Discussion:
Der Marsianer recht erfolgreich in den USA gestartet
(zu alt für eine Antwort)
Adolf Abschwung
2015-10-08 22:29:34 UTC
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Raw Message
Siehe www.boxofficemojo.com , etwas schlechter als "Gravity", aber besser
als "Interstellar"...
Thomas Grund
2015-10-09 01:50:28 UTC
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Raw Message
Post by Adolf Abschwung
Siehe www.boxofficemojo.com , etwas schlechter als "Gravity", aber besser
als "Interstellar"...
Hat's denn jemand gesehen? Ich wollte eigentlich reingehen, aber die
Rezension in der SZ hält mich ab.
Cornell Binder
2015-10-09 22:50:32 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Grund
Hat's denn jemand gesehen? Ich wollte eigentlich reingehen, aber die
Rezension in der SZ hält mich ab.
Ich kenne jetzt die Rezension nicht und kann jetzt insoweit
nicht auf Dinge eingehen denen ich zustimmen oder denen ich
widersprechen würde. Deswegen einfach mal so mein Eindruck:

Ich hatte das Buch zuvor gelesen, weswegen meine Spannungskurve
eine andere ist, als die eines Zuschauers der die Handlung
noch nicht kennt. Als Leser (der noch nicht vollständig
vergessen hat worum es geht) kann man natürlich nicht umhin
zu vergleichen wo der Film kürzt, abweicht oder gar radikal
verändert. (Hallo Divergent!)

Nach zwei Absätzen nun mein Kommentar: Obwohl ich wußte was
so alles passieren wird/kann war ich 2 1/2h in den Film
vertieft und habe mich keinen Moment gelangweilt. Der Film
hat sehr elegant Handlung so gerafft und vereinfacht, das
ein flüssiger Film entstand ohne das unwissende Zuschauer
den Eindruck haben dürften, das da doch irgendwie was fehlen
muss oder Dinge zu sprunghaft sind. (Hallo Mazerunner!)

Natürlich ist der Film keine absolut wasserdichte Wissen-
schaftsdokumentation. Ist ja schließlich eine Fiktion die
dazu auch noch in der Zukunft spielt und bestimmte
Technologien einfach behaupten kann.

Der Reiz des Buches lag ja auch IMHO weniger an der ver-
wendeten Wissenschaft an sich, sondern eben an der
(ingenieurs)Wissenschaftlichkeit des Protagonisten. Es ist
ja umfangreicher Bestandteil des Textes das er Modelle
entwickelt, diese Umsetzt, Fehler macht, diese analysiert,
etc.

Im Film ist das zwangsläufig kompakter und auch vereinfachter
dargestellt. Wo im Buch die textliche Aufarbeitung Hand in
Hand mit dem Medium geht, muss der Film halt Dinge zeigen
und sagen. Und manchmal müssen dabei zwangsläufig Dinge
visualisiert werden, wo das Buch den Vorteil hat, das man
zwar sachlich richtig beschreiben kann was passiert, aber
quasi keine Verantwortung dafür hat, wie das der Leser im
Kopf dramatisiert. Der Film muss - bedingt durch sein Medium
- zeigen. Und ja, wissenschaftlich gesehen gibt's da auch
Bullshit. Aber im Ganzen betrachtet halte ich das für
völlig vertretbar. Zumindest auch unter der Berücksichtigung
das mir zuvor keine Aussagen der Produktion vor die Augen
gekommen sind, wo von besonderer Korrektheit die Rede war.

(Was sich viele nicht zu fragen trauen: Nein, der Marsianer
wurde nicht an Originalschauplätzen gedreht.)


Ich kann nicht einschätzen wie der Film auf Leute wirkt,
denen Naturwissenschaften oder Ingenieurstätigkeiten per se
egal sind. Aber ich würde mich doch aus dem Fenster lehnen
und sagen, das sowohl Spannung als auch Spiel fast jeden in
seinen Bann ziehen sollten. Außer man mag Matt Damon ("MATT
DAMON") nicht.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Thomas Grund
2015-10-10 05:13:35 UTC
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Raw Message
Cornell Binder wrote:

[sein Eindruck]

Hallo CoBi,

danke! Ich kann mich auch nicht mehr genau an die SZ-Rezension erinnern.
Es hieß sinngemäß, dass in diesem Film ständig was passieren müsse,
obwohl "alleine auf dem Mars" wohl in erster Linie sehr langweilig sein
muss. Außerdem war von einer Operation bei Bewusstsein die Rede, und mir
wird schon schlecht, wenn John Rambo sich selber zusammennäht.

Andererseits wurde geschrieben, dass wer sich für Wissenschaft
interessiert in "Gravity" besser aufgehoben wäre, und Gravity fand ich
nun sehr belanglos.

Ist der Marsianer eigentlich in 3D? Das wäre für mich inzwischen ein
K.O.-Kriterium.

Gruß, Thomas
Cornell Binder
2015-10-10 12:27:37 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Grund
danke! Ich kann mich auch nicht mehr genau an die SZ-Rezension erinnern.
Es hieß sinngemäß, dass in diesem Film ständig was passieren müsse,
obwohl "alleine auf dem Mars" wohl in erster Linie sehr langweilig sein
muss. Außerdem war von einer Operation bei Bewusstsein die Rede, und mir
wird schon schlecht, wenn John Rambo sich selber zusammennäht.
Der Film macht hier das Gleiche wie das Buch: Phasen in
denen Watney "warten" muss, also in denen nichts passiert,
werden einfach übersprungen. Es gibt entsprechende Zeitmarker
und die Zeitrechnung an sich wird auch am Anfang des Filmes
eingefügt.

