Gesamtwerk niederschlagen.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Das war ja auch das Tragische am Marsianer. Da gibt es mal
einen Film der wissenschaftliche Vorgehensweise (für mich
sehr unterhaltsam) zelebriert, aber nein, das darf man ja
nur, wenn jedes Detail 100% akkurat ist.
Schöner Strohmann.
Nix Strohmann. Bei "The Martian" kam auch noch wieder so
eine Verhaltensweise dazu, die ich gerade auch wieder viel-
fach bei "Batman vs. Superman" beobachten darf. "Ich kann
mir gar nicht vorstellen, das man das gute verfilmt hat, als
muss es schlecht seien". Siehe auch Reaktionen zum Ghost-
busters-Trailer.
Dann habe ich dich da missverstanden, ich dachte, das war auf mich
gemünzt. Es mag natürlich schon sein, dass irgendwer irgendwo aus
irgendwelchen Gründen den Marsianer kritisiert hat.

Vom Ghostbusters-Trailer bin ich übrigens auch nicht angetan, aber das
ist ein anderes Thema.
Post by Cornell Binder
Bei all diesen Diskussionen ist für mich immer spannend, die
Meßlatten herauszufinden mit denen gemessen wird und dann
daran zu zerbrechen, wie willkürlich diese angelegt werden.
Was ist willkürlich daran, den Film an seiner selbst angelegten
Messlatte von hohem Realismus zu messen?
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Ich fand den Marsianer auch sehr unterhaltsam und gelungen. Und im
Gegensatz zu Gravity haben die Macher sich da auch tatsächlich Mühe
gegeben, die wissenschaftliche Seite korrekt darzustellen. Es half
wahrscheinlich sehr, dass sie dafür bereits eine gute Buchvorlage hatten.
<loriot>Ach?</loriot>
Und trotzdem hat der Marsianer den riesigen Vorteiler einer
fantastischen Physik.
Wo kommt im Marsianer fantastische Physik vor?
Post by Cornell Binder
Denn der Film kann Probleme einfach
durch zukünftige Erkentnisse lösen. *Kunststück*
Könnte er vielleicht, tut er aber im Wesentlichen nicht. Schon gleich
garnicht mit neuer Physik.
Cornell Binder
2016-03-29 11:56:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
Wenn es ein Film über Orbitalmechanik wäre, dann könnte man
den Ärger ja verstehen.
Ist es zu großen Teilen, annähernd der gesamte Plot basiert darauf. Der
Rest ist dann psychologisches Drama, und das war ziemlich gut gemacht,
weshalb ich den Film ja auch nicht verrissen habe.
Ja natürlich ist ein orbitalmechanisches Ereignis der
Auslöser für die nachfolgende Handlung, doch deswegen wird
noch lange kein Film über Orbital-Mechanik draus! Natürlich
darf man sich darüber ärgern, das das auslösende Element auf
irgendeiner Ebene doof ist.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Das sind beides Plot-Devices ohne die wir keinerlei Film
hätten.
Das stimmt in diesem konkreten Fall, denn wie gesagt basiert fast der
gesamte Plot dieses Films auf unrealistischen Vorstellungen.
Was sagt das jetzt eigentlich über den Realismus des rest-
lichen Filmes aus?
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Diese Nummer kann man bei fast jedem Film ziehen.
Nein.
Aber sicher doch. Das irritiert mich ja so an Deinem
Standpunkt, der auf mich den Eindruck vermittelt, das wir es
hier bei Gravitity eine besonders bemerkenswerte Ausnahme
haben würden.

Nahezu jeder Film braucht einen Aufhänger für das was danach
die Handlung bestimmt. Und nur sehr, sehr wenigen Filmen ist
es vergönnt dies elegant und schon umzusetzen, ohne das es
halt - qua Notwendigkeit - konstruiert ist. Wobei der
Zuschauer mit letzterem ja kein Problem hat, da er ja selber
weiß, das "Realismus" nur in wenigen Fällen interessante
Unterhaltung zuläßt.

(Steile These: Wenn Realität in dem Maße unterhaltsam wäre,
wie Kinohandlungen real seien sollen, würde ja keiner ins Kino
gehen.)
Post by Florian Maier
Menschen, die manchmal unklug handeln oder Sachen missverstehen, kommen
aber in der Realität vor, falsche Orbitmechanik nicht.
Ich habe ja auch schon wieder einiges zu Gravity vergessen,
aber da Du es ständig erwähnst, bitte ich mal um Ausführung:
Was genau ist an der Orbit-Mechanik *falsch*?

(Unwahrscheinliche Nähe der Objekte ist für mich btw. kein
Fehler, sondern ein handlungs-technische Zugeständnis. Das
schicke ich mal gleich vorweg.)
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Das ist jetzt natürlich keine Rechtfertigung, aber halt eine
der üblichen Kröten die man akzeptieren muss. Sonst sollte
man grundsätzlich nichts schauen, was keine Dokumentation
ist.
Es gibt genügend fiktionale Filme, die es schaffen, im Großen und Ganzen
realistisch zu sein.
Dann mal her mit den Beispielen. Vielleicht kann ich dann
besser nachvollziehen, warum Dich Gravity so wurmt. Danke.

(Ich frage auch deswegen, weil ich nicht einschätzen kann,
welche Größenordnung bei Dir "genügend" ausmacht. Ist das
ein Dutzend? Sind das Hunderte?)
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Insoweit finde ich es oft schade, das man sich so selten
darüber freut, das der Bullshit-Faktor in einem Film
deutlich gering ist, sondern man sich stattdessen erst Recht
auf eine Fehlersuche begibt um aufzutriumphieren, das
irgendein Detail nicht perfekt ist.
Das Problem ist, dass der BS-Faktor bei Gravity eben nicht gering ist.
Was genau nimmst Du denn als Maßstab? Ich nehme die anderen
Filme mit vergleichbaren Setting der letzten Jahre und frage
mich verwundert worauf Du hinauswillst.
Welche Filme wären das?
Da mußt Du jetzt leider 10 Tage warten, bis ich Dir da eine
sinnvolle Liste zusammenstellen kann. (Ich habe so ca. 1250
Filme in den letzten 10 Jahren gesehen und muß das erstmal
in Ruhe durchgehen und bin nächste Woche dann aber auch noch
fast total offline)
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Vielleicht nennst Du mir einfach mal ein paar Filme die mit
Weltraum-Realismus *deutlich* besser umgehen. Da scheine ich
viel verpaßt zu haben.
The Martian, Moon und Europa Report fallen mir auf Anhieb ein.
Was bitte ist an Moon realistisch? Das ist ein absolut
genialer Film, aber dem geht es doch nie nicht um Realismus.
Der Film thematisiert wunderbar ethische Fragen und
Konsequenz in einem tollen Setting? Aber Realismus? Wenn Du
hier einfach akzeptieren kannst, das der Großteil des Filmes
auf einem unrealistischen Setting basiert, verstehe ich
nicht, warum Du Dich so an Gravity aufhängst.

Moon bleibt mir jedenfalls nicht wegen "der ist toll, weil
da das mit dem Weltall ja so realistisch ist" in Erinnerung.
Post by Florian Maier
Die mögen alle in Details irgendwo ein wenig danebengelangt haben, aber
die Grundpfeiler ihrer Plots basieren auf realistisch dargestellter, in
anderen Worten: grundsätzlich denkbarer und möglicher, Raumfahrt.
Im Detail? Sorry, aber hier machst Du es Dir sehr leicht
einfach nur um zu widersprechen.
Post by Florian Maier
Dann habe ich dich da missverstanden, ich dachte, das war auf mich
gemünzt. Es mag natürlich schon sein, dass irgendwer irgendwo aus
irgendwelchen Gründen den Marsianer kritisiert hat.
Tja, und so kommst Du gerade für mich rüber bezüglich
Gravitiy. >:)
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Bei all diesen Diskussionen ist für mich immer spannend, die
Meßlatten herauszufinden mit denen gemessen wird und dann
daran zu zerbrechen, wie willkürlich diese angelegt werden.
Was ist willkürlich daran, den Film an seiner selbst angelegten
Messlatte von hohem Realismus zu messen?
Wie genau hast bestimmst Du diese selbstangelegt Messlatte?
Die Frage ist verdammt ernst gemeint, denn Du kannst den
Film ja auch nur zwangsläufig subjektiv interpretieren. Ich
frage mich ja schon, ob der Film überhaupt irgendeine
Meßlatte anlegen will.

Falls Du darauf hinauswillst, ob der Film in sich schlüssig
ist, müßten wir mal kurz definieren, wo der Film den
festlegt welche Orbitalmechanik er für korrekt hält.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Ich fand den Marsianer auch sehr unterhaltsam und gelungen. Und im
Gegensatz zu Gravity haben die Macher sich da auch tatsächlich Mühe
gegeben, die wissenschaftliche Seite korrekt darzustellen. Es half
wahrscheinlich sehr, dass sie dafür bereits eine gute Buchvorlage hatten.
<loriot>Ach?</loriot>
Und trotzdem hat der Marsianer den riesigen Vorteiler einer
fantastischen Physik.
Wo kommt im Marsianer fantastische Physik vor?
Diese nette kleine Gerät, welches ihn mit Energie versorgt?
(Wobei ich mich da jetzt mehr auf das Buch beziehe, das sich
da auch den Spaß draus macht, mit einem Augenzwinker das
aktuell ungelöste Problem einer adäquaten Energieversorgung
auf dem zukünftigen Mars einfach zu haben.) Im Buch wird ja
sogar schön thematisiert wie man sich vor den Nachteilen zu
schützen habe, für einen physikalischen Prozess den wir so
in der Form gar nicht kennen. Phantastik. Die völlig okay
ist, da der Stoff sonst nicht vorran käme.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Denn der Film kann Probleme einfach
durch zukünftige Erkentnisse lösen. *Kunststück*
Könnte er vielleicht, tut er aber im Wesentlichen nicht. Schon gleich
garnicht mit neuer Physik.
Verzeih die despektierliche Frage: Hast Du das Buch gelesen?


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Florian Maier
2016-03-30 11:20:19 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
Wenn es ein Film über Orbitalmechanik wäre, dann könnte man
den Ärger ja verstehen.
Ist es zu großen Teilen, annähernd der gesamte Plot basiert darauf. Der
Rest ist dann psychologisches Drama, und das war ziemlich gut gemacht,
weshalb ich den Film ja auch nicht verrissen habe.
Ja natürlich ist ein orbitalmechanisches Ereignis der
Auslöser für die nachfolgende Handlung, doch deswegen wird
noch lange kein Film über Orbital-Mechanik draus! Natürlich
darf man sich darüber ärgern, das das auslösende Element auf
irgendeiner Ebene doof ist.
[...]
Was sagt das jetzt eigentlich über den Realismus des rest-
lichen Filmes aus?
Du hast mich da etwas missverstanden, ich meinte nicht nur den Auslöser
der Situation, sondern auch die restliche Handlung des Films. Denn
soweit ich mich erinnere, und man möge mich da korrigieren, wenn ich
falschliege, besteht die zum größten Teil daraus, mit improvisierten
Mitteln im Weltraum von Punkt A zu Punkt B zu gelangen, und da sind wir
wieder mitten in der Orbitmechanik.

