Discussion:
Bond einst und jetzt (was: Neue Star-Trek-Serie)
(zu alt für eine Antwort)
Michael Ottenbruch
2016-03-02 03:33:11 UTC
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Raw Message
Nichts gegen die Story-Entwicklung! Das finde ich ebenfalls gelungen.
Aber diese humorlose, gewalttätige Art und dieser so gar nicht gewitzte
Hauptdarsteller lassen einfach kein Bond-Feeling aufkommen. Es fehlt
sozusagen das Augenzwinkern der früheren Filme.
Wenn ich so etwas lese, frage ich mich immer, ob der Autor sich jemals
die Mühe gemacht hat, einen James-Bond-Roman von Ian Fleming zu lesen
oder auch nur einen der ursprünglichen Sean-Connery-Filme
("Diamantenfieber" und erst recht "Sag niemals nie" zählen hier nur
bedingt) zu sehen! Craig ist wesentlich näher an der Roman-Vorlage als
Moore, auch wenn der Moore-Bond sicherlich eine tolle Kino-Figur war.
Alle Darsteller nach Moore haben versucht, wieder näher zum Roman-Bond
zu kommen, und Craig ist derjenige, der es geschafft hat - wobei Brosnan
auch schon nahe dran war.
Doch, der Autor hat durchaus Original-Fleming-Romane (in deutscher
Übersetzung) gelesen und fand diese wenig ansprechend. So zum Beispiel
diese furchtbare Folterszene in "Casino Royal", die man dann
selbstverständlich beim ersten Craig-Bond übernehmen musste, obwohl vieles
andere aus dem Roman durchaus abgewandelt wurde. Zum Beispiel Poker statt
Baccara. Hier spielte die Werktreue offenbar keine Rolle.
"Casino Royale" habe ich nicht gelesen. Eine ausführliche
Baccara-Sequenz kommt aber auch in "Im Dienst Ihrer Majestät" vor - ich
habe auch nur deutsche Übersetzungen gelesen. Ich habe damals und bis
heute nicht verstanden, wie jemand ernsthaft "17 und 4" oder eben
Baccara spielen kann. Heute ist das vergleichbare "Glücksspiel"
zweifellos Poker, und die populärste Variante sicherlich "Texas
Hold'em". Von daher halte ich es für nachvollziehbar, daß in der
aktuellen verfilmung Baccara durch eine a) aktuelle und b) durch
Intellekt beeinflußbare Art des "Glücksspiels" ersetzt wurde.
Die Craig-Bonds versuchen lediglich, was die Härte und Humorlosigkeit
betrifft, möglichst nah an die Romanvorlagen von Fleming zu kommen, was
ihnen auch leider gelingt.
Bis auf die Bewertung sind wir uns einig: "Die Craig-Bonds versuchen
[...], möglichst nah an die Romanvorlagen von Fleming zu kommen, was
ihnen auch [...] gelingt."

"Humorlos" sind weder die Romanvorlagen, noch die "Craig-Bonds" -
übrigens auch nicht die mit Brosnan, nicht einmal die mit Dalton.

Was "Härte" angeht, so findet man diese sicher eher in Flemings Romanen
als in den Filmen nach Connery. Dort ging es eher um tolle Stunts, tolle
Gimmicks und tolle Mädels - aber nicht um tolle Geschichten, schon gar
nicht um solche aus dem Geheimdienst-Milieu.

In einem der Brosnan-Filme wird das sogar - selbstironisch! -
thematisiert:

| Natalya Simonova: Do you destroy every vehicle you get into?
|
| James Bond: Standard operating procedure. Boys with toys.
|
| http://www.imdb.com/title/tt0113189/trivia?item=qt0448499
Aber vielleicht deutet sich ja mit "Spectre" eine Wende an.
In welche Richtung denn?

XP&F'up2 de.rec.film.misc
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: ***@sailor.ping.de
MacBlack
2016-03-03 03:53:13 UTC
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Raw Message
Post by Michael Ottenbruch
Aber vielleicht deutet sich ja mit "Spectre" eine Wende an.
In welche Richtung denn?
Hin zu tollen Stunts, tollen Gimmicks und tollen Mädels :)
--
Es grüßt MacBlack
Patrick Rudin
2016-03-03 09:48:27 UTC
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Raw Message
Post by MacBlack
Post by Michael Ottenbruch
Aber vielleicht deutet sich ja mit "Spectre" eine Wende an.
In welche Richtung denn?
Hin zu tollen Stunts, tollen Gimmicks und tollen Mädels :)
Und hin zu einem farblosen, langweiligen Oberbösewicht. Der verhinderte
Zahnarzt in Spectre war auch vom Drehbuch her wohl der schwächste Part
des ganzen Films, Waltz hin oder her...