Andere Filme hätten ihren Fokus vielleicht auf die Einsamkeit
und Monotonie gelegt. "Der Marsianer" (also erstmal das Buch
und dann auch der Film) haben ihren Fokus aber in den ingenieurs-
technischen Problemen und deren Lösungen. Die Aspekte der
Leere und Hoffnungslosigkeit wird natürlich auch thematisiert,
aber stehen eben nicht im Zentrum.

Vielleicht muss man das auch beim Film bewußt vorwegschicken.
Das Buch selbst wurde ja auch immer nett mit "Science-Porn"
attributiert. Ein inhaltlicher Fokus der eher selten vorkommt
und es gab ja neulich schon etwas "Aufregung" hierzugroups,
als das thematisiert wurde.
Post by Thomas Grund
Andererseits wurde geschrieben, dass wer sich für Wissenschaft
interessiert in "Gravity" besser aufgehoben wäre, und Gravity fand ich
nun sehr belanglos.
Im Vergleich mag das stimmen, ist aber eben auch absurd,
denn auch Gravity hat keinerlei Anspruch darauf in dem Sinne
wissenschaftlich zu sein. Natürlich strebt Gravity an sehr
nah an der Realität zu sein, aber auch hier wird diese
natürlich der Handlung geopfert, damit es überhaupt eine
Handlung geben kann.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich irgendeinen
(hoch) wissenschaftlichen oder zumindest wissenschaftlich
durchgehend akkuraten SciFi-Film empfehlen kann, würde ich
weder zum Marsianer noch zu Gravity raten. (Und würde
vermutlich auch keinen nennen können.)

Wenn aber die Frage insoweit ausfallen würde, ob es da Filme
gibt, wo Wissenschaft nicht aus freizusammengestelltem Techno-
Babbel besteht, sondern größtenteils plausibel ist, dann
würde ich - mit weiteren Anmerkungen - die beiden Filme nennen.


Ich verstehe hier auch nicht so ganz diese Entweder-Oder-Atti-
tüde die für mich da durchscheint. Entweder perfekt oder gar
nicht. Wir sind es doch gewohnt das nichts perfekt ist und
wir überall Abstrich machen, weil andere Aspekte wertig
genug für uns sind. Nunja.


Wer den Film nicht sehen will, oder sich nichts von verspricht
muss sich dafür ja nicht rechtfertigen. Man kann faktisch ja
sowieso nicht alles sehen, was angeboten wird. Manchmal hat
man Pech wenn man was nicht gesehen hat, was einem gefallen
hätte, manchmal hat man Glück wenn man was nicht gesehen
hat, das einen angeödet oder gar genervt hätte. Weiss man
eben immer erst hinterher. Und dann ist das ja auch noch
alles Tagesform abhängig.
Post by Thomas Grund
Ist der Marsianer eigentlich in 3D? Das wäre für mich inzwischen ein
K.O.-Kriterium.
Ja er ist in *brilliantem* 3D. Notwendig ist es IMHO nicht,
aber es ist auch nicht gimmick-haft eingesetzt wie in
Horror-Filmen (oder so verspielt albern wie bei The Walk).

Das hiesige Multiplex bietet auch Vorstellungen rein in 2D
an. Das sollte kein Nachteil sein.


CoBi
--
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Fantastic Four ........................................................ 2364
Thomas Grund
2015-10-10 17:26:20 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Post by Thomas Grund
Ist der Marsianer eigentlich in 3D? Das wäre für mich inzwischen ein
K.O.-Kriterium.
Ja er ist in *brilliantem* 3D. Notwendig ist es IMHO nicht,
aber es ist auch nicht gimmick-haft eingesetzt wie in
Horror-Filmen (oder so verspielt albern wie bei The Walk).
Das hiesige Multiplex bietet auch Vorstellungen rein in 2D
an. Das sollte kein Nachteil sein.
Gravity ist der in meinen Augen erste und einzige Film, der 3D wirklich
braucht und davon lebt. Die Bilder sind phantastisch, die Story fand ich
eher langweilig. Da ist zum einen faktischer Unsinn (die Frau kann mit
einer chinesischen Tastatur umgehen). Zum anderen wäre die Frau beinahe
denselben gar nicht so schrecklichen Tod gestorben, wie ihr Kollege. Von
da an war es mir egal, ob sie überlebt oder nicht.

Und dann hatte der Film kein Ende. Auch wenn man sich nicht fragt, wie
wahrscheinlich eine Wasserung in schwimmweite zu irgendeinem Strand ist,
hätten realistischere Filme da erst angefangen, denn überlebt hat die
Frau an der Stelle noch lange nicht.

Aber um Gravity ging es ja nicht in diesem Thread. :-)

Thomas
Christian Weisgerber
2015-10-11 00:26:42 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Grund
Ist der Marsianer eigentlich in 3D? Das wäre für mich inzwischen ein
K.O.-Kriterium.
Läuft hier in Mannheim in vier Varianten: 3D OV, 3D, 2D OV, 2D.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Thomas Grund
2015-10-11 09:00:20 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Christian Weisgerber
Post by Thomas Grund
Ist der Marsianer eigentlich in 3D? Das wäre für mich inzwischen ein
K.O.-Kriterium.
Läuft hier in Mannheim in vier Varianten: 3D OV, 3D, 2D OV, 2D.
Ja, hier in München natürlich auch. Aber nicht in Kinos, die ich zu Fuß
erreiche. :-(

Es wird ja irgendwann die DVD geben.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2015-10-10 08:44:34 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Ich kann nicht einschätzen wie der Film auf Leute wirkt,
denen Naturwissenschaften oder Ingenieurstätigkeiten per se
egal sind. Aber ich würde mich doch aus dem Fenster lehnen
und sagen, das sowohl Spannung als auch Spiel fast jeden in
seinen Bann ziehen sollten. [...]
Dem ORF-Kritiker (der aller Wahrscheinlichkeit nach kein Techniker sein
wird) sieht das in der Quintessenz so:

<http://orf.at/stories/2302450/2302424/>
| Das bis auf wenige kurze melancholische Augenblicke ständig
| frohe,[...] optimistische Gemüt Watneys, der einsam und alleine
| lebt, ohne Hoffnung auf Rettung und in einer aussichtslosen Lage,
| konfrontiert mit tausendundeiner Schwierigkeit, langweilt schnell.
| Die gewollt lustigen Selbstgespräche des einzigen Menschen auf dem
| Mars, dem auf jedes noch so katastrophale Problem sogleich eine
| Lösung einfällt, sind auf Dauer ermüdend.
Post by Cornell Binder
Außer man mag Matt Damon ("MATT DAMON") nicht.
Das war's wohl nicht, denn: "Sehnsüchtig denkt man an Matt Damon in
der Rolle des Dr. Mann in Christopher Nolans „Interstellar“ [...]".
Aber er merkt auch an, dass fast alle internationalen Kritiker den
Film deutlich positiver sehen.

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Riechen mit Stefan - anarchistisch werden mit Ironie.
(Sloganizer)
Werner Tann
2015-10-10 10:11:51 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
| Das bis auf wenige kurze melancholische Augenblicke ständig
| frohe,[...] optimistische Gemüt Watneys, der einsam und alleine
| lebt, ohne Hoffnung auf Rettung und in einer aussichtslosen Lage,
| konfrontiert mit tausendundeiner Schwierigkeit, langweilt schnell.
Also ein Gutmensch im All, das brauche ich dringend. Diese Konzept hat
noch mit Defoes "Robinson Crusoe" funktioniert, lang, lang ist's her.
Schon bei "Robinson Crusoe auf dem Mars" von 1964 war das
Religionsgesülze reichlich angestaubt ("Er wird mich weiden auf einer
grünen Aue, blabla"). Anno 2015 bewegen frohgemute Protagonisten a la
MacGyver bei mir gar nichts mehr. Da hatte ja ein John Wayne noch mehr
Tiefgang.
Cornell Binder
2015-10-10 12:11:03 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Tann
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
| Das bis auf wenige kurze melancholische Augenblicke ständig
| frohe,[...] optimistische Gemüt Watneys, der einsam und alleine
| lebt, ohne Hoffnung auf Rettung und in einer aussichtslosen Lage,
| konfrontiert mit tausendundeiner Schwierigkeit, langweilt schnell.
Also ein Gutmensch im All, das brauche ich dringend.
Gutmensch? WTF?

Mark Watney ist hoffnungsloser Optimist. Aber nicht im
humanistischen sondern im technologischen Sinne. Er opfert
sich nicht für andere auf, sondern - mangels anderer - will
einfach nur überleben.

Weiterhin gehen sowohl das Buch wie auch der Film auf den
Umstand ein, das man eben nicht - wie bei Robinsonaden
üblich - "nur" gegen die Langeweile ankämpfen muss um dann
*selbst* einen Weg nach Hause zu finden, sondern das schon
das reine Überleben, bis man abgeholt wird, schon nahezu
unmöglich ist.
Post by Werner Tann
Diese Konzept hat
noch mit Defoes "Robinson Crusoe" funktioniert, lang, lang ist's her.
Schon bei "Robinson Crusoe auf dem Mars" von 1964 war das
Religionsgesülze reichlich angestaubt ("Er wird mich weiden auf einer
grünen Aue, blabla"). Anno 2015 bewegen frohgemute Protagonisten a la
MacGyver bei mir gar nichts mehr. Da hatte ja ein John Wayne noch mehr
Tiefgang.
Mir deucht wir erleben wieder gerade maximalen Wissenabstand
zum Stoff. Insoweit finde ich es sehr mutig, wie Du glaubst
beurteilen zu können, was sich da wie erschöpft hat.

Der Fokus des Filmes liegt auch nicht darin, da jetzt
jemanden zu zeigen der immer ein Liedchen auf den Lippen
hat. Im Gegensatz zu Interstellar bietet der Film auch keine
religiöse Ebene an die man überhaupt diskutieren könne.


Das bedingt allerdings, das man sich mit dem Werk auch
tatsächlich auseinandersetzen will. Rein auf Zusammenreimen
kann man alles doof finden. Da scheitert man nur an der
eigenen Fantasie. Von Belang ist davon nichts.


CoBi
--
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Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Cornell Binder
2015-10-10 12:36:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
<http://orf.at/stories/2302450/2302424/>
| Das bis auf wenige kurze melancholische Augenblicke ständig
| frohe,[...] optimistische Gemüt Watneys, der einsam und alleine
| lebt, ohne Hoffnung auf Rettung und in einer aussichtslosen Lage,
| konfrontiert mit tausendundeiner Schwierigkeit, langweilt schnell.
| Die gewollt lustigen Selbstgespräche des einzigen Menschen auf dem
| Mars, dem auf jedes noch so katastrophale Problem sogleich eine
| Lösung einfällt, sind auf Dauer ermüdend.
Seufz. Man wirft einem Kritiker ja auch nicht vor, das in
seinen Texten stets nur die passenden Sätze stehen und alles
was irgendwie nicht zu seinem Veriss passen würde weggelassen
wurde. :)

Bezüglich Einsamkeit muss ich immer an einen litauischen
Festival Beitrag denken, wo eine junge Frau einen älteren
Leuchturmwächter heiratet und an der Einsamkeit seines
Arbeitsortes zerbricht.

Ich meine mich nicht an Kritiken zu erinnern in denen bemängelt
wurde, das zu wenig aus der Arbeitstätigkeit des Wärters gezeigt
wurde, etc. weil das halt nicht das Thema des Filmes war.

Klar kann man problemlos auch einen Film draus machen, wie
eben diese langen Zeiträume des abwartens und eben der sehr
unwahrscheinlichen Rettung - basierend auf all den Dingen
die gut gehen müssen - auf einen Menschen wirken. Aber das
war nicht Intention des Filmes.