Wenn's tatsächlich nur der Auslöser am Anfang wäre, könnte ich
wesentlich leichter darüber hinwegschauen.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Diese Nummer kann man bei fast jedem Film ziehen.
Nein.
Aber sicher doch. Das irritiert mich ja so an Deinem
Standpunkt, der auf mich den Eindruck vermittelt, das wir es
hier bei Gravitity eine besonders bemerkenswerte Ausnahme
haben würden.
Nahezu jeder Film braucht einen Aufhänger für das was danach
die Handlung bestimmt. Und nur sehr, sehr wenigen Filmen ist
es vergönnt dies elegant und schon umzusetzen, ohne das es
halt - qua Notwendigkeit - konstruiert ist. Wobei der
Zuschauer mit letzterem ja kein Problem hat, da er ja selber
weiß, das "Realismus" nur in wenigen Fällen interessante
Unterhaltung zuläßt.
Mal vom Missverständnis abgesehen, dass es mir eben nicht nur um den
Auslöser der Handlung geht, sondern auch um die restliche Handlung
selbst, ignorierst du hier auch den Unterschied zwischen
unwahrscheinlichen und unmöglichen Begebenheiten. Die ersteren sind sehr
viel leichter zu schlucken als die letzteren.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Menschen, die manchmal unklug handeln oder Sachen missverstehen, kommen
aber in der Realität vor, falsche Orbitmechanik nicht.
Ich habe ja auch schon wieder einiges zu Gravity vergessen,
Was genau ist an der Orbit-Mechanik *falsch*?
(Unwahrscheinliche Nähe der Objekte ist für mich btw. kein
Fehler, sondern ein handlungs-technische Zugeständnis. Das
schicke ich mal gleich vorweg.)
Dann auch gleich vorweg: Die Nähe der Objekte ist nicht nur
unwahrscheinlich, sondern in der Realität tatsächlich unmöglich. Schon
allein deswegen, weil man in der Realität alles dafür tut, dass sich
diese Objekte nie so gefährlich nahekommen.

Desweiteren besitzen diese Objekte zwar ähnliche Orbit-Parameter,
befinden sich aber nicht im selben Orbit. Vom Orbit eines dieser Objekte
in den eines anderen zu gelangen würde ernsthafte Mengen Energie
benötigen, weit mehr als alle im Film gezeigten Provisorien zusammen.

Bei der Ausgangssituation sind wir uns ja schon einig.

Und dann noch der Klassiker, dass man in einem Erdorbit nicht zu
irgendeinem Objekt sogar im selben Orbit gelangt, einfach indem man
Schub in die Gegenrichtung erzeugt. Dieser Schub ändert nämlich
automatisch auch die eigene Bahn und entfernt einen damit aus der Zielbahn.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Das ist jetzt natürlich keine Rechtfertigung, aber halt eine
der üblichen Kröten die man akzeptieren muss. Sonst sollte
man grundsätzlich nichts schauen, was keine Dokumentation
ist.
Es gibt genügend fiktionale Filme, die es schaffen, im Großen und Ganzen
realistisch zu sein.
Dann mal her mit den Beispielen. Vielleicht kann ich dann
besser nachvollziehen, warum Dich Gravity so wurmt. Danke.
(Ich frage auch deswegen, weil ich nicht einschätzen kann,
welche Größenordnung bei Dir "genügend" ausmacht. Ist das
ein Dutzend? Sind das Hunderte?)
Über welchen Zeitraum reden wir? Es kommen jedes Jahr sicherlich
hunderte Filme raus, die zumindest so realistisch sind, dass sie keine
unmöglichen Begebenheiten zeigen.

Aus der Hard-SF-Ecke habe ich ja bereits 3 davon genannt, die ich kenne.
Aber noch viel mehr Beispiele gibt es natürlich aus dem Nicht-SF-Bereich.

Davon ab würde ich nicht sagen, dass mich Gravity "so wurmt". Der Film
als Ganzes ist ja ganz ok, mich störte halt der deutlich erkennbare
Unrealismus in einem SF-Film, der versucht, sich als besonders
realistisch darzustellen.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass der BS-Faktor bei Gravity eben nicht gering ist.
Was genau nimmst Du denn als Maßstab? Ich nehme die anderen
Filme mit vergleichbaren Setting der letzten Jahre und frage
mich verwundert worauf Du hinauswillst.
Welche Filme wären das?
Da mußt Du jetzt leider 10 Tage warten, bis ich Dir da eine
sinnvolle Liste zusammenstellen kann.
Kein Problem, eilt ja nicht. Es ist auch nicht zu erwarten, dass der
Thread in den nächsten Wochen hier verschütt geht.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Vielleicht nennst Du mir einfach mal ein paar Filme die mit
Weltraum-Realismus *deutlich* besser umgehen. Da scheine ich
viel verpaßt zu haben.
The Martian, Moon und Europa Report fallen mir auf Anhieb ein.
Was bitte ist an Moon realistisch? Das ist ein absolut
genialer Film, aber dem geht es doch nie nicht um Realismus.
Der Film thematisiert wunderbar ethische Fragen und
Konsequenz in einem tollen Setting? Aber Realismus? Wenn Du
hier einfach akzeptieren kannst, das der Großteil des Filmes
auf einem unrealistischen Setting basiert, verstehe ich
nicht, warum Du Dich so an Gravity aufhängst.
Ja, das Setting bei Moon ist sicherlich nicht besonders wahrscheinlich,
aber zumindest nicht unmöglich.
Post by Cornell Binder
Moon bleibt mir jedenfalls nicht wegen "der ist toll, weil
da das mit dem Weltall ja so realistisch ist" in Erinnerung.
Mir auch nicht. Das ändert nichts daran, dass die dargestellten
raumfahrerischen Vorgänge so physikalisch möglich sind, im Gegensatz zu
denen in Gravity. Damit erfüllt er die Bedingung deiner Anfrage.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Die mögen alle in Details irgendwo ein wenig danebengelangt haben, aber
die Grundpfeiler ihrer Plots basieren auf realistisch dargestellter, in
anderen Worten: grundsätzlich denkbarer und möglicher, Raumfahrt.
Im Detail? Sorry, aber hier machst Du es Dir sehr leicht
einfach nur um zu widersprechen.
Den Einwand verstehe ich nicht. Ich schrieb "im Detail", weil es mich
anders als von dir in einem früheren Posting vermutet nicht besonders
stört, wenn mal ein Detail übersehen wurde, das nicht sonderlich
realistisch ist. Wenn sich das durch den ganzen Film zieht, stört es
halt deutlich mehr.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Bei all diesen Diskussionen ist für mich immer spannend, die
Meßlatten herauszufinden mit denen gemessen wird und dann
daran zu zerbrechen, wie willkürlich diese angelegt werden.
Was ist willkürlich daran, den Film an seiner selbst angelegten
Messlatte von hohem Realismus zu messen?
Wie genau hast bestimmst Du diese selbstangelegt Messlatte?
Die Frage ist verdammt ernst gemeint, denn Du kannst den
Film ja auch nur zwangsläufig subjektiv interpretieren. Ich
frage mich ja schon, ob der Film überhaupt irgendeine
Meßlatte anlegen will.
Ich kann mich da nur wiederholen: Der Film wurde von vorne bis hinten
als super-realistisch vermarktet und es ist auch im Film selbst mehr als
deutlich zu bemerken, dass er realistisch wirken will. Deshalb finde ich
es nicht willkürlich, dass ich die Realismus-Messlatte anlege.
Post by Cornell Binder
Falls Du darauf hinauswillst, ob der Film in sich schlüssig
ist, müßten wir mal kurz definieren, wo der Film den
festlegt welche Orbitalmechanik er für korrekt hält.
Nein, das müssten wir nicht. Denn es ist offensichtlich, dass der Film
zumindest vorgibt, sich an realer Physik zu orientieren. Aber auf eine
innere Schlüssigkeit wollte ich eh nicht hinaus.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Und trotzdem hat der Marsianer den riesigen Vorteiler einer
fantastischen Physik.
Wo kommt im Marsianer fantastische Physik vor?
Diese nette kleine Gerät, welches ihn mit Energie versorgt?
Mit Energie wird er hauptsächlich durch Solarzellen versorgt, nicht
allzu exotisch. Daneben benutzt er größtenteils nur als Heizung, aber
auch als zusätzliche Stromversorgung, noch eine Radionuklidbatterie.
Solche Teile werden seit den 70ern auf unbemannten Sonden verbaut, also
auch nicht gerade fantastisch. Gab's sonst noch eine Energieversorgung
(außer den Kartoffeln), die ich gerade vergesse?
Post by Cornell Binder
(Wobei ich mich da jetzt mehr auf das Buch beziehe, das sich
da auch den Spaß draus macht, mit einem Augenzwinker das
aktuell ungelöste Problem einer adäquaten Energieversorgung
auf dem zukünftigen Mars einfach zu haben.)
Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass das Buch dem Leser
gegenüber augenzwinkern würde. Ich vermute, dass du da überinterpretierst.
Post by Cornell Binder
Im Buch wird ja
sogar schön thematisiert wie man sich vor den Nachteilen zu
schützen habe, für einen physikalischen Prozess den wir so
in der Form gar nicht kennen. Phantastik. Die völlig okay
ist, da der Stoff sonst nicht vorran käme.
Ich bitte um Details, auf was du dich da beziehst.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Denn der Film kann Probleme einfach
durch zukünftige Erkentnisse lösen. *Kunststück*
Könnte er vielleicht, tut er aber im Wesentlichen nicht. Schon gleich
garnicht mit neuer Physik.
Verzeih die despektierliche Frage: Hast Du das Buch gelesen?
Ja.
Cornell Binder
2016-03-30 21:24:21 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
The Martian, Moon und Europa Report fallen mir auf Anhieb ein.
Was bitte ist an Moon realistisch? Das ist ein absolut
genialer Film, aber dem geht es doch nie nicht um Realismus.
Der Film thematisiert wunderbar ethische Fragen und
Konsequenz in einem tollen Setting? Aber Realismus? Wenn Du
hier einfach akzeptieren kannst, das der Großteil des Filmes
auf einem unrealistischen Setting basiert, verstehe ich
nicht, warum Du Dich so an Gravity aufhängst.
Ja, das Setting bei Moon ist sicherlich nicht besonders wahrscheinlich,
aber zumindest nicht unmöglich.
Möglich im Sinne von "die notwendige Technologie wird ganz
bestimmt noch erfunden und die zugehörige Biologie ist auch
genau so zu erwarten"? Sorry, aber das ist mir jetzt zu
willkürlich. Die Raumstationen in Gravity haben bestimmt
auch irgendwo mögliche Technologie die die nahen Orbits
ermöglich. Wurde halt nur von den Charakteren nicht erwähnt.
Ist auch alles denkbar.