Gruss

Patrick
Andy Angerer
2016-03-03 12:22:00 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Rudin
Post by MacBlack
Post by Michael Ottenbruch
Aber vielleicht deutet sich ja mit "Spectre" eine Wende an.
In welche Richtung denn?
Hin zu tollen Stunts, tollen Gimmicks und tollen Mädels :)
Und hin zu einem farblosen, langweiligen Oberbösewicht. Der verhinderte
Zahnarzt in Spectre war auch vom Drehbuch her wohl der schwächste Part
des ganzen Films, Waltz hin oder her...
Waltz war der einzige Lichtblick in einem ansonsten unterirdischen Film.
Und mit seiner feingeistigen Art, die in so krassem Gegensatz zu Blofields
Taten steht, verleiht er diesem Charakter eine besonders zynische Note.
Ansonsten ist der Film für die Tonne.
--
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Patrick Rudin
2016-03-03 15:55:40 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Waltz war der einzige Lichtblick in einem ansonsten unterirdischen Film.
Und mit seiner feingeistigen Art, die in so krassem Gegensatz zu Blofields
Taten steht, verleiht er diesem Charakter eine besonders zynische Note.
Die ist mir dann wohl entgangen. Er hatte ja keine einzige saftige Zeile.
Post by Andy Angerer
Ansonsten ist der Film für die Tonne.
Die Eröffnungssequenz fand ich ganz unterhaltsam, die wurde aber
offensichtlich auf "coole Kameraführung" hin geschrieben. Naja, immerhin.


Gruss

Patrick
Andy Angerer
2016-03-04 11:29:58 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Rudin
Post by Andy Angerer
Ansonsten ist der Film für die Tonne.
Die Eröffnungssequenz fand ich ganz unterhaltsam, die wurde aber
offensichtlich auf "coole Kameraführung" hin geschrieben. Naja, immerhin.
Und genau die Kamera ist ein eigenes Unmutsthema.
Diese gottverdammte, beschissene Dreckswackelkamera!
Den gesamten Film über wackelt das Bild wie blöd! Sogar in ruhigen Szenen;
die wirklich einzigen Momente, in denen nicht gewackelt wird, sind die
Landschaftstotalen. Extreme Scheiße, das!

Ein Regisseur, der es nötig hat, Spannung zu simulieren, indem er den
Zuschauer mit solchen Mitteln künstlich unter Streß setzt, ist ein Stümper
und ein Pfuscher!
--
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Christian Potzinger
2016-03-04 15:59:26 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Und genau die Kamera ist ein eigenes Unmutsthema.
Diese gottverdammte, beschissene Dreckswackelkamera!
Den gesamten Film über wackelt das Bild wie blöd! Sogar in ruhigen Szenen;
die wirklich einzigen Momente, in denen nicht gewackelt wird, sind die
Landschaftstotalen. Extreme Scheiße, das!
Ein Regisseur, der es nötig hat, Spannung zu simulieren, indem er den
Zuschauer mit solchen Mitteln künstlich unter Streß setzt, ist ein Stümper
und ein Pfuscher!
Sorry für das Full-Quote, aber du sprichst mir aus der Seele!
Nur würde ich mich bei weiten nicht so zurückhaltend ausdrücken.
--
ryl: G'Kar
Andy Angerer
2016-03-04 16:51:07 UTC
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Raw Message
Post by Christian Potzinger
Post by Andy Angerer
Und genau die Kamera ist ein eigenes Unmutsthema.
Diese gottverdammte, beschissene Dreckswackelkamera!
Den gesamten Film über wackelt das Bild wie blöd! Sogar in ruhigen
Szenen; die wirklich einzigen Momente, in denen nicht gewackelt wird,
sind die Landschaftstotalen. Extreme Scheiße, das!
Ein Regisseur, der es nötig hat, Spannung zu simulieren, indem er den
Zuschauer mit solchen Mitteln künstlich unter Streß setzt, ist ein
Stümper und ein Pfuscher!
Sorry für das Full-Quote, aber du sprichst mir aus der Seele!
Nur würde ich mich bei weiten nicht so zurückhaltend ausdrücken.
Für die hier wirklich passenden Ausdrücke bin ich ein viel zu feiner Mensch.
--
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Michael Ottenbruch
2016-03-04 22:23:37 UTC
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Raw Message
Post by Christian Potzinger
Post by Andy Angerer
Und genau die Kamera ist ein eigenes Unmutsthema.
Diese gottverdammte, beschissene Dreckswackelkamera!
Den gesamten Film über wackelt das Bild wie blöd! Sogar in ruhigen Szenen;
die wirklich einzigen Momente, in denen nicht gewackelt wird, sind die
Landschaftstotalen. Extreme Scheiße, das!
Ein Regisseur, der es nötig hat, Spannung zu simulieren, indem er den
Zuschauer mit solchen Mitteln künstlich unter Streß setzt, ist ein Stümper
und ein Pfuscher!
Sorry für das Full-Quote, aber du sprichst mir aus der Seele!
Nur würde ich mich bei weiten nicht so zurückhaltend ausdrücken.
Naja, seine Leidenschaft für Untertreibungen - möge es nicht seine
einzige sein! - ist ja bekannt; aber hier hat er wirklich recht.