Insoweit kann man dem Film gerne vorwerfen, das er bestimmte
Aspekte die einen interessiert hätten nicht im gleichen Maße
thematisiert. Aber hier wird's dann grundsätzlich spannend,
wie denn eine Film-Kritik unter diesem Maßstab aussehen
würde. Denn wohl bei nahezu jedem Film könnte man mit dem
Satz "Also wenn ich das gedreht hätte, dann ..." einleiten.


CoBi
--
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Fantastic Four ........................................................ 2364
Christian Weisgerber
2015-10-11 00:16:42 UTC
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Raw Message
Post by Cornell Binder
Ich hatte das Buch zuvor gelesen,
Gerade aus dem Kino zurück, kenne das Buch nicht...
Post by Cornell Binder
Nach zwei Absätzen nun mein Kommentar: Obwohl ich wußte was
so alles passieren wird/kann war ich 2 1/2h in den Film
vertieft und habe mich keinen Moment gelangweilt. Der Film
hat sehr elegant Handlung so gerafft und vereinfacht, das
ein flüssiger Film entstand ohne das unwissende Zuschauer
den Eindruck haben dürften, das da doch irgendwie was fehlen
muss oder Dinge zu sprunghaft sind. (Hallo Mazerunner!)
Der Film ist so flüssig, dass man kaum zum Innehalten und Nachdenken
kommt. Gut so, denn ich hatte trotzdem den Eindruck, dass da eine
Menge Löcher sind und über Dinge hinweggegangen wird. (Wo kommt der
Sauerstoff her?)
Post by Cornell Binder
Und ja, wissenschaftlich gesehen gibt's da auch Bullshit.
Meine Skepsis fing bei der Botanik an - Biosphere 2 lässt grüßen -
und wurde danach nicht kleiner. ;-)
Post by Cornell Binder
(Was sich viele nicht zu fragen trauen: Nein, der Marsianer
wurde nicht an Originalschauplätzen gedreht.)
Tolle Landschaftsaufnahmen!
Post by Cornell Binder
Aber ich würde mich doch aus dem Fenster lehnen
und sagen, das sowohl Spannung als auch Spiel fast jeden in
seinen Bann ziehen sollten.
Genau.

Bleibt noch zu sagen, dass der Film von der Stimmung her, trotz der
misslichen Situation der Hauptfigur, ein Gute-Laune-Film ist.
(Wer aktuell etwas Beklemmendes sehen will, dem empfehle ich
_Sicario_.)
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Bernd Rakel
2015-10-23 20:22:39 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Grund
Post by Adolf Abschwung
Siehe www.boxofficemojo.com , etwas schlechter als "Gravity", aber besser
als "Interstellar"...
Hat's denn jemand gesehen? Ich wollte eigentlich reingehen, aber die
Rezension in der SZ hält mich ab.
Ja, ich kam die Tage endlich dazu.
Was haben wir denn da? Regie Ridley Scott, das ist doch
der, bei dem sich Sigourney Weaver berühmt schreien
durfte und der mit Prometheus noch einen drauf setzen
musste?
Was noch, Matt Damon als Hauptdarsteller, der ja bisher
eher actionlastig auftrat. Das war im Vorfeld meine
Befürchtung, er wäre nicht der Richtige für diese Rolle.

Mea culpa, so kann man sich irren! Matt Damon gibt dem
Protagonisten Mark Watney ein richtig gutes Gesicht und
eine sehr gute Körpersprache. Was im Trailer noch etwas
zu reißerisch auf mich wirkte, kam im Film selbst auf die
volle Distanz bei mir so gut an wie im lange vorher
gelesenen Buch. Der eingestreute Humor war knackig, aber
nicht überfrachtet, nach meinem Empfinden sehr gut dosiert.
Auch die Rückschläge und die damit verbundenen emotionalen
Auswirkungen auf den Menschen, zusätzlich zu der Tatsache,
ganz allein so weit weg von der Erde auf einem fremden
Planeten zu sein, stellte Matt Damon sehr gut dar. Das war
schon mal sehr überraschend und erfreulich für mich.

Die Handlung selbst krankt natürlich an dem immer
bestehenden Problem der Laufzeit und der Fülle des
Ausgangsmaterials. Insgesamt empfand ich die Handlung als
recht flüssig, was aber auch an dem vorher gelesenen Buch
lag. Einige »Kleinigkeiten« wie die Vorbereitungen auf die
große Reise zum anderen Landeplatz gingen etwas unter.
Dabei spielte ja gerade die Stromversorgung des Rovers
unterwegs eine große Rolle. Das ist im Buch umfangreich
beschrieben und solche Vorbereitungen gehen nicht mal
auf die Schnelle einfach so. In Kenntnis des Buches konnte
ich aber diese Lücken schnell auflösen. Der Gesamthandlung
tut das keinen Abbruch, auch nicht bei jemandem, der das
Buch nicht vorher gelesen hatte, denke ich.
Andere Dinge wie den Eimer mit Kot als Dünger anzurühren
wurden kurz, aber knackig in Szene gesetzt. Diese kleine Szene
wirkte im Film deutlich mehr als im Buch, weil die Stöpsel, die
eigentlich für die Ohren bestimmt sind, in der Nase sofort eine
realitätsnahe Assoziation darstellten, die zum Glück weder Buch
noch Film als Geruch darstellen können. ☺

Die Besetzung der Schauspieler ist ja fast ein »who is who«
der entsprechenden Elite und sorgt damit ebenfalls für ein
gutes Kinoerlebnis. Die Figuren waren gut dargestellt und
wirkten auf mich realistisch. Auch die verwalterischen Probleme
einer Behörde wie der NASA wurden gut dosiert eingebaut.