Wenn ich für die Zukunft beliebiges annehmen darf, kann ich
auch mit unerwähnten Dingen operieren.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Moon bleibt mir jedenfalls nicht wegen "der ist toll, weil
da das mit dem Weltall ja so realistisch ist" in Erinnerung.
Mir auch nicht. Das ändert nichts daran, dass die dargestellten
raumfahrerischen Vorgänge so physikalisch möglich sind, im Gegensatz zu
denen in Gravity. Damit erfüllt er die Bedingung deiner Anfrage.
Nein. Denn mit der gleichen Methodik kann ich auch Gravity
darauf reduzieren, das wir uns nur die Aspekte anschauen die
zweifelsfrei widerspruchsfrei sind und den Rest übergehen
wir einfach.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Wie genau hast bestimmst Du diese selbstangelegt Messlatte?
Die Frage ist verdammt ernst gemeint, denn Du kannst den
Film ja auch nur zwangsläufig subjektiv interpretieren. Ich
frage mich ja schon, ob der Film überhaupt irgendeine
Meßlatte anlegen will.
Ich kann mich da nur wiederholen: Der Film wurde von vorne bis hinten
als super-realistisch vermarktet und es ist auch im Film selbst mehr als
deutlich zu bemerken, dass er realistisch wirken will. Deshalb finde ich
es nicht willkürlich, dass ich die Realismus-Messlatte anlege.
Dann sind wir dann bei Deiner Wahrnehmung des Marketings.
Die ist zum einen mal wieder subjektiv und zum anderen nicht
relevant für das was der Film selbst ist resp. seien will.

Das Du dem Marketing den Arsch aufreißt, weil sie mehr
versprechen als der Film liefert, ist ja völlig okay. Aber
im Extrem gedacht wird eine Komödie ja nicht dadurch
schlecht, weil sie jemand von aussen so tut als wäre es ein
Thriller.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Falls Du darauf hinauswillst, ob der Film in sich schlüssig
ist, müßten wir mal kurz definieren, wo der Film den
festlegt welche Orbitalmechanik er für korrekt hält.
Nein, das müssten wir nicht. Denn es ist offensichtlich, dass der Film
zumindest vorgibt, sich an realer Physik zu orientieren.
Wo ist dann das Problem? Wenn Du selber schreibst, das er
sich orientiert, dann ist es doch zu erwarten, das es
abweichen würde. Sonst würde der Film ja "vorgeben" sich an
reale Physik zu halten.
Post by Florian Maier
Aber auf eine innere Schlüssigkeit wollte ich eh nicht
hinaus.
Das wäre doch aber eine spannende Frage. "Muss" ich
durchgängig schlüssig sein was Physik betrifft. Wenn ich
Aspekt A - wie z.B. die Schleuse - im Level X von Realismus
inszeniere, darf ich dann einfach bei Aspekt B - z.B. die
Seilerei - einfach rumschlampen?

Da haben wir doppelte Inkonsistenz. Sowohl das Physik-
verständnis in Relation zu anderen Szenen als auch
Inkonsistenz bei den Seilgebräuchen zu verschiedenen
Momenten wie ja schon ausgeführt wurde.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Und trotzdem hat der Marsianer den riesigen Vorteiler einer
fantastischen Physik.
Wo kommt im Marsianer fantastische Physik vor?
Diese nette kleine Gerät, welches ihn mit Energie versorgt?
Mit Energie wird er hauptsächlich durch Solarzellen versorgt, nicht
allzu exotisch. Daneben benutzt er größtenteils nur als Heizung, aber
auch als zusätzliche Stromversorgung, noch eine Radionuklidbatterie.
(Heizung ist neuerding keine Energie mehr? >:)
Post by Florian Maier
Solche Teile werden seit den 70ern auf unbemannten Sonden verbaut, also
auch nicht gerade fantastisch. Gab's sonst noch eine Energieversorgung
(außer den Kartoffeln), die ich gerade vergesse?
Es geht nicht um die Frage ob soetwas *irgendwie* existieren
kann. (Mit der irgendwie Nummer erkläre ich auch die Orbits
für völlig okay, wir haben halt nur nicht alle Informationen)
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Im Buch wird ja
sogar schön thematisiert wie man sich vor den Nachteilen zu
schützen habe, für einen physikalischen Prozess den wir so
in der Form gar nicht kennen. Phantastik. Die völlig okay
ist, da der Stoff sonst nicht vorran käme.
Ich bitte um Details, auf was du dich da beziehst.
"As you can imagine, a metrial that can /literally fry an
egg/ with radiation is kind of dangerous."

Kapitel 7.

Die Kontrolle die ihm über das RTG möglich ist, ist in der
Form halt Fantastik. Wird man bestimmt irgendwie irgendwo
irgendwann mal hinbekommen. Ham wa aba nicht.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Florian Maier
2016-03-30 23:14:03 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
The Martian, Moon und Europa Report fallen mir auf Anhieb ein.
Was bitte ist an Moon realistisch? Das ist ein absolut
genialer Film, aber dem geht es doch nie nicht um Realismus.
Der Film thematisiert wunderbar ethische Fragen und
Konsequenz in einem tollen Setting? Aber Realismus? Wenn Du
hier einfach akzeptieren kannst, das der Großteil des Filmes
auf einem unrealistischen Setting basiert, verstehe ich
nicht, warum Du Dich so an Gravity aufhängst.
Ja, das Setting bei Moon ist sicherlich nicht besonders wahrscheinlich,
aber zumindest nicht unmöglich.
Möglich im Sinne von "die notwendige Technologie wird ganz
bestimmt noch erfunden und die zugehörige Biologie ist auch
genau so zu erwarten"?
Nach Biologie war nicht gefragt. Du hast gefragt, welche Filme in Punkto
"Weltraum-Realismus" besser sind.
Post by Cornell Binder
Sorry, aber das ist mir jetzt zu
willkürlich. Die Raumstationen in Gravity haben bestimmt
auch irgendwo mögliche Technologie die die nahen Orbits
ermöglich. Wurde halt nur von den Charakteren nicht erwähnt.
Ist auch alles denkbar.
Damit bleiben immer noch genügend unmögliche Dinge, die ich moniert habe.
Post by Cornell Binder
Wenn ich für die Zukunft beliebiges annehmen darf, kann ich
auch mit unerwähnten Dingen operieren.
Beliebiges darfst du nicht annehmen, nämlich z.B. nicht Unmögliches.

Ein anderer Unterschied ist, dass Moon in einer deutlich ferneren
Zukunft spielt. Aber wenn du dich so dran aufhängst, dann nimm von mir
aus Moon von der Liste. Der Marsianer und Europa Report sind eh bessere
Beispiele, was die Darstellung von Raumfahrt angeht.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Moon bleibt mir jedenfalls nicht wegen "der ist toll, weil
da das mit dem Weltall ja so realistisch ist" in Erinnerung.
Mir auch nicht. Das ändert nichts daran, dass die dargestellten
raumfahrerischen Vorgänge so physikalisch möglich sind, im Gegensatz zu
denen in Gravity. Damit erfüllt er die Bedingung deiner Anfrage.
Nein. Denn mit der gleichen Methodik kann ich auch Gravity
darauf reduzieren, das wir uns nur die Aspekte anschauen die
zweifelsfrei widerspruchsfrei sind und den Rest übergehen
wir einfach.
Welche unmöglichen Sachen in Punkto Raumfahrt habe ich denn übergangen?
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Wie genau hast bestimmst Du diese selbstangelegt Messlatte?
Die Frage ist verdammt ernst gemeint, denn Du kannst den
Film ja auch nur zwangsläufig subjektiv interpretieren. Ich
frage mich ja schon, ob der Film überhaupt irgendeine
Meßlatte anlegen will.
Ich kann mich da nur wiederholen: Der Film wurde von vorne bis hinten
als super-realistisch vermarktet und es ist auch im Film selbst mehr als
deutlich zu bemerken, dass er realistisch wirken will. Deshalb finde ich
es nicht willkürlich, dass ich die Realismus-Messlatte anlege.
Dann sind wir dann bei Deiner Wahrnehmung des Marketings.
Die ist zum einen mal wieder subjektiv
Das ist nun eine Binsenweisheit. Natürlich ist jede meiner Wahrnehmungen
subjektiv, aber da du dieser Wahrnehmung ja selbst bereits zugestimmt
hast, wird sie wohl nicht so weit von der Wahrheit weg sein.
Post by Cornell Binder
und zum anderen nicht
relevant für das was der Film selbst ist resp. seien will.
Stimmt, das Marketing ist dafür nicht zwingend relevant, bestenfalls ein
Indiz. Aber würdest du denn bestreiten, dass der Film selbst sehr
realistisch wirken will?
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Falls Du darauf hinauswillst, ob der Film in sich schlüssig
ist, müßten wir mal kurz definieren, wo der Film den
festlegt welche Orbitalmechanik er für korrekt hält.
Nein, das müssten wir nicht. Denn es ist offensichtlich, dass der Film
zumindest vorgibt, sich an realer Physik zu orientieren.
Wo ist dann das Problem? Wenn Du selber schreibst, das er
sich orientiert, dann ist es doch zu erwarten, das es
abweichen würde. Sonst würde der Film ja "vorgeben" sich an
reale Physik zu halten.
Ok, ich habe nicht klar genug formuliert. Ich meinte, dass der Film
implizit vorgibt, sich an reale Physik zu halten.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Aber auf eine innere Schlüssigkeit wollte ich eh nicht
hinaus.
Das wäre doch aber eine spannende Frage. "Muss" ich
durchgängig schlüssig sein was Physik betrifft. Wenn ich
Aspekt A - wie z.B. die Schleuse - im Level X von Realismus
inszeniere, darf ich dann einfach bei Aspekt B - z.B. die
Seilerei - einfach rumschlampen?
Strafrechtlich wird man dir nichts anhaben können. Aber wenn der Film
ernstgenommen werden will und insbesondere, wenn er selbst den Anspruch
erhebt, realistisch zu sein, dann sollte IMHO schon eine gewisse
Konsistenz vorhanden sein.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Und trotzdem hat der Marsianer den riesigen Vorteiler einer
fantastischen Physik.
Wo kommt im Marsianer fantastische Physik vor?
Diese nette kleine Gerät, welches ihn mit Energie versorgt?
Mit Energie wird er hauptsächlich durch Solarzellen versorgt, nicht
allzu exotisch. Daneben benutzt er größtenteils nur als Heizung, aber
auch als zusätzliche Stromversorgung, noch eine Radionuklidbatterie.
(Heizung ist neuerding keine Energie mehr? >:)
Doch, deswegen erwähnte ich sie ja. Aber an einer Radionuklidbatterie
ist nichts fantastisch.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Solche Teile werden seit den 70ern auf unbemannten Sonden verbaut, also
auch nicht gerade fantastisch. Gab's sonst noch eine Energieversorgung
(außer den Kartoffeln), die ich gerade vergesse?
Es geht nicht um die Frage ob soetwas *irgendwie* existieren
kann. (Mit der irgendwie Nummer erkläre ich auch die Orbits
für völlig okay, wir haben halt nur nicht alle Informationen)
Wieso "irgendwie kann"? Es existiert genau so.
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Im Buch wird ja
sogar schön thematisiert wie man sich vor den Nachteilen zu
schützen habe, für einen physikalischen Prozess den wir so
in der Form gar nicht kennen. Phantastik. Die völlig okay
ist, da der Stoff sonst nicht vorran käme.
Ich bitte um Details, auf was du dich da beziehst.
"As you can imagine, a metrial that can /literally fry an
egg/ with radiation is kind of dangerous."
Kapitel 7.
Ja, dass diese Teile gefährlich sind bestreitet niemand. Deshalb nutzt
man sie nur ungern in der Nähe von Menschen, kommt aber trotzdem vor. In
den 70ern wurden Leuten kleine Pu238-RTGs, also vom selben Typ, den
Watney benutzt, als Energieversorgung für Herzschrittmacher
eingepflanzt, weil man nichts Besseres hatte.