Aber das scheint mir ein Laster zu sein, das - bis auf die Macher von
"Deutschland aus der Luft" - praktisch alle Filmschaffenden ergriffen
hat. Mich kotzt es genauso an wie Euch auch - auch bei den jüngeren
Bonds -, aber es nun ausgerechnet diesen jüngeren Bonds vorzuwerfen,
erscheint mir etwas - nun, sagen wir: - selektiv.

Insbesondere der Gedanke, ausgerechnet aus der Wackelkamera zu
schließen, daß Craig eine Fehlbesetzung sei, erscheint mir - ich f'up2e
jetzt nicht zurück in die Star-Trek-Gruppe - etwas unlogisch.

Aber Andy hat ja bewußt darauf hingeweisen, daß das "ein eigenes
Unmutsthema" sei. Bezüglich dessen stimme ich ihm ausdrücklich zu!
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: ***@sailor.ping.de
Christian Potzinger
2016-03-04 22:48:17 UTC
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Raw Message
Post by Michael Ottenbruch
Insbesondere der Gedanke, ausgerechnet aus der Wackelkamera zu
schließen, daß Craig eine Fehlbesetzung sei, erscheint mir - ich f'up2e
jetzt nicht zurück in die Star-Trek-Gruppe - etwas unlogisch.
Ich kann diese Behauptung nirgends finden. Kann es sein, dass diese
Aussage in der Star-Trek-Gruppe getätigt wurde? Wie dem auch sei,
mir persönlich gefällt Craig sehr gut als Bond. Und Waltz? Hat mal
was anderes probiert! Ich fand ihn jetzt nicht so gut, wie er hätte
sein können. Ist halt meine Meinung...
Post by Michael Ottenbruch
Aber Andy hat ja bewußt darauf hingeweisen, daß das "ein eigenes
Unmutsthema" sei. Bezüglich dessen stimme ich ihm ausdrücklich zu!
Ack. Das Thema "Wackelkamera" ist sowieso ein rein geschmackliches.
Dem einen gefällt es, manch einen kotzt es an und ich kann es in Worten
nicht ausdrücken wie sehr ;)
--
ryl: G'Kar
Michael Ottenbruch
2016-03-05 00:02:48 UTC
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Raw Message
Post by Christian Potzinger
Post by Michael Ottenbruch
Insbesondere der Gedanke, ausgerechnet aus der Wackelkamera zu
schließen, daß Craig eine Fehlbesetzung sei, erscheint mir - ich f'up2e
jetzt nicht zurück in die Star-Trek-Gruppe - etwas unlogisch.
Ich kann diese Behauptung nirgends finden. Kann es sein, dass diese
Aussage in der Star-Trek-Gruppe getätigt wurde?
In <***@mid.individual.net> findet sich die Aussage, Craig sei
"[a]ls James Bond [...] die vermutlich grausamste Fehlbesetzung der
Filmgeschichte." Auf Nachfragen kam dann unter anderem das Argument der
wackelkamera. Ich sehe aber durchaus, daß Andy eigentlich mehr erklärt
hat, warum ihm "Spectre" nicht gefallen hat, als seine ursprüngliche
Behauptung zu verteidigen.
Post by Christian Potzinger
Wie dem auch sei, mir persönlich gefällt Craig sehr gut als Bond.
Ich hatte ursprünglich länger ausgeführt, daß er sicherlich nicht so sei
wie der Bond meiner Jugend - das war Roger Moore! -, aber eben viel
näher am Bond der Fleming-Romane. Connery stellte eine Figur sui generis
dar, Moore eine absichtliche Gegenfigur - in absichtlich überzeichneten
Filmen -, und danach haben alle anderen versucht, wieder zum Roman-Bond
zurückzukommen. Dalton war seiner Zeit diesbezüglich voraus - und kam
(unter anderem) daher gar nicht an -, Brosnan hat das sehr gut gemacht -
allerdings in Moore-artigen Settings mit unsichtbaren Autos und
ähnlichem Fummel - und Craig ist nun überzeugend bei einer
Kino-Umsetzung des Roman-Bonds, übertragen in die heutige Zeit.