Was den ganzen wissenschaftlichen Aspekt angeht, auch
die Möglichkeit der realen Durchführung aller gezeigten
Aktionen, wage ich nicht zu beurteilen. Wenn sich hier einige
als Spezialisten ausgeben, die das wirklich bewerten wollen,
dann sollten sie bitte auch ihre Kompetenz in diesen
Fachgebieten vorher angeben! Über die Handlung im Buch
finden sich dazu einige interessante Veröffentlichungen, die
dem Ganzen eine recht nahe Realität zusprechen.

Insgesamt war ich durchgehend in den Film vertieft. Die
Grundstimmung des Buches wurde so gut wie möglich in
die enge Zeit übernommen. Ein Film kann eben nicht
den Inhalt eines Buches komplett übernehmen, das ist
ja auch nicht neu und man weiß ja vorher, dass man
Kompromisse eingehen muss.

Ob er es später wirklich in meine BD Sammlung schaffen
wird, ist noch unklar, es wird sich zeigen, ob ich diese
Geschichte nochmal _sehen_ möchte.

Das ist meine Meinung dazu.
--
Thx und Grüße, vielleicht sieht man sich in Los Santos.
Bernd Rakel
»Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch
35 Jahre schlecht machen.« (Kurt Tucholsky)
Thomas Grund
2015-10-24 05:35:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Rakel
Was haben wir denn da? Regie Ridley Scott, das ist doch
der, bei dem sich Sigourney Weaver berühmt schreien
durfte und der mit Prometheus noch einen drauf setzen
musste?
Bei "berühmt schreien" denke ich eher an Jamie Lee Curtis, aber sei's drum.
Post by Bernd Rakel
Was noch, Matt Damon als Hauptdarsteller, der ja bisher
eher actionlastig auftrat. Das war im Vorfeld meine
Befürchtung, er wäre nicht der Richtige für diese Rolle.
Matt Damon war für mich zu allererst Will Hunting. Er hat als Jason
Bourne gezeigt, dass er *auch* Aktion kann. Super finde ich übrigens
seine selbstironische Aktion mit Sarah Silvermann ("Fucking Matt Damon").
Post by Bernd Rakel
[...]
Das ist meine Meinung dazu.
Danke, ich werde in mir anschauen. Leider sind die Kinos, wo er in 2D
läuft, nicht in Fußentfernung. Aber dann gibt es ja immer noch die DVD,
die dann auch nicht mehr kosten wird, als zwei Kinokarten.

Gruß, Thomas
Bernd Rakel
2015-11-02 17:08:14 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Grund
Post by Bernd Rakel
Was haben wir denn da? Regie Ridley Scott, das ist doch
der, bei dem sich Sigourney Weaver berühmt schreien
durfte und der mit Prometheus noch einen drauf setzen
musste?
Bei "berühmt schreien" denke ich eher an Jamie Lee Curtis, aber sei's drum.
Bei dieser Dame habe ich wohl mehr das Optische
aufgenommen. ;-)
Post by Thomas Grund
Post by Bernd Rakel
Was noch, Matt Damon als Hauptdarsteller, der ja bisher
eher actionlastig auftrat. Das war im Vorfeld meine
Befürchtung, er wäre nicht der Richtige für diese Rolle.
Matt Damon war für mich zu allererst Will Hunting.
[... er *auch* Aktion kann ...]
Good Will Hunting? War er da nicht auch ein recht roher
Mensch? Aber so richtig Action war das wohl auch nicht,
da stimme ich zu. Wobei ich diesen Film eher einem etwas
spezielleren Publikum zuschreiben würde.
Post by Thomas Grund
Super finde ich übrigens
seine selbstironische Aktion mit Sarah Silvermann ("Fucking Matt Damon").
Ist mir noch nicht begegnet.
Post by Thomas Grund
[...]
--
Thx und Grüße, vielleicht sieht man sich in Los Santos.
Bernd Rakel
»Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch
35 Jahre schlecht machen.« (Kurt Tucholsky)
Thomas Grund
2015-11-03 05:44:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Rakel
Post by Thomas Grund
Post by Bernd Rakel
Was haben wir denn da? Regie Ridley Scott, das ist doch
der, bei dem sich Sigourney Weaver berühmt schreien
durfte und der mit Prometheus noch einen drauf setzen
musste?
Bei "berühmt schreien" denke ich eher an Jamie Lee Curtis, aber sei's drum.
Bei dieser Dame habe ich wohl mehr das Optische
aufgenommen. ;-)
M.W. hatte Jamie Lee ihr Debut in Halloween, und es hat Jahre gedauert,
bis jemand ähnlich gekonnt geschrien hat. :-)
Post by Bernd Rakel
Post by Thomas Grund
Matt Damon war für mich zu allererst Will Hunting.
[... er *auch* Aktion kann ...]
Good Will Hunting? War er da nicht auch ein recht roher
Mensch? Aber so richtig Action war das wohl auch nicht,
da stimme ich zu. Wobei ich diesen Film eher einem etwas
spezielleren Publikum zuschreiben würde.
Danke, dass Du mich für "speziell" hältst. :-) Wenigstens
Robin-Williams-Fans müssen den kennen. Und das Drehbuch von Matt Damon
und Ben Affleck hatte immerhin den Oscar. Nein, wenigstens einmal muss
man den gesehen haben.
Post by Bernd Rakel
Post by Thomas Grund
Super finde ich übrigens
seine selbstironische Aktion mit Sarah Silvermann ("Fucking Matt Damon").
Ist mir noch nicht begegnet.
Google mal. Das Video alleine ist schon nett. Richtig gut wird es dann
zusammen mit der Replique von Jimmy Kimmel ("Fucking Ben Affleck"). Da
kannst Du mal zählen, wieviele Stars Du erkennst. :-)
Bernd Rakel
2015-11-03 10:21:18 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Grund
[...]
Das ist mir jetzt zu weit weg vom Topic. ☺
Post by Thomas Grund
Post by Bernd Rakel
Post by Thomas Grund
Matt Damon war für mich zu allererst Will Hunting.
[... er *auch* Aktion kann ...]
Good Will Hunting? War er da nicht auch ein recht roher
Mensch? Aber so richtig Action war das wohl auch nicht,
da stimme ich zu. Wobei ich diesen Film eher einem etwas
spezielleren Publikum zuschreiben würde.
Danke, dass Du mich für "speziell" hältst. :-) Wenigstens
Robin-Williams-Fans müssen den kennen. Und das Drehbuch von Matt Damon
und Ben Affleck hatte immerhin den Oscar. Nein, wenigstens einmal muss
man den gesehen haben.
Da stimme ich dir zu, ich fand den ebenfalls Klasse.
Ich denke nur, dass der und andere Streifen solcher Art dem
Mainstream eher verborgen bleiben.
Post by Thomas Grund
[...]
Das ist mir ebenfalls zu weit weg vom Topic. ☺