Und JFTR: Der physikalische Prozess in solchen RTGs, vor dessen
Nachteilen man sich schützen sollte, ist bekannt und heißt Alpha-Zerfall.
Post by Cornell Binder
Die Kontrolle die ihm über das RTG möglich ist, ist in der
Form halt Fantastik.
Nein. Welche Kontrolle überhaupt? Er nutzt die Abwärme und manchmal den
erzeugten Strom. Das ist genau das, wofür so Dinger üblicherweise
gedacht sind und erfordert somit keine besondere Kontrolle.
Post by Cornell Binder
Wird man bestimmt irgendwie irgendwo
irgendwann mal hinbekommen. Ham wa aba nicht.
Doch, ham wa. Seit einem halben Jahrhundert.
Cornell Binder
2016-03-31 12:32:19 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
The Martian, Moon und Europa Report fallen mir auf Anhieb ein.
Was bitte ist an Moon realistisch? Das ist ein absolut
genialer Film, aber dem geht es doch nie nicht um Realismus.
Der Film thematisiert wunderbar ethische Fragen und
Konsequenz in einem tollen Setting? Aber Realismus? Wenn Du
hier einfach akzeptieren kannst, das der Großteil des Filmes
auf einem unrealistischen Setting basiert, verstehe ich
nicht, warum Du Dich so an Gravity aufhängst.
Ja, das Setting bei Moon ist sicherlich nicht besonders wahrscheinlich,
aber zumindest nicht unmöglich.
Möglich im Sinne von "die notwendige Technologie wird ganz
bestimmt noch erfunden und die zugehörige Biologie ist auch
genau so zu erwarten"?
Nach Biologie war nicht gefragt. Du hast gefragt, welche Filme in Punkto
"Weltraum-Realismus" besser sind.
Stimmt, da sich Moon da nur mit wenigen Momenten widmet, ist
es natürlich kein Kunststück das die Anzahl der Dinge die
man da "strapazieren" kann, deutlich geringer.

Wir haben also Moon und irgendwie The Martian. Das ist zwar
eine Art Plural, aber wenn es dann wirklich bei diesen
beiden Filmen bleibt, steht Gravity jetzt nicht wirklich
schlecht da. Damit kann ich leben.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Wenn ich für die Zukunft beliebiges annehmen darf, kann ich
auch mit unerwähnten Dingen operieren.
Beliebiges darfst du nicht annehmen, nämlich z.B. nicht Unmögliches.
Wie willst Du beurteilen was unmöglich ist, und was nicht?
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Wie genau hast bestimmst Du diese selbstangelegt Messlatte?
Die Frage ist verdammt ernst gemeint, denn Du kannst den
Film ja auch nur zwangsläufig subjektiv interpretieren. Ich
frage mich ja schon, ob der Film überhaupt irgendeine
Meßlatte anlegen will.
Ich kann mich da nur wiederholen: Der Film wurde von vorne bis hinten
als super-realistisch vermarktet und es ist auch im Film selbst mehr als
deutlich zu bemerken, dass er realistisch wirken will. Deshalb finde ich
es nicht willkürlich, dass ich die Realismus-Messlatte anlege.
Dann sind wir dann bei Deiner Wahrnehmung des Marketings.
Die ist zum einen mal wieder subjektiv
Das ist nun eine Binsenweisheit. Natürlich ist jede meiner Wahrnehmungen
subjektiv, aber da du dieser Wahrnehmung ja selbst bereits zugestimmt
hast, wird sie wohl nicht so weit von der Wahrheit weg sein.
Ich habe zugestimmt, das im Rahmen des Marketings der
Realismus-Aspekt überbetont wurde. Ich habe zu keinem
Zeitpunkt zugestimmt, das der Film als "super-realistisch"
vermarktet wurde.

Vielleicht könntest Du ja mal ein paar Beispiele defür
bringen, welche Aussagen, Video, Interviews Dich das Wort
"super-realistisch" benutzen lassen. (Was ist das
eigentlich, super-realistisch?)

Ansonsten stellt sich natürlich auch die Frage, wenn das
eine Binsenweiseheit ist (das das Marketing subjektiv
ankommt) warum projezierst Du das dann als eine Aussage in
den Film hinein?

Das man manchmal einen Film nicht goutieren kann*, weil man
durch das Marketing völlig andere Erwartungen hatte ist mir
ja völlig bekannt, weswegen ich auch alles jenseits von
Trailern und Kurz-Beschreibungen von Filmen zu meiden
versuche.) Aber das Marketing ist schon deswegen für die
Intention des Filmes nicht relevant, weil das Marketing vom
Studio/Distributor kommt und nur in Ausnahmefällen vom
Regisseur. (Das zeigt sich auch schon so an krassen
Situationen, wo am Ende mehr Geld für das Marketing
ausgegeben wurde, als für die eigentliche Produktion des
Filmes.)

Insoweit ist es für mich jetzt nachwievor ein Strohmann,
wenn Du immer wieder auf das Marketing zurückgreifst, wenn
Post by Florian Maier
Stimmt, das Marketing ist dafür nicht zwingend relevant, bestenfalls ein
Indiz. Aber würdest du denn bestreiten, dass der Film selbst sehr
realistisch wirken will?
Ja, das der Film *sehr* realistisch seien will, würde ich in
der Tat bestreiten. Denn dann würde sein gesamtes Setting
gar nicht funktionieren. Das weiss der Film auch selbst.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Wo ist dann das Problem? Wenn Du selber schreibst, das er
sich orientiert, dann ist es doch zu erwarten, das es
abweichen würde. Sonst würde der Film ja "vorgeben" sich an
reale Physik zu halten.
Ok, ich habe nicht klar genug formuliert. Ich meinte, dass der Film
implizit vorgibt, sich an reale Physik zu halten.
Jetzt hast Du ein andere Wort verwendet, aber doch nicht
genauer formuliert. Wie genau können wir den dieses
"implizit" verifizieren? "Das ist halt so" war noch nie eine
befriedigende Aussage.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Aber auf eine innere Schlüssigkeit wollte ich eh nicht
hinaus.
Das wäre doch aber eine spannende Frage. "Muss" ich
durchgängig schlüssig sein was Physik betrifft. Wenn ich
Aspekt A - wie z.B. die Schleuse - im Level X von Realismus
inszeniere, darf ich dann einfach bei Aspekt B - z.B. die
Seilerei - einfach rumschlampen?
Strafrechtlich wird man dir nichts anhaben können. Aber wenn der Film
ernstgenommen werden will und insbesondere, wenn er selbst den Anspruch
erhebt, realistisch zu sein, dann sollte IMHO schon eine gewisse
Konsistenz vorhanden sein.
Es gibt bei Filmen zwei Dinge die irgendwer will. Die
Produzenten wollen üblicherweise Geld verdienen. Das kann
man mit verschiedenen Ansätzen. "ernst genommen werden" kann
ich da gerade nur schwer einordnen. Von Kritikern? Nee. Von
Zuschauern? Im Sinn von "ich wurde verarscht, weil ich
Unterhaltung erwartet habe".Fehlende innere Konsistenz wird
von vielen nur selten explizit als solche wahrgenommen,
sondern weißt nur als "der Film war doof".

Und wenn es beim Filmemachen nicht ums Geld geht, dann gehts
darum das irgendwer halt aus irgendeinem Grund einen Film
machen will. Da ist "ich will/mein Film soll ernstgenommen
werden, eher am unteren Ende der manigfaltigen Möglichkeiten
zu finden."

(Es gibt btw. nie um Strafrecht, sondern um Filmgenörgel)
Post by Florian Maier
Und JFTR: Der physikalische Prozess in solchen RTGs, vor dessen
Nachteilen man sich schützen sollte, ist bekannt und heißt Alpha-Zerfall.
Ich finde es bemerkenswert wie Du immer alle negativen
Aspekte als irrelevant vom Tisch fegst, wenn sie Deine
Argumentation stören, aber umgekehrt die negativen Aspekte
an Deinen Sachverhalten als unerklärbar darstellst. Nunja,
da werden wir offensichtlich nicht zueinanderfinden.
Post by Florian Maier
Post by Cornell Binder
Wird man bestimmt irgendwie irgendwo
irgendwann mal hinbekommen. Ham wa aba nicht.
Doch, ham wa. Seit einem halben Jahrhundert.
Wenn man einfach nur auf die Aspekte achtet die einem in die
Argumentation passen und die anderen ignoriert.