Trotzdem ist Wackelkamera unerträglich!
Post by Christian Potzinger
Und Waltz? Hat mal
was anderes probiert! Ich fand ihn jetzt nicht so gut, wie er hätte
sein können. Ist halt meine Meinung...
Ich finde, er hat seinen Teil ordentlich gespielt. Es wäre sicher
anspruchsvoller gewesen, hätte er einen dänischen Prinzen darstellen
sollen, dessen Vater ... aber das wäre eine andere Geschichte und sollte
ein anderes Mal erzählt werden.
Post by Christian Potzinger
Post by Michael Ottenbruch
Aber Andy hat ja bewußt darauf hingeweisen, daß das "ein eigenes
Unmutsthema" sei. Bezüglich dessen stimme ich ihm ausdrücklich zu!
Ack. Das Thema "Wackelkamera" ist sowieso ein rein geschmackliches.
Dem einen gefällt es, manch einen kotzt es an und ich kann es in Worten
nicht ausdrücken wie sehr ;)
Deswegen mußt Du nicht an Dir zweifeln. Selbst meine Eloquenz reicht
dazu nicht aus.
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: ***@sailor.ping.de
Andy Angerer
2016-03-05 11:39:50 UTC
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Raw Message
Post by Christian Potzinger
Post by Michael Ottenbruch
Aber Andy hat ja bewußt darauf hingeweisen, daß das "ein eigenes
Unmutsthema" sei. Bezüglich dessen stimme ich ihm ausdrücklich zu!
Ack. Das Thema "Wackelkamera" ist sowieso ein rein geschmackliches.
Dem einen gefällt es, manch einen kotzt es an und ich kann es in Worten
nicht ausdrücken wie sehr ;)
Der Scheiß ermüdet die Augen und auch das Hirn.
In Spectre musste ich oft minutenlang die Augen schließen, um diese
Neurofolter auszuhalten. Dadurch bin ich ein paarmal eingedöst. Wobei die
Handlung des Films nicht geeignet war, diesem Effekt entgegenzuwirken.
--
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Thomas Grund
2016-03-09 16:02:53 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Der Scheiß ermüdet die Augen und auch das Hirn.
In Spectre musste ich oft minutenlang die Augen schließen, um diese
Neurofolter auszuhalten. Dadurch bin ich ein paarmal eingedöst. Wobei die
Handlung des Films nicht geeignet war, diesem Effekt entgegenzuwirken.
So leid es mir tut, aber ich kann Deiner Argumentation absolut nicht
folgen. Ich habe Spectre inzwischen zuhause. Zum Beispiel die Autojagd
durch Rom ist begleitet von ruhiger Musik. Die Kamera überlässt das
Wackeln komplett den Autos. Ich kann keine Szene erkennen, bei der ich
Dir recht geben könnt.

Anders "Quantum". Den habe ich mir inzwischen auch gekauft, um die
Craig-Filme komplett zu haben. Die Bootsjagt, bei der ich im Kino die
Augen schließen musste, wirkt beim wiederholten Sehen verständlich (dass
man das mehrmals sehen muss, ist kein Zeichen für Qualität). Die
Verfolgungsjagd durch Siena verstehe ich immer noch nicht. Immer, wenn
ich denke, ich wüsste, wer gerade im Bild ist, kommt der nächste
Schnitt. Das ist wirklich unerträglich, aber das haben die Macher ja am
Ende sogar verstanden und einen deutlich besseren Film nachgeschoben.

Wie gesagt: Alles Geschmackssache. Ich fand die Bönde albern, bei denen
Roger Moore wie der Rentner Ihrer Majestät aussieht. Den absolut
schlechtesten fand ich "Lizenz zum Töten". Aber irgendwie sind sie alle gut.