Ich fand die Darstellung durch Matt Damon recht gelungen,
mit dem üblichen Maß der Toleranz des Zeitlimits einer
Buchverfilmung auch den Film recht gut umgesetzt.
Ob ich in später aber kaufe, um ihn nochmal zu sehen, da
bin ich noch skeptisch. In dem Fall greife ich wohl wieder
zu dem Buch. Und wenn der Film irgendwann im TV läuft,
kann ich ihn immer noch aufnehmen.

Mit den Jahren bin ich dem inzwischen herrschenden Chaos
von verschiedenen Versionen eines Films und billigem
Ramsch für den Massenmarkt bei DVD und BD entwöhnt
worden. Mit der Zeit sammeln sich hier so einige TV
Aufnahmen, die man sich leicht selbst zurechtschneiden kann.
Warum ich mir noch diesen Ramsch teuer kaufen und als
Staubfänger hinstellen soll, wird mir immer unklarer. Und
die Filmindustrie ist ja zur Zeit so hervorragend einfallslos,
Remakes, Prequels, Comics auswringen bis der Arzt kommt
usw. Da vergeht mir der Spaß.
--
Thx und Grüße, vielleicht sieht man sich in Los Santos.
Bernd Rakel
»Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch
35 Jahre schlecht machen.« (Kurt Tucholsky)
Werner Tann
2015-10-29 14:44:21 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Rakel
Auch die Rückschläge und die damit verbundenen emotionalen
Auswirkungen auf den Menschen, zusätzlich zu der Tatsache,
ganz allein so weit weg von der Erde auf einem fremden
Planeten zu sein, stellte Matt Damon sehr gut dar.
Haben wir den gleichen Film gesehen? =:)

Im Ernst: Damon gibt den Vorzeige-Ami, den hemdsärmeligen
Probleme-sind-zum-Lösen-da-Typen. "Emotionale Auswirkungen" ... da
lachen die Hühner! Kein echter Mensch würde sich, zurückgelassen auf
dem Mars, so verhalten, zumindest nicht "sofort".

Auch hetzt der Streifen von Szene zu Szene, während angesichts der
Verlorenheit auf dem Mars und der Länge des Films eine gewisse epische
Breite durchaus angemessen gewesen wäre. Bloß ist eine solche
heutzutage als altmodisch ad acta gelegt. Jedenfalls ist der Film,
abgesehen von der letzten Viertelstunde, trotz der raschen Szenenfolge
grottenlangweilig: Der Marsianer und sein Schicksal interessieren mich
einfach nicht, der Film schafft es nicht, Mitgefühl für den
Protagonisten zu erzeugen. Denn es ist ein der Hard-SF naher Film, die
allermeisten Probleme sind rein technischer Natur. Stimmung, Emotion,
Philosophie, Charaktere sind sekundär, von einem Sense of Wonder zu
schweigen. Hallo! Wir sind auf dem Mars!

Gar nicht komisch fand ich die nervige Discomusik, die zwar dem
Marsianer auch auf den Keks geht, aber das halte ich für "gespielt".
Abba auf dem Mars gefällt bestimmt vielen. Daß auch David Bowies
"Starman" anklang, machte das ein wenig gut, konnte den Streifen für
mich aber nicht retten.

Ein bißchen Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, wenigstens als
Durchhänger zu Beginn, hätten dem Film gut zu Gesicht gestanden. Und
mehr Atmosphäre und Stimmung und Konflikt. Aber klar, zeitgeistig
schickt man heute keinen dirty Hero auf den Mars, sondern einen
Gemüsebauern und Nichtraucher, der obendrein, ebenso wie die gesamte
Besatzung, kein Sexualleben zu haben scheint. Ami halt: no problem.

Daher bitte in diesem Zusammenhang nicht von "realistisch" sprechen.
Trotz aller Technikvernarrtheit ist dieses Werk Lichtjahre weg von
Wirklichkeitsnähe.
Cornell Binder
2015-10-29 15:12:57 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Tann
Post by Bernd Rakel
Auch die Rückschläge und die damit verbundenen emotionalen
Auswirkungen auf den Menschen, zusätzlich zu der Tatsache,
ganz allein so weit weg von der Erde auf einem fremden
Planeten zu sein, stellte Matt Damon sehr gut dar.
Haben wir den gleichen Film gesehen? =:)
Im Ernst: Damon gibt den Vorzeige-Ami, den hemdsärmeligen
Probleme-sind-zum-Lösen-da-Typen. "Emotionale Auswirkungen" ... da
lachen die Hühner! Kein echter Mensch würde sich, zurückgelassen auf
dem Mars, so verhalten, zumindest nicht "sofort".
Auch hetzt der Streifen von Szene zu Szene, während angesichts der
Verlorenheit auf dem Mars und der Länge des Films eine gewisse epische
Breite durchaus angemessen gewesen wäre. Bloß ist eine solche
heutzutage als altmodisch ad acta gelegt. Jedenfalls ist der Film,
abgesehen von der letzten Viertelstunde, trotz der raschen Szenenfolge
grottenlangweilig: Der Marsianer und sein Schicksal interessieren mich
einfach nicht, der Film schafft es nicht, Mitgefühl für den
Protagonisten zu erzeugen. Denn es ist ein der Hard-SF naher Film, die
allermeisten Probleme sind rein technischer Natur. Stimmung, Emotion,
Philosophie, Charaktere sind sekundär, von einem Sense of Wonder zu
schweigen. Hallo! Wir sind auf dem Mars!
*tusch*

Du wolltest also eigentlich einen ganz anderen Film sehen.