Das kann ich bei Gravity auch machen. Aber ich darf das ja
nicht.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Bernd Rakel
2016-03-29 05:13:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
[...]
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
[...]
Bevor du hier feuerst wie eine Kanone auf Droge, wäre erst
mal die Nennung deiner entsprechenden Qualifikation in den
von dir verrissenen Fachgebieten deutlich wichtiger! Du hast
keinen Schimmer von solchen Dingen, schreibst nur sinnloses
Gerede von Dingen, die du nicht mal verstehst. Das ist alles nur
ein Produkt deines Laiengehirns, das noch viel weniger mit
der Realität zu tun hat als das von dir kritisierte Thema.
Es ist erstaunlich, dass sich jemand auf solche Diskussionen
einlassen will!
Post by Florian Maier
[...]
Weniger schlimm, aber ähnlich, ist es auch bei Interstellar,
[...]
Und jetzt gehst du sogar noch weiter, eine fiktive
Geschichte mit realen Dingen vergleichen zu
wollen! Das ist ein Knaller, denn selbst Fachleute
wissen kaum etwas über die tatsächlichen Bedingungen
an und in einem schwarzen Loch, geschweige denn beim
Flug durch ein solches!

Du warst sicher mal im Vakuum, denn bei dir ist offenbar
wirklich mal der Sauerstoff ausgegangen! Was für ein
Spinner, der sich hier zum »Fachleut« aufspielen will.

Nein, kein weiteres Interesse, mit dir zu diskutieren.
--
Thx und Grüße, vielleicht sieht man sich in Los Santos.
Bernd Rakel
»Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch
35 Jahre schlecht machen.« (Kurt Tucholsky)
J J Panury
2016-03-29 08:39:06 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Rakel
Post by Florian Maier
[...]
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
[...]
Bevor du hier feuerst wie eine Kanone auf Droge, wäre erst
mal die Nennung deiner entsprechenden Qualifikation in den
von dir verrissenen Fachgebieten deutlich wichtiger! Du hast
keinen Schimmer von solchen Dingen, schreibst nur sinnloses
Gerede von Dingen, die du nicht mal verstehst. Das ist alles nur
ein Produkt deines Laiengehirns, das noch viel weniger mit
der Realität zu tun hat als das von dir kritisierte Thema.
Es spricht der Superchecker!
Post by Bernd Rakel
Nein, kein weiteres Interesse, mit dir zu diskutieren.
Diskutiere am besten gepflegt mit dir selbst!
Florian Maier
2016-03-29 10:45:41 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Rakel
[...]
Nein, kein weiteres Interesse, mit dir zu diskutieren.
Gut, dass wir darüber gesprochen haben.
Lothar Frings
2016-03-29 11:07:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass so ziemlich alles in der Story, was irgendwie mit
Orbitmechanik zu tun hat, falsch dargestellt wird.
Ich habe buchstäblich noch nie einen Film
gesehen, der schlecht gewesen wäre, weil
er irgendetwas sachlich falsch dargestellt hätte.

Bei "Gravity" interessiert mich die Story nicht;
trotzdem hätte ich ihn mir angesehen, weil er
im IMax kam und dieser Effekt, gerade bei
einem solchen Film, mir als geradezu grandios
dargestellt wurde. Leider habe ich ihn damals verpaßt.
Sebastian Will
2016-03-29 22:15:38 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Das Problem ist, dass der BS-Faktor bei Gravity eben nicht gering ist.
Es wird nur für Laien der Eindruck erweckt, dass es so wäre. Weniger
schlimm, aber ähnlich, ist es auch bei Interstellar, in dem doch einige
der physikalischen Erklärungen nur scheinbar und oberflächlich einen
Sinn ergeben. Allerdings hat der Film im Gegensatz zu Gravity den
Vorteil, dass sein Plot nicht so sehr vom Realismus abhängig ist und
auch mit etwas handwedelnder Pseudo-Wissenschaft noch ganz gut
funktioniert.
Guter Facebook-Post von Neil deGrasse Tyson:

On the Critique of Science in Film

https://www.facebook.com/notes/neil-degrasse-tyson/on-the-critique-of-science-in-film/10151673927570869


Und seine dort erwähnten Tweets zu Gravity:
https://storify.com/nabinkm/neil-degrasse-tyson-on-movie-gravity
--
Sebastian

http://saturnusphilosophorum.com
Andy Angerer
2016-03-29 13:52:54 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Florian Maier
Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Woran *im* Film machst Du das fest? Ist jetzt natürlich 'ne
doofe Frage, wenn Du Dich selbst gar nicht mehr so genau
erinnern kannst. Ich frage nur deshalb, weil der Film sich
selbst da äußert bedeckt hält.
Ganz abgesehen davon, daß ich nicht glaube, daß da oben alle fünf Meter
irgendeine Raumstation rumkurvt, die man eben schnell mal mit Rucksackdüsen
oder Feuerlöscher ansteuern kann, fällt mir beispielhaft gerade eine Szene
ein:

Sie tigert mal wieder außen rum und versucht, in so ein Vehikel
reinzukommen. Sie entriegelt die Luke, worauf diese mit Wucht aufschwingt.
Da sie sich an der Luke festhält, schwingt sie mit und knallt gegen die
Bordwand, kann sich aber festhalten. Das ist imho der erste Käse; das hätte
nur ein Terminator geschafft.
Dann schwebt sie schwerelos in die Kapsel und das ist der zweite Käse. Denn
auf sie wirken ja die selben Kräfte, die auch die Luke aufschwingen lassen.

Halt; jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir ein, daß ja in der Schleuse noch
Luft gewesen hätte sein können, die nach dem Entriegeln die Luke aufdrückt.
Also doch kein Käse. Möglicherweise ist dann doch einiges, was mir komisch
vorkam, realistisch. Mei; ich war halt noch nie da oben.
Post by Cornell Binder
Insoweit finde ich es oft schade, das man sich so selten
darüber freut, das der Bullshit-Faktor in einem Film
deutlich gering ist,
Danke; genau das ist der Punkt.
Ich schrieb ja auch nicht "perfekter Film", sondern "besser als alles, was
ich seit langer Zeit gesehen hab".
--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2016-03-29 14:45:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andy Angerer
Sie tigert mal wieder außen rum und versucht, in so ein Vehikel
reinzukommen. Sie entriegelt die Luke, worauf diese mit Wucht
aufschwingt.
Da ist wohl per default Luft drin, und die will erst einmal hinaus.
Post by Andy Angerer
Da sie sich an der Luke festhält, schwingt sie mit und knallt
gegen die Bordwand, kann sich aber festhalten. Das ist imho der
erste Käse; das hätte nur ein Terminator geschafft.
Gute Frage - dazu müsste man sich das noch einmal auf die (Dreh-)
Beschleunigung hin ansehen. Nachdem dort oben die Schwerkraft
wegfällt, ist das Festhalten sicherlich um einiges leichter, als bei
irdischen Luken.
Post by Andy Angerer
Dann schwebt sie schwerelos in die Kapsel und das ist der zweite
Käse. Denn auf sie wirken ja die selben Kräfte, die auch die Luke
aufschwingen lassen.
Halt; jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir ein, daß ja in der
Schleuse noch Luft gewesen hätte sein können, die nach dem
Entriegeln die Luke aufdrückt. Also doch kein Käse. [...]
Bingo :)

Wobei mir die diversen "ich pralle ab und versuche mich
festzuhalten"-Sequenzen trotzdem nicht besonders gut gefallen haben.
Vollends absurd wurde es bei der Geschichte mit den Seilen vom
Bremsfallschirm. Zuerst sind die Leinen stark genug, um beide
Menschen im vollen Flug abzufangen und zurück auf die Station zu
schleudern. Beim zweiten Mal reicht es immer noch, um die
Geschwindigkeit auf Null zu reduzieren (wie funktioniert *das*
eigentlich?) - und in der Position bleibt Zeit dann für einen
ausführlichen Dialog, bevor klar wird, dass die Zugkraft nur für
einen der beiden reichen kann, bevor sich derjenige ausklinkt und
(mit welchem Impuls?) majestätisch in den Weltraum entschwebt.
Erinnert ein bisschen an die Todesdramen in den großen Opern.

Ob in verlassenen Weltraumstationen nur deshalb reichlich Werkzeug
mit ein paar m/s durch die Gegend schwebt, damit man sich dort nicht
ganz so einsam fühlt, muss mir auch noch jemand erklären.

Und... naja, wozu haben chinesische Rettungskapseln so eine Vielzahl
von Knöpfen, wenn man nur zwei (oder waren es drei?) davon drücken
muss, um heil auf die Erde zu kommen? Die brauchen dringend jemanden
mit Erfahrung im UI-Design :-)

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Monieren mit Stefan - hurtig werden mit Vergnügen.
(Sloganizer)
Andy Angerer
2016-03-30 09:34:05 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Da sie sich an der Luke festhält, schwingt sie mit und knallt
gegen die Bordwand, kann sich aber festhalten. Das ist imho der
erste Käse; das hätte nur ein Terminator geschafft.
Gute Frage - dazu müsste man sich das noch einmal auf die (Dreh-)
Beschleunigung hin ansehen. Nachdem dort oben die Schwerkraft
wegfällt, ist das Festhalten sicherlich um einiges leichter, als bei
irdischen Luken.
Deshalb das "imho".
Aber es sah schon aus einer Entfernung (es war eine "Totale") schwungvoll
aus, aus der sonst die Dinge eher harmlos wirken. Und der Aufprall der 100+
kg auf die Bordwand....
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Wobei mir die diversen "ich pralle ab und versuche mich
festzuhalten"-Sequenzen trotzdem nicht besonders gut gefallen haben.
Ja; da war so einiges dabei....
Wobei ich eben nur schwer beurteilen kann, ob das jeweils tatsächlich nicht
funktioniert, oder ob es nur für mich schräg aussieht; wie gesagt; ich war
noch nie da oben.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Vollends absurd wurde es bei der Geschichte mit den Seilen vom
Bremsfallschirm. Zuerst sind die Leinen stark genug, um beide
Menschen im vollen Flug abzufangen und zurück auf die Station zu
schleudern. Beim zweiten Mal reicht es immer noch, um die
Geschwindigkeit auf Null zu reduzieren (wie funktioniert *das*
eigentlich?) - und in der Position bleibt Zeit dann für einen
ausführlichen Dialog, bevor klar wird, dass die Zugkraft nur für
einen der beiden reichen kann, bevor sich derjenige ausklinkt und
(mit welchem Impuls?) majestätisch in den Weltraum entschwebt.
Erinnert ein bisschen an die Todesdramen in den großen Opern.
Jep; da hat der Regisseur ja selber eingeräumt, daß er fabuliert hat.
Wie auch beim Spaziergang vom Hubble zur ISS, die nur im Film so nah
nebeneinander herfliegen, daß das geht.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ob in verlassenen Weltraumstationen nur deshalb reichlich Werkzeug
mit ein paar m/s durch die Gegend schwebt, damit man sich dort nicht
ganz so einsam fühlt, muss mir auch noch jemand erklären.
Wenn da schon die Sachen eingeschlagen haben, kann ich es akzeptieren, daß
einiges rumsegelt. Also zumindest auf der ISS haut das hin.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Und... naja, wozu haben chinesische Rettungskapseln so eine Vielzahl
von Knöpfen, wenn man nur zwei (oder waren es drei?) davon drücken
muss, um heil auf die Erde zu kommen?
Die anderen sind für Leselampe, Klospülung und Tsingtao einschenken.

Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst heftig um die
Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so daß sie, wie sich das
gehört, mit dem Hitzeschild voran weiterflog. Wie geht das?
--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de
Karl-Josef Ziegler
2016-03-30 10:16:34 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andy Angerer
Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst heftig um die
Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so daß sie, wie sich das
gehört, mit dem Hitzeschild voran weiterflog. Wie geht das?
War da irgendetwas von Steuerungsdüsen zu sehen?
Andy Angerer
2016-03-30 10:43:47 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Karl-Josef Ziegler
Post by Andy Angerer
Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst heftig um
die Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so daß sie, wie
sich das gehört, mit dem Hitzeschild voran weiterflog. Wie geht das?
War da irgendetwas von Steuerungsdüsen zu sehen?
Nicht daß ich wüsste.
--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2016-03-30 10:30:47 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andy Angerer
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Da sie sich an der Luke festhält, schwingt sie mit und knallt
gegen die Bordwand, kann sich aber festhalten. Das ist imho der
erste Käse; das hätte nur ein Terminator geschafft.
Gute Frage - dazu müsste man sich das noch einmal auf die
(Dreh-) Beschleunigung hin ansehen. Nachdem dort oben die
Schwerkraft wegfällt, ist das Festhalten sicherlich um einiges
leichter, als bei irdischen Luken.
Deshalb das "imho".
Aber es sah schon aus einer Entfernung (es war eine "Totale")
schwungvoll aus, aus der sonst die Dinge eher harmlos wirken. Und
der Aufprall der 100+ kg auf die Bordwand....
Hat mich rein vom Gefühl her halt nicht irritiert, und dieses rein
subjektive Empfinden ist eh das einzige, was in einem Film zählt -
ansonsten könnte man das, wenn man wirklich wollte, relativ leicht
numerisch abschätzen.
Post by Andy Angerer
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Vollends absurd wurde es bei der Geschichte mit den Seilen vom
Bremsfallschirm. [...] Erinnert ein bisschen an die Todesdramen
in den großen Opern.
Jep; da hat der Regisseur ja selber eingeräumt, daß er fabuliert hat.
Das war halt viel deutlicher überzogen, als alles andere und in
meinen Augen vollkommen unnötig. Wenn in einem Film ein Setting
aufgebaut wird, in dem die bekannten Naturgesetze gelten, dann
sollte man sich auch wenigstens im groben daran halten. Und falls
das handlungsbedingt partout nicht funktioniert: bitte rasch darüber
hinweggehen, nicht auch noch episch breit auswalzen.
Post by Andy Angerer
Wie auch beim Spaziergang vom Hubble zur ISS, die nur im Film so
nah nebeneinander herfliegen, daß das geht.
Das empfand ich wiederum als ein viel kleineres Problem. Die
Flugbahnen dieser beiden Einrichtungen sind ja keine Naturgesetze,
sondern (in Maßen) willkürlich gewählt - und das kann man
meinetwegen für einen Film auch gerne abändern, so wie ja auch die
gezeigte Raumfähre nicht real existiert.
Post by Andy Angerer
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Und... naja, wozu haben chinesische Rettungskapseln so eine
Vielzahl von Knöpfen, wenn man nur zwei (oder waren es drei?)
davon drücken muss, um heil auf die Erde zu kommen?
Die anderen sind für Leselampe, Klospülung und Tsingtao einschenken.
Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst
heftig um die Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so
daß sie, wie sich das gehört, mit dem Hitzeschild voran
weiterflog. Wie geht das?
...vermutlich mit den restlichen Knöpfen, und sie haben das
nur weggeschnitten, weil es sonst den Zeitrahmen gesprengt hätte :-)

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - die preisbewusstste Torheit seit der Steinzeit.
(Sloganizer)
Andy Angerer
2016-03-30 11:03:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Vollends absurd wurde es bei der Geschichte mit den Seilen vom
Bremsfallschirm. [...] Erinnert ein bisschen an die Todesdramen
in den großen Opern.
Jep; da hat der Regisseur ja selber eingeräumt, daß er fabuliert hat.
Das war halt viel deutlicher überzogen, als alles andere und in
meinen Augen vollkommen unnötig. Wenn in einem Film ein Setting
aufgebaut wird, in dem die bekannten Naturgesetze gelten, dann
sollte man sich auch wenigstens im groben daran halten. Und falls
das handlungsbedingt partout nicht funktioniert: bitte rasch darüber
hinweggehen, nicht auch noch episch breit auswalzen.
Das wär eh besser gewesen.
Erst versucht er eine halbe Stunde lang, sie zu überreden, ihn doch endlich
loszulassen, damit sie sich retten kann, und dann sagt er plötzlich "ist
nicht deine Entscheidung" und hängt sich selber aus. Autsch.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Wie auch beim Spaziergang vom Hubble zur ISS, die nur im Film so
nah nebeneinander herfliegen, daß das geht.
Das empfand ich wiederum als ein viel kleineres Problem. Die
Flugbahnen dieser beiden Einrichtungen sind ja keine Naturgesetze,
sondern (in Maßen) willkürlich gewählt - und das kann man
meinetwegen für einen Film auch gerne abändern, so wie ja auch die
gezeigte Raumfähre nicht real existiert.
Geht mir genauso.
Und der Regisseur hats ähnlich erklärt wie Du. :-)
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Und... naja, wozu haben chinesische Rettungskapseln so eine
Vielzahl von Knöpfen, wenn man nur zwei (oder waren es drei?)
davon drücken muss, um heil auf die Erde zu kommen?
Die anderen sind für Leselampe, Klospülung und Tsingtao einschenken.
Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst
heftig um die Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so
daß sie, wie sich das gehört, mit dem Hitzeschild voran
weiterflog. Wie geht das?
...vermutlich mit den restlichen Knöpfen, und sie haben das
nur weggeschnitten, weil es sonst den Zeitrahmen gesprengt hätte :-)
Das ist das blöde bei den Chinesendingern.
Sonst macht man da einen einzigen Knopf hin und schreibt "automatic
stabilisation" daneben. Oder überhaupt "full automatic landing sequence".
Aber auf chinesisch kapiert das dann wieder keiner.
--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de
Florian Maier
2016-03-30 12:58:55 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andy Angerer
Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst heftig um die
Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so daß sie, wie sich das
gehört, mit dem Hitzeschild voran weiterflog. Wie geht das?
Ich kann mich an die Szene im Film nicht mehr erinnern, aber ein Vorteil
des sphärisch-konischen Designs von Wiedereintrittskapseln wie dem der
Shenzhou ist, dass sie sich mittels Aerodynamik und Gewichtsverteilung
ziemlich gut selbst ausrichten und stabilisieren können.
Andy Angerer
2016-03-30 16:03:03 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Andy Angerer
Weil wir gerade bei der Chinesenkapsel sind: die rotierte erst heftig um
die Querachse, stabilisierte sich aber dann geeignet, so daß sie, wie
sich das gehört, mit dem Hitzeschild voran weiterflog. Wie geht das?
Ich kann mich an die Szene im Film nicht mehr erinnern, aber ein Vorteil
des sphärisch-konischen Designs von Wiedereintrittskapseln wie dem der
Shenzhou ist, dass sie sich mittels Aerodynamik und Gewichtsverteilung
ziemlich gut selbst ausrichten und stabilisieren können.
Aha; ist das so.
Aussehen tun die Dinger nämlich so gar nicht nach Selbststabilisation.
Wie sich rausstellt, sind viele Sachen gar keine Fehler, die ich erst als
solche wahrgenommen hatte.
--
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Michael Ottenbruch
2016-04-06 15:36:43 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Sie tigert mal wieder außen rum und versucht, in so ein Vehikel
reinzukommen. Sie entriegelt die Luke, worauf diese mit Wucht aufschwingt.
Da ist wohl per default Luft drin, und die will erst einmal hinaus.
Post by Andy Angerer
Da sie sich an der Luke festhält, schwingt sie mit und knallt
gegen die Bordwand, kann sich aber festhalten. Das ist imho der
erste Käse; das hätte nur ein Terminator geschafft.
Gute Frage - dazu müsste man sich das noch einmal auf die (Dreh-)
Beschleunigung hin ansehen. Nachdem dort oben die Schwerkraft
wegfällt, ist das Festhalten sicherlich um einiges leichter, als bei
irdischen Luken.
Das Problem ist ja, daß sich da oben zwar die Schwerkraft nicht - bzw.
für alle Objekte gleich - auswirkt, die Massenträgheit aber natürlich
sehr wohl. Das führt zu ungewöhnlichen Effekten.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Dann schwebt sie schwerelos in die Kapsel und das ist der zweite
Käse. Denn auf sie wirken ja die selben Kräfte, die auch die Luke
aufschwingen lassen.
Halt; jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir ein, daß ja in der
Schleuse noch Luft gewesen hätte sein können, die nach dem
Entriegeln die Luke aufdrückt. Also doch kein Käse. [...]
Bingo :)
Wobei mir die diversen "ich pralle ab und versuche mich
festzuhalten"-Sequenzen trotzdem nicht besonders gut gefallen haben.
Vollends absurd wurde es bei der Geschichte mit den Seilen vom
Bremsfallschirm. Zuerst sind die Leinen stark genug, um beide
Menschen im vollen Flug abzufangen und zurück auf die Station zu
schleudern. Beim zweiten Mal reicht es immer noch, um die
Geschwindigkeit auf Null zu reduzieren (wie funktioniert *das*
eigentlich?) - und in der Position bleibt Zeit dann für einen
ausführlichen Dialog, bevor klar wird, dass die Zugkraft nur für
einen der beiden reichen kann, bevor sich derjenige ausklinkt und
(mit welchem Impuls?) majestätisch in den Weltraum entschwebt.
Erinnert ein bisschen an die Todesdramen in den großen Opern.
Diese Art von Fehlern ist mir am meisten auf den Senkel gegangen: In dem
Moment, wo zwei Objekte dort oben sich auf Parallelkurs bewegen, bedarf
es keinerlei Kraftanstrengung mehr, diesen Zustand beizubehalten - die
Leinen werden also nur zum Abbremesen der Relativgeschwindigkeit
belastet, danach nicht mehr. Wenn Miss Bullock auf die Station knallt
und sich an dieser festhält - schwierig wg. Massenträgheit! - kann sie
sofort wieder loslassen, sobald ihr das Festhalten gelungen ist. Miss
Bullock hat dagegen minutenlang wie wild gegen eine Kraft gezogen, die
sie wieder von der Station wegzerren wollte. Mir ist nur nicht klar,
welche Kraft das gewesen sein soll. Man könnte sie sehr gut als
Energiequelle im All nutzen.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ob in verlassenen Weltraumstationen nur deshalb reichlich Werkzeug
mit ein paar m/s durch die Gegend schwebt, damit man sich dort nicht
ganz so einsam fühlt, muss mir auch noch jemand erklären.
Wenn die Station gerade von Raumschrott durchlöchert wurde, steht es ihr
schon zu, daß der Zug der entweichenden Luft das Eine oder Andere durch
die Gegend wirbelt. Ist die Station dagegen noch intakt, drängt sich
diese Frage in der tat auf.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Und... naja, wozu haben chinesische Rettungskapseln so eine Vielzahl
von Knöpfen, wenn man nur zwei (oder waren es drei?) davon drücken
muss, um heil auf die Erde zu kommen? Die brauchen dringend jemanden
mit Erfahrung im UI-Design :-)
Daß auch Mission Specialist in der Bedienung einer Sojus-Kapsel
ausgebildet werden, halte ich zumindest nicht für eine dumme Idee; daß
sie aber in der Bedienung aller Kapseln aller raumfahrenden Nationen -
obwohl das ja ganz so viele auch nicht sind - ausgebildet werden, halte
ich für eher unwahrscheinlich. Daß sie für die Sojus das Handbuch
braucht, für das chinesische Gefährt aber nicht, ist ziemlich
widersinnig.
--
...und tschuess!