Thomas
Andy Angerer
2016-03-10 12:35:37 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Grund
Post by Andy Angerer
Der Scheiß ermüdet die Augen und auch das Hirn.
In Spectre musste ich oft minutenlang die Augen schließen, um diese
Neurofolter auszuhalten. Dadurch bin ich ein paarmal eingedöst. Wobei die
Handlung des Films nicht geeignet war, diesem Effekt entgegenzuwirken.
So leid es mir tut, aber ich kann Deiner Argumentation absolut nicht
folgen. Ich habe Spectre inzwischen zuhause. Zum Beispiel die Autojagd
durch Rom ist begleitet von ruhiger Musik. Die Kamera überlässt das
Wackeln komplett den Autos. Ich kann keine Szene erkennen, bei der ich
Dir recht geben könnt.
Anders "Quantum". Den habe ich mir inzwischen auch gekauft, um die
Craig-Filme komplett zu haben. Die Bootsjagt, bei der ich im Kino die
Augen schließen musste, wirkt beim wiederholten Sehen verständlich (dass
man das mehrmals sehen muss, ist kein Zeichen für Qualität). Die
Verfolgungsjagd durch Siena verstehe ich immer noch nicht. Immer, wenn
ich denke, ich wüsste, wer gerade im Bild ist, kommt der nächste
Schnitt. Das ist wirklich unerträglich, aber das haben die Macher ja am
Ende sogar verstanden und einen deutlich besseren Film nachgeschoben.
Ich habe mir zu Unrecht angemaßt, Spectre als den schlechtesten Bond aller
Zeiten zu titulieren; das darf ich gar nicht, da ich sie nicht alle gesehen
habe; Quantum zB nicht.
Es gibts also welche, die noch schlechter sind als Spectre; aha.
Post by Thomas Grund
Wie gesagt: Alles Geschmackssache.
Nicht unbedingt; es gibt auch so etwas wie objektive Kriterien.
Aber bei unserem Thema hier ist es halt schon so, daß die Toleranz gegenüber
optischen (oder in anderen Filmen auch akustischen) Foltermethoden
individuell verschieden ist.
--
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Thomas Grund
2016-03-11 14:23:33 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Nicht unbedingt; es gibt auch so etwas wie objektive Kriterien.
Aber bei unserem Thema hier ist es halt schon so, daß die Toleranz gegenüber
optischen (oder in anderen Filmen auch akustischen) Foltermethoden
individuell verschieden ist.
Toleranz ist kein objektives Kriterium. Der "kategorische Imperativ"
wird gerne als objektives Kriterium angesehen, aber ein Blick auf die
Weltkarte zeigt, dass wir selbst damit eher in der Minderheit sind.

Guter Geschmack ist keine Frage. Man hat ihn, oder man hat ihn nicht.

Gruß, Thomas
Andy Angerer
2016-03-11 15:13:09 UTC
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Post by Thomas Grund
Post by Andy Angerer
Nicht unbedingt; es gibt auch so etwas wie objektive Kriterien.
Aber bei unserem Thema hier ist es halt schon so, daß die Toleranz
gegenüber optischen (oder in anderen Filmen auch akustischen)
Foltermethoden individuell verschieden ist.
Toleranz ist kein objektives Kriterium.
Deshalb ja auch das "aber". :-)
--
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Andy Angerer
2016-03-05 11:35:14 UTC
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Raw Message
Post by Michael Ottenbruch
Aber das scheint mir ein Laster zu sein, das - bis auf die Macher von
"Deutschland aus der Luft" - praktisch alle Filmschaffenden ergriffen
hat. Mich kotzt es genauso an wie Euch auch - auch bei den jüngeren
Bonds -, aber es nun ausgerechnet diesen jüngeren Bonds vorzuwerfen,
erscheint mir etwas - nun, sagen wir: - selektiv.
Es ist einfach einer meiner vielen Kritikpunkte an Spectre; bei diesem Film
war es besonders extrem.

In der Tat hat sich diese offenbar ansteckende cerebrale Krankheit all diese
Künstler befallen. Gerade kürzlich musste ich aus diesem Grund einen sehr
vielversprechenden Ösi-Tatort nach 10 Minuten ausmachen. Ich war wirklich
sauer; die Geschichte hätte mir gefallen. Aber neben dem Kameragewackel litt
der Film noch unter den Symptomen einer anderen Hirnkrankheit, der
insbesondere Krimischaffende zum Opfer fallen:

Dem Film werden sämtliche Farben so weit entzogen, daß er fast nur noch
schwarz-weiß daherkommt und bloß die allerintensivsten Farben noch als soche
zu erkennen sind. Damit alles schön unnatürlich und eklig wirkt.