Da stellt sich mir die Frage: was wußtest Du eigentlich
vorher? Hast Du irgendwo mal eine Beschreibung gelesen?
Einen Trailer gesehen? Kannst Du beschreiben, wo Deine
obigen Erwartungen herkommen?


Ich kann die Erwartungen an sich ja nachvollziehen. Nur
verstehe ich nicht, warum immer so getan wird, als ob das
die "richigen" resp. "einzig möglichen" Erwartungen seien,
denen jeder Film zum Thema gerecht werden müsse.

Warum *muss* man sich denn auf die Einsamkeit konzentrieren?
Warum ist es - offenkundlich - falsch, sich auf die tech-
nischen Aspekte des Überlebens zu fokussieren?


Ist das irgendein fiktionales Plot-Gsetz? Technik hat nicht
zu interessieren?
Post by Werner Tann
Gar nicht komisch fand ich die nervige Discomusik, die zwar dem
Marsianer auch auf den Keks geht, aber das halte ich für "gespielt".
Abba auf dem Mars gefällt bestimmt vielen. Daß auch David Bowies
"Starman" anklang, machte das ein wenig gut, konnte den Streifen für
mich aber nicht retten.
Jetzt muss ich doch mal direkt fragen: Könntest Du mal bitte
Filme nennen, die Dich üblicherweise befriedigen? Bei
solchen Petitessen kann mich ehrlich gesagt gerade nicht
vorstellen, das es Dir überhaupt möglich ist, das Dir
irgendein Film gefällt?

Ich meine, Du wirfst dem Stoff vor (das kommt ja aus dem
Buch) das der Protagonist doch gar nicht von Disco-Musik
genervt seien könne. Warum denn nicht? Weil Du Dir nicht
vorstellen kannst, das es da ernsthaft Leute gibt die sowas
in den Wahnsinn treibt?
Post by Werner Tann
Daher bitte in diesem Zusammenhang nicht von "realistisch" sprechen.
Trotz aller Technikvernarrtheit ist dieses Werk Lichtjahre weg von
Wirklichkeitsnähe.
Es war in der Tat keine Dokumentation.

Nur ist es auch nicht die Schuld des Filmes, das Du
eigentlich was ganz anderes sehen wolltest.

Einer Schwarwälder-Kirschtorte wirft man ja auch nicht vor,
das da kein Eierlikör drin ist, obwohl das bestimmt total
lecker wäre.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Bernd Rakel
2015-10-29 18:51:47 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Tann
Post by Bernd Rakel
Auch die Rückschläge und die damit verbundenen emotionalen
Auswirkungen auf den Menschen, zusätzlich zu der Tatsache,
ganz allein so weit weg von der Erde auf einem fremden
Planeten zu sein, stellte Matt Damon sehr gut dar.
Haben wir den gleichen Film gesehen? =:)
Definitiv nicht, den Film in ihrem Kopf sehen nur sie selbst,
Herr Tann. Ich habe wirklich keine Zeit mehr für solchen
Stuss eines netzbekannten ...!
Post by Werner Tann
[...]
Tschau.
--
Thx und Grüße, vielleicht sieht man sich in Los Santos.
Bernd Rakel
»Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch
35 Jahre schlecht machen.« (Kurt Tucholsky)
Werner Tann
2015-10-29 20:00:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Rakel
Post by Werner Tann
Haben wir den gleichen Film gesehen? =:)
Definitiv nicht, den Film in ihrem Kopf sehen nur sie selbst,
Herr Tann. Ich habe wirklich keine Zeit mehr für solchen
Stuss eines netzbekannten ...!
Na, da bettelt ja einer um eine Filteranpassung.
Done.
Florian Maier
2015-10-29 21:32:43 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Tann
Auch hetzt der Streifen von Szene zu Szene, während angesichts der
Verlorenheit auf dem Mars und der Länge des Films eine gewisse epische
Breite durchaus angemessen gewesen wäre.
Da kann ich zwar insoweit zustimmen, dass ich die Länge des Aufenthalts
und damit auch die Langeweile zwischendurch auch mal ganz gerne gesehen
hätte, aber sowas sprengt dann halt schnell mal den Rahmen eines Films.
Bei Das Boot z.B. gab's die richtige Langeweile ja auch nur in der 6
Stunden langen Miniserien-Schnittfassung zu sehen. Das ist halt dann
kein Film mehr.
Post by Werner Tann
Aber klar, zeitgeistig
schickt man heute keinen dirty Hero auf den Mars, sondern einen
Gemüsebauern und Nichtraucher,
Er war Biologe, was für eine Marsexpedition ein durchaus
nachvollziehbares Fachgebiet für einen der Wissenschaftsastronauten ist.
Und auch wenn dich das überrascht, aber aus naheliegenden Gründen
rauchen Astronauten während ihren Missionen nicht, insofern werden da
schon immer, nicht bloß zeitgeistig, nur Nicht- oder Gelegenheitsraucher
ausgewählt.
Post by Werner Tann
der obendrein, ebenso wie die gesamte
Besatzung, kein Sexualleben zu haben scheint.
Du musst einen anderen Film gesehen haben als ich. In meinem Film haben
sich die Astronauten über den Pornokonsum des deutschen Kollegen lustig
gemacht, und zwei der Astronauten haben sich verliebt und später geheiratet.