Michael
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Andy Angerer
2016-04-06 17:21:05 UTC
Permalink
Raw Message
Nicht nur Dir.
Post by Michael Ottenbruch
In dem
Moment, wo zwei Objekte dort oben sich auf Parallelkurs bewegen, bedarf
es keinerlei Kraftanstrengung mehr, diesen Zustand beizubehalten - die
Leinen werden also nur zum Abbremesen der Relativgeschwindigkeit
belastet, danach nicht mehr. Wenn Miss Bullock auf die Station knallt
und sich an dieser festhält - schwierig wg. Massenträgheit! - kann sie
sofort wieder loslassen, sobald ihr das Festhalten gelungen ist. Miss
Bullock hat dagegen minutenlang wie wild gegen eine Kraft gezogen, die
sie wieder von der Station wegzerren wollte. Mir ist nur nicht klar,
welche Kraft das gewesen sein soll.
Ursprünglich hatte ich ja die Zentrifugalkraft in Verdacht.
Und da der Wegzerrimpuls bereits bei erstaunlich geringen
Drehgeschwindigkeiten deutlich ist, hätte ich das auch akzeptiert. Aber dem
war ja nicht so.
Post by Michael Ottenbruch
Man könnte sie sehr gut als Energiequelle im All nutzen.
Jahaa. :-)
Post by Michael Ottenbruch
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Und... naja, wozu haben chinesische Rettungskapseln so eine Vielzahl
von Knöpfen, wenn man nur zwei (oder waren es drei?) davon drücken
muss, um heil auf die Erde zu kommen? Die brauchen dringend jemanden
mit Erfahrung im UI-Design :-)
Daß auch Mission Specialist in der Bedienung einer Sojus-Kapsel
ausgebildet werden, halte ich zumindest nicht für eine dumme Idee; daß
sie aber in der Bedienung aller Kapseln aller raumfahrenden Nationen -
obwohl das ja ganz so viele auch nicht sind - ausgebildet werden, halte
ich für eher unwahrscheinlich. Daß sie für die Sojus das Handbuch
braucht, für das chinesische Gefährt aber nicht, ist ziemlich
widersinnig.
Russen sind Kryptofans.
Chinesen sind, von ihrer eigenen Schrift geschädigt, praktisch veranlagt und
bauen selbsterklärende Oberflächen.

(Sorry; hab schon Bockbier & Obstler unterm Hut.)
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Stefan+ (Stefan Froehlich)
2016-04-12 14:24:16 UTC
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Raw Message
Post by Michael Ottenbruch
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Da sie sich an der Luke festhält, schwingt sie mit und knallt
gegen die Bordwand, kann sich aber festhalten. Das ist imho
der erste Käse; das hätte nur ein Terminator geschafft.
Gute Frage - dazu müsste man sich das noch einmal auf die
(Dreh-) Beschleunigung hin ansehen. Nachdem dort oben die
Schwerkraft wegfällt, ist das Festhalten sicherlich um einiges
leichter, als bei irdischen Luken.
Das Problem ist ja, daß sich da oben zwar die Schwerkraft nicht -
bzw. für alle Objekte gleich - auswirkt, die Massenträgheit aber
natürlich sehr wohl. Das führt zu ungewöhnlichen Effekten.
Im Gegensatz zu der Bremsfallschirm-Szene waren die Luken jeweils so
schnell vorbei, dass ich zwar gestutzt habe, aber auch nicht mehr
als das. Ob das nun plausibel war oder nicht ließe sich leicht
nachprüfen, aber wenn ich mich gar nicht mehr erinnere, wie genau
sich das nun abgespielt hat: Who cares?
Post by Michael Ottenbruch
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ob in verlassenen Weltraumstationen nur deshalb reichlich
Werkzeug mit ein paar m/s durch die Gegend schwebt, damit man
sich dort nicht ganz so einsam fühlt, muss mir auch noch jemand
erklären.
Wenn die Station gerade von Raumschrott durchlöchert wurde, steht
es ihr schon zu, daß der Zug der entweichenden Luft das Eine oder
Andere durch die Gegend wirbelt. Ist die Station dagegen noch
intakt, drängt sich diese Frage in der tat auf.
AFAIR hat sie sich in der ISS zunächst weitgehend entkleidet (ok,
ansonsten hätte man nicht Sandra Bullock für die Rolle nehmen
müssen) und ist dann elegant durch die - zuerst offenbar noch
weitgehend intakte - Raumstation geschwebt.

Servus,
Stefan
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Stefan. Für heisse Klinken, soviel, wie nur geht!
(Sloganizer)
Andy Angerer
2016-03-29 13:19:25 UTC
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Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Andy Angerer
Endlich hab ich ihn gesehen; im Kino hatte ich ihn leider versäumt.
Der beste Film seit langer Zeit!
*seufz*
Inwiefern?
In jeder Ferne. :-)
Gute Geschichte, super gemacht und super gespielt.
Post by Florian Maier
Es ist sicherlich ein handwerklich sehr gut gemachter und alles in allem
guter Film, aber besonders angetan war ich von ihm nicht. Im Nachhinein
betrachtet wirkt er wie ein schwacher Vorgeschmack auf den Marsianer,
wobei es natürlich auch Geschmackssache ist, ob man seine
Weltraum-Überlebensdramen mit etwas Humor oder durchgehend
melodramatisch mag.
Ja; den Marsianer muß ich auch noch sehen.
Post by Florian Maier
Ich habe jetzt die Details nicht mehr so genau im Kopf, aber mich störte
vor allem, dass der Film versucht vorzugeben, sehr realistisch und
wissenschaftlich korrekt zu sein, aber dann durchsetzt ist von ziemlich
absurden Orbitmechanik-Vorstellungen.
Ja; da ist mir auch einiges aufgefallen.
Und ja; das sind deutliche Minuspunkte, die dem Film tatsächlich abträglich
sind. Dennoch fand ich den Film geil und extrem intensiv. Und wenn ich das
sag, heißt das was, denn ich bin eigentlich recht empfindlich bei genau
dieser Art von Minuspunkten. :-)
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Thomas Grund
2016-03-31 12:59:23 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Endlich hab ich ihn gesehen; im Kino hatte ich ihn leider versäumt.
Der beste Film seit langer Zeit!
Wer ihn noch nicht kennt, sollte das bei nächster Gelegenheit ändern.
Der einzige Film bisher, bei dem 3D angemessen ist (für meinen
Geschmack). Ohne 3D eher dünn. Nett der Joke, als in der chinesischen
Station ein Tischtennisschläger durch die Gegend fliegt. Unglaubwürdig,
dass Sandra Bullock eine chinesische Tastatur bedienen kann. Selbst wenn
die Tasten zufällig genauso positioniert wären, aber in welcher Sprache
sind sie das schon.

Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der Erde
steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als vorher.

Muss man nicht gesehen haben.

Thomas
Andreas Dau
2016-03-31 14:38:55 UTC
Permalink
Raw Message
Moin!

Am 31.03.2016 um 14:59 schrieb Thomas Grund:

[Gravity]
Post by Thomas Grund
Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der Erde
steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als vorher.
Also, ich fand das als Allegorie auf den allgegenwärtigen Kampf ums
Überleben, auch auf der Erde hingegen recht intelligent.

cu,
ada
Patrick Rudin
2016-03-31 15:00:15 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Grund
Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der Erde
steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als vorher.
Irgendwie putzig, woran sich die Leute an diesem Film hochziehen.

"Children of Men" vom selben Regisseur zeigt deutlich, dass
"Schlüssigkeit des Drehbuches" da eher eine Nebenrolle spielt. Bei allem
Zwiespalt gegenüber diesem Film muss ich zugeben, dass da ein paar
unglaublich starke, emotionell bewegende Bilder drin sind. Er ist
sozusagen bei aller Unlogik und bei allen offenen Fragen dennoch
beeindruckend.

Und auch Gravity stellen sich bei der emotionall recht aufgesetzten
Botschaft in der letzten Szene wieder dieselben Fragen. Das ist eine
Allegorie auf das Menschsein. Und ausgerechnet an diesem Film ziehen
sich die Apollo 13-Jünger hoch.

Ich mochte Blade Runner auch nicht sonderlich. Aber dazu muss ich nicht
auf dem dort dargestellten Justizsystem herumhacken...