Stümper & Pfuscher; echt!
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Patrick Rudin
2016-03-05 13:35:41 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Und genau die Kamera ist ein eigenes Unmutsthema.
Diese gottverdammte, beschissene Dreckswackelkamera!
Wenn Du den Spionen eher meditativ zusehen möchtest, solltest Du halt
"Tinker, Tailor, Soldier, Spy" gucken. Obwohl ich fand, dass der etwas
zu zäh erzählt wird. Aber es zeigt, dass derselbe Kameramann bei
"Spectre" wohl nicht viel zu melden hatte.

Ich weiss auch nicht, ob Regisseure bei 007 viel zu melden haben. Wer
"Once were warriors" von Lee Tamahori kennt, kann bei "Die another day"
nur noch mit den Schultern zucken...


Gruss

Patrick
Andy Angerer
2016-03-05 13:59:17 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Rudin
Post by Andy Angerer
Und genau die Kamera ist ein eigenes Unmutsthema.
Diese gottverdammte, beschissene Dreckswackelkamera!
Wenn Du den Spionen eher meditativ zusehen möchtest,
Zwischen "Bild wackelt wie blöd" und "meditativ anzuschauen" ist aber ein
sehr breites Spektrum angesiedelt.
--
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Patrick Rudin
2016-03-06 23:24:04 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Zwischen "Bild wackelt wie blöd" und "meditativ anzuschauen" ist aber ein
sehr breites Spektrum angesiedelt.
Wenn Du aber für "Spectre" schon den Extremwert der Skala vergeben hast,
wie stufst Du dann "Mad Max: Fury Road" ein? Trotz des Aufwandes ein
erbärmlich langweiliger Film.


Gruss

Patrick
Andy Angerer
2016-03-07 12:22:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Patrick Rudin
Post by Andy Angerer
Zwischen "Bild wackelt wie blöd" und "meditativ anzuschauen" ist aber ein
sehr breites Spektrum angesiedelt.
Wenn Du aber für "Spectre" schon den Extremwert der Skala vergeben hast,
wie stufst Du dann "Mad Max: Fury Road" ein?
Gar nicht, da nicht gesehen.
Post by Patrick Rudin
Trotz des Aufwandes ein erbärmlich langweiliger Film.
Ich mochte schon die alten Mad Maxe nicht.
--
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Andreas Metzler
2016-03-07 18:39:45 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Rudin
Post by Andy Angerer
Zwischen "Bild wackelt wie blöd" und "meditativ anzuschauen" ist aber ein
sehr breites Spektrum angesiedelt.
Wenn Du aber für "Spectre" schon den Extremwert der Skala vergeben hast,
wie stufst Du dann "Mad Max: Fury Road" ein? Trotz des Aufwandes ein
erbärmlich langweiliger Film.
Hej,

Wohl auch eine Frage der Erwartunghaltung. Ich hatte mir nicht sehr
viel erwartet, und war dann ungeheuer positiv überrascht. Und das ging
den Mitbesuchern ebenso.

Zudem halte ich Fury Road für einen der Filme, die man nur schwer
außerhalb des Kinos, also ohne Riesenleinwand und entsprechendem
Soundsystem geniessen kann. Im normalen TV sicher langweilig.

lg Andreas
--
`What a good friend you are to him, Dr. Maturin. His other friends are
so grateful to you.'
`I sew his ears on from time to time, sure'
Thomas Grund
2016-03-09 16:08:25 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Rudin
Post by Andy Angerer
Zwischen "Bild wackelt wie blöd" und "meditativ anzuschauen" ist aber ein
sehr breites Spektrum angesiedelt.
Wenn Du aber für "Spectre" schon den Extremwert der Skala vergeben hast,
wie stufst Du dann "Mad Max: Fury Road" ein? Trotz des Aufwandes ein
erbärmlich langweiliger Film.
Wie jemand während der Oscar-Zeremonie twitterte: Der Film hat mehr
Oscars, als DiCaprio jemals Nominierungen hatte. :-)

Ich fand ihn auch nicht so toll (Heimkino), aber immer noch besser als
"Birdman" letztes Jahr. Den allerersten Mad Max finde ich unerreicht.

Thomas
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