Ich wüsste jetzt nicht, warum man ihr Sexualleben noch näher hätte
beleuchten müssen. Das wäre in etwa ähnlich spannend gewesen, wie Luke
Skywalker auf dem Klo zu zeigen.
Post by Werner Tann
Daher bitte in diesem Zusammenhang nicht von "realistisch" sprechen.
Trotz aller Technikvernarrtheit ist dieses Werk Lichtjahre weg von
Wirklichkeitsnähe.
Du hast in deiner Kritik nichts erwähnt, was geeignet wäre, der Story
Realismus abzusprechen. Dass einiges ausgelassen oder nur sehr kurz
angeschnitten wird, liegt schlicht am Medium.
Werner Tann
2015-10-30 13:23:21 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Maier
Bei Das Boot z.B. gab's die richtige Langeweile ja auch nur in der 6
Stunden langen Miniserien-Schnittfassung zu sehen. Das ist halt dann
kein Film mehr.
Epische Breite verlangt nicht notwendig einen langen Film. Zum
Beispiel liegt Watney gerade ein paar Sekunden bewußtlos im Marssand,
dann schlägt er auch schon die Augen auf. Wäre er nur 2 Minuten dort
gelegen, hätte der Zuschauer dies als kleine Ewigkeit empfunden: man
sieht sein Gesicht, das vom Sand zugeweht wird, die Kamera schweift
über die Landschaft usw. usf. Diese Langsamkeit fehlt dem Film völlig,
hätte die Verlorenheit des Protagonisten aber gut vermittelt. So ist
ein Kinderfilm herausgekommen, in dem alles schnell gehen muß. Kindern
kann man diese Gemächlichkeit nicht zumuten.
Post by Florian Maier
Post by Werner Tann
Aber klar, zeitgeistig
schickt man heute keinen dirty Hero auf den Mars, sondern einen
Gemüsebauern und Nichtraucher,
Er war Biologe, was für eine Marsexpedition ein durchaus
nachvollziehbares Fachgebiet für einen der Wissenschaftsastronauten ist.
Und auch wenn dich das überrascht, aber aus naheliegenden Gründen
rauchen Astronauten während ihren Missionen nicht,
Häng Dich nicht an diesen beiden Attributszuschreibungen auf. Für mich
stehen sie für: Softie. Ich will nicht unbedingt einen Rambo im All,
aber ein Milchgesicht muß es auch nicht sein, außer der ganze Film ist
so gut gemacht wie etwa "2001".
Post by Florian Maier
Post by Werner Tann
der obendrein, ebenso wie die gesamte
Besatzung, kein Sexualleben zu haben scheint.
Du musst einen anderen Film gesehen haben als ich. In meinem Film haben
sich die Astronauten über den Pornokonsum des deutschen Kollegen lustig
gemacht, und zwei der Astronauten haben sich verliebt und später geheiratet.
Naja, über Pornos reden würde ich nicht gerade als thematisierte
Sexualität ansehen. Die "verliebten Astronauten" scheine ich
tatsächlich weggeblendet zu haben. Aber auch hier: Liebe ist keine
Sexualität. Ich lese gerade Frederik Pohls Gateway-Trilogie. Das
verstehe ich unter SF, in der die Leute auch eine Sexualität haben,
besonders wenn der Inhalt (z. B. lange Raumflüge) es nahelegt.
Post by Florian Maier
Ich wüsste jetzt nicht, warum man ihr Sexualleben noch näher hätte
beleuchten müssen. Das wäre in etwa ähnlich spannend gewesen, wie Luke
Skywalker auf dem Klo zu zeigen.
Du hast eine merkwürdige Vorstellung von Sexualität. Und apropos Klo:
Ja, in Gateway wird die Scheiße an Bord wiederverwertet zu
Nahrungsmitteln usw. Und das wird auch deutlich ausgesprochen.
Post by Florian Maier
Du hast in deiner Kritik nichts erwähnt, was geeignet wäre, der Story
Realismus abzusprechen.
Ich halte den durchgehenden Optimismus Watneys für nicht besonders
realistisch. Zudem ist der Streifen äußerst klischeebeladen. Ich habe
beim Gucken nicht mitgeschrieben. Aber ein Klischee ist z. B., daß die
"Idioten" immer die besten Ideen haben. Der Neger (?) mit Brille auf
der Erde z. B. präsentiert stotternd seine geniale Lösung, worauf er
hinausgeschickt wird, damit die "Chefs" den Vorschlag diskutieren
können. Wie gesagt, nur *ein* Klischee.

Auch aufgesetzt fand ich, daß ausgerechnet ein junges Blondchen mit
Brille den armen schiffbrüchigen Marsianer entdecken muß, nicht etwa
ein älterer, glatzköpfiger Vollblutwissenschaftler. Unrealistisch
eben.
Cornell Binder
2015-10-30 13:33:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Tann
Auch aufgesetzt fand ich, daß ausgerechnet ein junges Blondchen mit
Brille den armen schiffbrüchigen Marsianer entdecken muß, nicht etwa
ein älterer, glatzköpfiger Vollblutwissenschaftler. Unrealistisch
eben.
Du solltest Deine Vorurteile nicht mit Realismus verwechseln.


CoBi
--
recently seen in a cinema near me:
Königin der Wüste ..................................................... 2366
Southpaw .............................................................. 2365
Fantastic Four ........................................................ 2364
Thomas Grund
2015-10-09 01:54:55 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Adolf Abschwung
Siehe www.boxofficemojo.com , etwas schlechter als "Gravity", aber besser
als "Interstellar"...
Oje, ich habe gerade Deinen Mist bei d.e.b.s. gelesen. Tut mir leid,
dass ich überhaupt auf Dich geantwortet habe.
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