Grüsse

Patrick
Andy Angerer
2016-03-31 15:05:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Grund
Post by Andy Angerer
Der beste Film seit langer Zeit!
Der einzige Film bisher, bei dem 3D angemessen ist (für meinen
Geschmack).
Scheiße ja; _den_ hätt ich auch gern in 3D gesehen!
Post by Thomas Grund
Ohne 3D eher dünn.
Find ich jetzt nicht.
Er ist nicht perfekt; er ist nicht über Kritik erhaben; bei weitem nicht.
Aber er ist der erste Film seit langer Zeit, bei dem ich mal wieder mit
einem Puls jenseits von gut % böse zuguckte und in der Werbepause mehrere
Minuten brauchte, um mich für banale Tätigkeiten zu rekalibrieren.
Ich fand ihn _äußerst_ intensiv.
Post by Thomas Grund
Nett der Joke, als in der chinesischen
Station ein Tischtennisschläger durch die Gegend fliegt. Unglaubwürdig,
dass Sandra Bullock eine chinesische Tastatur bedienen kann. Selbst wenn
die Tasten zufällig genauso positioniert wären, aber in welcher Sprache
sind sie das schon.
Einfach dlücken auf loten Knopf; ist nie velkehlt.
(Odel fast nie.)
Post by Thomas Grund
Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der Erde
steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als vorher.
Dochdoch; sie wird ja gezielt gesucht; das kann schon was bringen.
Die Ankunft der Küstenwache, die Tränen der Erleichterung und die Umarmungen
muß ich für meinen Teil jetzt nicht explizit sehen; dergleichen kenn ich
schon.
Post by Thomas Grund
Muss man nicht gesehen haben.
Aber wenn man schon lange keinen guten Film mehr gesehen hat, sollte man.
--
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Stefan+ (Stefan Froehlich)
2016-03-31 15:28:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andy Angerer
Aber er ist der erste Film seit langer Zeit, bei dem ich mal
wieder mit einem Puls jenseits von gut % böse zuguckte und in der
Werbepause mehrere Minuten brauchte, um mich für banale
Tätigkeiten zu rekalibrieren. Ich fand ihn _äußerst_ intensiv.
*huch*

Ich fand die Filmaufnahmen schön, und ansonsten hat mir gefallen,
dass es zur Abwechslung einmal ein sehr langsamer, ruhiger Film war,
ohne allzuviele gekünstelte Action-Sequenzen (der Ausrutscher mit
den Bremsfallschirmen mal wieder). Aber *Puls*? Nein, nicht dabei.
Post by Andy Angerer
Post by Thomas Grund
Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der
Erde steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als
vorher.
Dochdoch; sie wird ja gezielt gesucht; das kann schon was bringen.
Sofern sie nicht doch noch von einem Krokodil gefressen wird, sollte
der Absturzort ja (dank der offenbar erfolgten, vorherigen Ortung im
Radar) ausreichend genau bekannt sein.
Post by Andy Angerer
Die Ankunft der Küstenwache, die Tränen der Erleichterung und die
Umarmungen muß ich für meinen Teil jetzt nicht explizit sehen;
dergleichen kenn ich schon.
Ack. Dann eher noch das Krokodil...

Servus,
Stefan
--
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Stefan. Für pfiffige Düsen, bevor du zum Chef mußt!
(Sloganizer)
Andy Angerer
2016-03-31 15:35:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Aber er ist der erste Film seit langer Zeit, bei dem ich mal
wieder mit einem Puls jenseits von gut % böse zuguckte und in der
Werbepause mehrere Minuten brauchte, um mich für banale
Tätigkeiten zu rekalibrieren. Ich fand ihn _äußerst_ intensiv.
*huch*
Ich fand die Filmaufnahmen schön, und ansonsten hat mir gefallen,
dass es zur Abwechslung einmal ein sehr langsamer, ruhiger Film war,
ohne allzuviele gekünstelte Action-Sequenzen (der Ausrutscher mit
den Bremsfallschirmen mal wieder). Aber *Puls*? Nein, nicht dabei.
Vielleicht war bei mir genau das der Punkt.
Daß ich Zeit hatte, mich da so richtig reinzuversenken.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Post by Thomas Grund
Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der
Erde steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als
vorher.
Dochdoch; sie wird ja gezielt gesucht; das kann schon was bringen.
Sofern sie nicht doch noch von einem Krokodil gefressen wird, sollte
der Absturzort ja (dank der offenbar erfolgten, vorherigen Ortung im
Radar) ausreichend genau bekannt sein.
Eben; das denk ich auch.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Andy Angerer
Die Ankunft der Küstenwache, die Tränen der Erleichterung und die
Umarmungen muß ich für meinen Teil jetzt nicht explizit sehen;
dergleichen kenn ich schon.
Ack. Dann eher noch das Krokodil...
Ja; gell.
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Michael Ottenbruch
2016-04-06 15:42:35 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Grund
Enttäuschendes Ende, denn bloß, weil sie an einem Strand auf der Erde
steht, ist ihre Rettung kein bißchen wahrscheinlicher, als vorher.
Ich habe mich gefragt, wieso sie überhaupt stehen konnte. In den
Bildern, die man so zu sehen bekommt, fällt das den Leuten nach mehreren
Tagen in der Schwerelosigkeit doch eher schwer (pun intended). Von dem
Stunt unter Wasser kurz vorher mal gar nicht zu reden.
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: ***@sailor.ping.de
Angelo B.
2016-04-21 09:54:08 UTC
Permalink
Raw Message
Es folgt meine persönliche, höchst subjektive Meinung:

Gravity ist mit Abstand der schlechteste Film, den ich in den vergangenen Jahren gesehen habe.

Optisch war er ansehnlich gemacht und er hätte gute Ansätze mit viel Potential besessen - die er allesamt hat fallen gelassen hat und für ebenso inhaltslose wie unglaubwürdige Action geopfert hat.

Die Story reißt verschiedene Bereiche an, ohne auch nur einen einzigen konsequent aufzugreifen und zu Ende zu denken: hier ein wenig Mystery, dort ein wenig persönliche Geschichte - aber in der Summe bleibt nur abstruse Action (bei der jeder spätestens nach 5 Minuten tot gewesen wäre), unglaubwürdiges Gerede (Hauptsache man quatscht weiter, wenn einem der Sauerstoff ausgeht und weiß angeblich auch in einem Team, das schon seit Monaten besteht (schließlich gibt es ja auch eine Vorbereitung vor der eigentlichen Mission) nichts übereinander).
In der Summe bleibt nur ein 90-minütiger, unrealistischer Überlebenskampf, der außer der Frage "Überlebt sie es?" keine Antworten liefert- und bestimmte Fragen sich auch gar nicht zu stellen traut.

Auf einen Feuerlöscher als Steuer- und Flugelement kann ich mich noch einlassen, ein Kinder-Abzählreim, mit dem man wild auf irgendwelche Knöpfe in einer Raumkapsel drückt, schlägt dem Fass aber spätestens den Boden aus.

Meine Hoffnung war, dass am Ende wenigstens ein Plot Twist auf mich wartet, zB: der gesamte Auslöser für die Unfälle war ein ausbrechender Weltkrieg (deswegen auch die Trümmerteile im All), Sandra schafft es zwar irgendwie auf die Erde zurück - aber nur, um einen vom Krieg zerstörten Planeten vorzufinden.
Und selbst wenn sie einfach nur im Wasser ersoffen wäre, wäre ich zufriedener gewesen, als durch die mit der Gießkanne ausgekippten Symbolik, wie sie sich wie einst die ersten Landtiere aus dem Schlamm erhebt.
Ich habe wirklich so schockiert im Kino auf den Abspann gestarrt, dass ich tatsächlich noch auf den "gespielten Witz" im Anschluss gewartet habe - aber dieses Machwerk war wohl so auch noch ernst gemeint.

Vielleicht wäre auch ein mehr esoterischer Plot denkbar gewesen, mit dem Tod und der Rückkehr vom Schorsch ;-) gab es ja auch hierzu Ansätze - aber auch diese wurden nur szenenhaft verwendet.


Wenn ich darüber nachdenke, rede ich mich schon wieder in Rage.

Was für ein Scheißfilm!


just my 2 cents ;-)
der Angelo
Patrick Rudin
2016-04-21 12:08:19 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Angelo B.
Und selbst wenn sie einfach nur im Wasser ersoffen wäre, wäre ich zufriedener
gewesen, als durch die mit der Gießkanne ausgekippten Symbolik, wie
sie sich
Post by Angelo B.
wie einst die ersten Landtiere aus dem Schlamm erhebt.
Willkommen in der Welt von Alfonso Cuarón Orozco. Wenn Du Deinen
Blutdruck noch höher treiben willst, solltest Du "Children Of Men" gucken.

Nur aus Neugierde, wieviele Filme hast Du in den letzten Jahren gesehen?
Schlechtere Filme gibt es ja nun tonnenweise.


Gruss

Patrick
Cornell Binder
2016-04-21 19:46:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Post by Angelo B.
Und selbst wenn sie einfach nur im Wasser ersoffen wäre, wäre ich zufriedener
gewesen, als durch die mit der Gießkanne ausgekippten Symbolik, wie
sie sich
Post by Angelo B.
wie einst die ersten Landtiere aus dem Schlamm erhebt.
Willkommen in der Welt von Alfonso Cuarón Orozco. Wenn Du Deinen
Blutdruck noch höher treiben willst, solltest Du "Children Of Men" gucken.
Nur aus Neugierde, wieviele Filme hast Du in den letzten Jahren gesehen?
Schlechtere Filme gibt es ja nun tonnenweise.
Der Frage möchte ich mich anschließen. :)


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Wie Männer über Frauen reden .......................................... 2429
Hardcore .............................................................. 2428
Star Wars: Das Erwachen der Macht ..................................... 2427
Andy Angerer
2016-04-21 12:25:08 UTC
Permalink
Raw Message
[durchaus berechtigte Kritik gesnipt]
Ja; da ist ne Menge dran.
Mir hat er trotzdem gefallen, weil ich ihn mitreißend fand.
So mitreißend, daß Gedanken wie die Deinen bei mir kaum aufkamen.
Meine Hoffnung war, dass am Ende wenigstens ein Plot Twist auf mich
wartet, zB: der gesamte Auslöser für die Unfälle war ein ausbrechender
Weltkrieg (deswegen auch die Trümmerteile im All), Sandra schafft es zwar
irgendwie auf die Erde zurück - aber nur, um einen vom Krieg zerstörten
Planeten vorzufinden.
So eine ähnliche Geschichte gibts übrigens auch; zumindest in schriftlicher
Form: "Adam" (Adam and no Eve) von Alfred Bester. Und ja; das wär wirklich
ein geiler Schluß gewesen.
Und selbst wenn sie einfach nur im Wasser ersoffen
wäre, wäre ich zufriedener gewesen, als durch die mit der Gießkanne
ausgekippten Symbolik, wie sie sich wie einst die ersten Landtiere aus dem
Schlamm erhebt.
Wie gesagt; "und jetzt kommt ein Krokodil und frisst sie".
Vielleicht wäre auch ein mehr esoterischer Plot denkbar gewesen, mit dem
Tod und der Rückkehr vom Schorsch ;-)
Bitte nicht; das wär dann wiederum mir auf die Nerven gegangen.
Wenn ich darüber nachdenke, rede ich mich schon wieder in Rage.
Das versteh ich; so gings mir zB bei "Twister".
_Das_ war ein Scheißfilm!
--
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